Auch Landwirte aus dem Kreis Cuxhaven haben sich vor dem Parkhaus Pferdemarkt in Stade aufgereiht. Foto: privat
Auch Landwirte aus dem Kreis Cuxhaven haben sich vor dem Parkhaus Pferdemarkt in Stade aufgereiht. Foto: privat
Weitere Aktionen in kommenden Tagen

Trecker-Demo im Kreis Cuxhaven am Dienstag: Protestaktion am A27-Kreisel in Cuxhaven

09.01.2024

Die Demonstrationen der Landwirte am Montag, 8. Januar, haben im gesamten Kreis Cuxhaven für erhebliche Verkehrsbehinderungen gesorgt. Die unübersehbaren Proteste forderten von den Autofahrern viel Geduld. Doch die Landwirte lassen nicht locker.

Wer am Montag auf den Straßen im Kreis Cuxhaven unterwegs war, musste möglicherweise viel Geduld mitbringen. An einigen Orten blockierten die Landwirte die Fahrbahnen, um ihren Protesten Ausdruck zu verleihen. Doch mit den Aktionen am Montag ist der Protest noch nicht beendet.

Am Dienstagnachmittag (9. Januar) berichtete die Polizeiinspektion Cuxhaven, dass ab sofort wieder mit Aktionen der Landwirte im Straßenverkehr zu rechnen sei. So lagen der Polizeiinspektion Cuxhaven Informationen vor, dass ab etwa 15 Uhr eine Demonstration im Bereich des Autobahnkreisels stattfinden sollte.

Tatsächlich fuhren ab der genannten Uhrzeit vereinzelt Traktoren und weitere Demonstranten in Privat- und Firmenwagen vor und positionierten sich auf der Verkehrsinsel im Autobahnkreisel. Die aus der Innenstadt kommenden Demonstranten wurden von der Polizei auf der Papenstraße vorläufig gestoppt, damit möglichst alle gleichzeitig anreisen konnten, um den Verkehrsfluss so wenig wie möglich zu behindern.

Hupend und in Kolonne kamen die Traktoren aus der Innenstadt zum Autobahnkreisel gefahren. Foto: Keck

Gegen 15.45 Uhr fuhren schließlich rund 20 hupende Traktoren in Kolonne auf die Verkehrsinsel und stellten sich dort so auf, dass die Schilder von der Fahrbahn zu lesen waren. Im Laufe des Nachmittags kamen weitere Demonstranten hinzu. Zu einer Verkehrsblockade kam es nicht. Das war auch nie geplant, wie Organisator Ken Mauchert betonte. "Die Leute [Verkehrsteilnehmer; Anm. d. Red.] sollen hier langfahren können und gerne auch eine Extrarunde drehen", erklärt er. Mit der Präsenz wollten er und seine Mitstreiter vor allem ihren Unmut über die derzeitige Regierung äußern: "Der Mittelstand hat noch nicht verstanden, dass es hier nicht nur um Landwirtschaft geht, sondern um das große Ganze!" Ken Mauchert ist selbst kein Landwirt - ebenso wenig wie einige andere Demonstranten am Dienstag. "Jeder kann mitmachen", betont der Organisator.

Über 20 Traktoren und zahlreiche Demonstranten befanden sich um 16 Uhr am Autobahnkreisel. Später wurden es sogar noch mehr. Foto: Keck

Angemeldet war die Demonstration nicht, geplant wurde sie erst wenige Stunden zuvor. Doch Mauchert versichert: Die Demonstration am Dienstag wird nicht die letzte ihrer Art sein. "Die große Demo am 8. Januar war erst der Anfang. Jetzt geht es erst richtig los."

Mit ihren Schildern positionierten sich die Demonstranten auf der Verkehrsinsel des Autobahnkreisels in Richtung der Fahrbahn. Foto: Keck

Weitere Protestaktionen der Landwirte im Kreis Cuxhaven geplant

Ab Mittwoch, 10. Januar, sollen vermehrt Trecker auf den Straßen im Landkreis unterwegs sein und den Verkehrsfluss stark beeinträchtigen. Es sei wieder mit Blockaden der Autobahnanschlussstellen im gesamten Kreisgebiet zu rechnen. Aber auch andere Verkehrsknotenpunkte könnten von den Protestaktionen betroffen sein. Die Polizei weist alle Verkehrsteilnehmer darauf hin, Verzögerungen beim Weg zur Arbeit und nach Hause einzukalkulieren.

Landwirte beim Neujahrsempfang der IHK Stade

Am Dienstagmorgen (9. Januar) ging es für viele Landwirte in Richtung Stade. Dort wollten sie den Neujahrsempfang der Industrie- und Handelskammer (IHK) im Stadeum blockieren. Beim Neujahrsempfang war Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission, als Gast vor Ort.

Polizeibeamte sichern die Zufahrt zum Stadeum. Der Parkplatz ist abgesperrt. Foto: Vasel

Protest der Landwirte: Weg in die Innenstadt von Stade blockiert

Um 11 Uhr begann der Einlass am Stadeum, gegen 12.30 Uhr startete das Programm und um 13 Uhr sollte das Wort an von der Leyen abgegeben werden. Bereits vor dem offiziellen Einlass war der Weg in die Stader Innenstadt schwer zu erreichen. "Die Stadt ist überwiegend blockiert. Um die hiesigen Landwirte zu unterstützen, sind sogar einige Demonstranten aus Schleswig-Holstein über die Elbfähre nach Stade gereist", berichtete Rainer Bohmbach, Pressesprecher der Polizeiinspektion Stade. Mit dem Auto kam man nicht mehr zum Stadeum (Stand: 9. Januar, 11 Uhr).

Am Mittag berichtete Bohmbach von einer entspannten Lage am Stadeum: "Es stehen rund 50 Landwirte zu Fuß vor dem Gebäude, aber die Gäste und Ursula von der Leyen konnten die Veranstaltung rechtzeitig erreichen. Die Stimmung ist soweit entspannt und wir sind zufrieden mit dem Verlauf." 

Im Stadeum wird EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erwartet. Die Polizei ist vorbereitet. Foto: Vasel

Bauern-Proteste: Es staut sich an der A26 sowie an B73 und B74

Nach Angaben von Bohmbach wurden am Dienstagvormittag mehrere Kreisverkehre und Kreuzungen im Stadtgebiet blockiert. Dazu gehörten der Kreisverkehr an der A26/Harburger Straße/Hauptstraße, die B73/B74-Kreuzung in Wiepenkathen sowie die Kreisel an der L124 und an der B73 (Agathenburg), wie das Stader Tageblatt berichtet.

Blockaden der Landwirte: Hoffnung vonseiten der IHK Stade

Auch die IHK wusste bereits vorab von den erschwerten Verkehrsverhältnissen. "Da das Programm erst ab 12.30 Uhr beginnt, haben die Gäste noch ausreichend Zeit, die Veranstaltung zu erreichen", erklärte Irena Kelm, eine Sprecherin der IHK Stade. Die Veranstalter hofften, dass die Landwirte noch einige Blockaden öffnen würden, damit die Gäste die Veranstaltung rechtzeitig erreichen könnten.

Nach Informationen unseres Medienhauses sollen zwei Landwirte bei dem Neujahrsempfang das Wort erhalten, wenn die EU-Kommissionspräsidentin ihren Vortrag hält.

Bauern-Proteste: Verzögerungen im Verkehr von Bremerhaven

Auch am Dienstag kommt es in Bremerhaven zu Verzögerungen im Straßenverkehr, weil Trecker durch die Stadt schleichen. Betroffen war unter anderem die Stresemannstraße in Lehe.

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