Nach tödlichem Bahnunfall in Mulsum: Polizei Cuxhaven gibt neue Details bekannt
Nach dem tragischen Zugunfall in Mulsum, bei dem eine 35-jährige Mutter ums Leben kam, gibt die Polizei aktuelle Updates. Auf Nachfrage hin äußerte sich der Pressesprecher am Montag zum Befinden der beiden verletzten Mädchen (3 und 7).
Drei Tage nach einem tragischen Unfall an einem unbeschrankten Bahnübergang im Bereich Mulsum (Gemeinde Wurster Nordseeküste) befinden sich zwei Kinder im Alter von drei und sieben Jahren nach wie vor in stationärer Behandlung. Der Zustand der Siebenjährigen wird aus medizinischer Sicht offenbar nicht als kritisch beschrieben. Bezüglich des jüngeren Geschwisterkindes vermochte die Polizei zur Stunde lediglich die Aussage zu treffen, dass das kleine Mädchen am Leben sei.
Die beiden Kinder hatten sich in einem Auto befunden, das am vergangenen Freitag von einem herankommenden Nahverkehrszug erfasst wurde, als die Fahrerin versuchte, am Lewinger Specken die Gleise zu überqueren. Die 35-Jährige wurde nach Polizeiangaben beim Zusammenstoß mit dem Triebwagen getötet, ihre beiden Töchter sollen bei dem Unfall schwer beziehungsweise lebensgefährlich verletzt worden sein.
Die Ursache ist nach wie vor unklar
Wie Polizeisprecher Stephan Hertz auf Nachfrage hin bestätigte, dauern Ermittlungen zur Unfallursache derzeit noch an. Unklar blieb bislang, warum die Frau im Unglücksmoment den Bahnübergang querte und ob sie den aus Richtung Bremerhaven herannahenden Zug nicht bemerkte.
Untersuchungen zum Hergang entsprächen auch bei einem Bahnunfall der Vorgehensweise, wie sie bei einem Unfall im Straßenbereich zur Anwendung komme, teilte Hertz mit. Der Polizeisprecher verwies allerdings auf Besonderheiten, etwa auf den in Zügen vorhandenen Fahrtenschreiber, der in Fällen wie diesem ausgewertet werde. Dass der Unfall einen technischen Grund haben könnte, der mit vorangegangenen, sich über einen längeren Zeitraum erstreckenden Bauarbeiten an der Bahnstrecke zu tun gehabt haben könnte, ist aus polizeilicher Warte nicht ersichtlich: Darauf, so Hertz, gebe es keine Hinweise. Der tödliche Unfall hatte sich am ersten Betriebstag nach Abschluss der Streckenarbeiten ereignet.
Welle der Solidarität nach Spendenaufruf
In der Gemeinde Wurster Nordseeküste äußert sich Mitgefühl mit den Hinterbliebenen (dazu zählen eine dritte, ältere Tochter und der Vater der Kinder, beide saßen nicht mit im Auto) in einer Welle der Solidarität. Initiiert von einer Freundin der Verstorbenen, verbreitete sich schon am Tag nach dem Unfall ein Spendenaufruf in den Sozialen Medien. Bis zum Wochenbeginn soll auf diese Weise bereits ein fünfstelliger Betrag zugunsten der Familie zusammengekommen sein.