Nach dem tödlichen Unfall am Bahnübergang in Mulsum: Das sagt die Polizei (mit Video)
In Mulsum kam es am Freitagmittag zu einem schweren Bahnunfall, bei dem eine Autofahrerin tödlich verunglückte. Am Unfallort gibt die Polizei Cuxhaven weitere Informationen zu dem tragischen Vorfall.
Ein schwerer Bahnunfall ereignete sich am Freitagmittag gegen 13.15 Uhr im Bereich Lewinger Specken in Mulsum. Laut Angaben der Polizei Cuxhaven kam eine 35-jährige Autofahrerin bei der Kollision mit einem Personenzug ums Leben. Stephan Hertz, Sprecher der Polizei, teilte mit, dass die Fahrerin kurz vor dem Unfall aus bislang ungeklärten Gründen versucht habe, einen unbeschrankten Bahnübergang zu überqueren. Zu diesem Zeitpunkt näherte sich ein aus Bremerhaven kommender Personenzug dem Übergang, der das Fahrzeug schließlich erfasste.
Im Fahrzeug der Verstorbenen befanden sich zudem ihre zwei Kinder. Die beiden Kinder wurden nach der Erstversorgung am Unfallort per Rettungshubschrauber in umliegende Krankenhäuser gebracht. Ein dreijähriges Mädchen erlitt lebensgefährliche Verletzungen, ein siebenjähriges Mädchen wurde nach dem derzeitigem Stand schwer verletzt.
Pressesprecher Stephan Hertz informierte die CN/NEZ-Redaktion nach dem Vorfall vor Ort über die aktuelle Lage.
Zuggäste und Lokführer unter Schock
Die Zuggäste und der Lokführer standen nach dem Vorfall unter Schock und wurden von einem Kriseninterventionsdienst sowie Notfallseelsorgern betreut, die umgehend zum Unfallort entsandt wurden. Ein großes Aufgebot an Rettungskräften, darunter die Feuerwehr, die Bundespolizei und der Notdienst der Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser GmbH (EVB), kümmerte sich ebenfalls vor Ort um die betroffenen Personen.
"Der Zug erfasste den Pkw Nissan sodass dieser in den Seitenraum geschleudert wurde. Der Lokführer hatte noch eine Notbremsung eingeleitet, konnte einen Zusammenstoß aber nicht mehr verhindern", hieß es in einer Pressemitteilung der Polizei am Abend.
Die rund 90 Insassen seien bei dem Unfall nicht weiter verletzt worden, konnten aber nicht sofort evakuiert werden und mussten mehrere Stunden im Zug ausharren. Rettungskräfte versorgten die Passagiere mit Wasserflaschen. Unter den rund 90 Fahrgästen befanden sich etwa 20 Personen, die nicht gehfähig waren, weshalb zusätzliche Gehhilfen organisiert werden mussten. Wie Stephan Hertz am Freitagabend mitteilte, konnte die Evakuierung der Reisenden letztendlich gegen 16.30 Uhr abgeschlossen werden. Die Fahrgäste wurden entlang der Gleise von der Unfallstelle weggeführt und mit Shuttlebussen abtransportiert.
"An den Gleisen hatten in den letzten Wochen umfangreiche Gleisbauarbeiten stattgefunden, sodass die Strecke eine Zeit lang gesperrt war. Am heutigen Freitag waren das erste Mal wieder Züge auf diesem Streckenabschnitt unterwegs", hieß es in der Meldung weiter.
Die Polizei führte am Unfallort eine umfangreiche Spurensuche und -sicherung durch, welche am Abend noch andauerte.
Glück im Unglück: Zug kollidierte erst kürzlich mit Auto an Bahnübergang in Schiffdorf
Erst am Sonnabend ereignete sich in Schiffdorf im Kreis Cuxhaven ein Unfall an einem unbeschrankten Bahnübergang. Ein Zug, der mit etwa 80 Kilometern pro Stunde unterwegs war, prallte dabei gegen ein Auto. Wie die Feuerwehr weiter mitteilte, hatte der Fahrer des Wagens gerade die Gleise überqueren wollen. Die Insassen hatten großes Glück und blieben unverletzt.
Von Lennart Keck und Tamina Francke