Nordenham: Leichenfund entpuppt sich als Tötungsdelikt - Verdächtiger stellt sich
Der Tod eines 34-Jährigen in einem Firmengebäude in Großensiel (Nordenham) war kein Unglück: Die Polizei geht von einem vorsätzlichen Tötungsdelikt aus. Ein dringend Tatverdächtiger hat sich nun gestellt. Was bisher bekannt ist.
Der Mann, dessen Leichnam am vergangenen Sonnabend in einem Firmengebäude in Großensiel aufgefunden wurde, ist mit großer Wahrscheinlichkeit Opfer eines Gewaltverbrechens geworden. Das hat am frühen Dienstagnachmittag die Pressestelle der Polizeiinspektion Delmenhorst/Oldenburg-Land/Wesermarsch mitgeteilt. Der mutmaßliche Täter hat sich der Polizei gestellt.
"Nach derzeitigem Stand gehen die Ermittlungsbehörden von einem vorsätzlichen Tötungsdelikt aus", heißt es in der Presseerklärung der Polizei. Das Opfer ist laut der Mitteilung ein 34 Jahre alter Mann aus Oldenburg. Als dringend tatverdächtig gilt ein 62-jähriger Mann, nach dem die Polizei seit dem Wochenende gesucht hatte. In welchem Verhältnis der mutmaßliche Täter zu dem Opfer stand, dazu macht die Polizei keine Angaben.
Ermittlungen zu genauen Hintergründen der Tat dauern an
Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Oldenburg hatte das Amtsgericht Oldenburg einen Haftbefehl gegen den 62-Jährigen erlassen. Am Dienstag stellte sich der Mann freiwillig der Polizei und wurde festgenommen. Der Beschuldigte ist noch am selben Tag dem Haftrichter vorgeführt worden.
Die Polizei Delmenhorst hatte am Montag eine Mordkommission eingerichtet, die die bereits umfangreich eingeleiteten Ermittlungen übernommen und seitdem weiter intensiviert hat, wie es in der Pressemitteilung heißt. Die genauen Hintergründe der Tat sind offenbar noch unklar. Die Ermittlungen zu den Hintergründen dauern an, so die Polizei.
Polizei macht keine Angaben zum Tathergang und zum Tatort
Wie der 34-jährige Oldenburger umgebracht wurde, dazu schweigt sich die Pressestelle aus. Ebenso zum Tatort. Aller Voraussicht nach handelt es sich um ein ehemaliges Möbelhaus an der Großensieler Straße. An dessen Eingangstür klebt jedenfalls ein gelbes, vom Polizeikommissariat Nordenham ausgestelltes Siegel.
Polizei und Staatsanwaltschaft hatten am Sonntag in einer gemeinsamen Presseerklärung mitgeteilt, dass am Sonnabend in dem Firmengebäude in Großensiel eine leblose Person aufgefunden worden sei. Noch in der Nacht zu Sonntag hatte die Polizei die Ermittlungen aufgenommen, Spuren gesichert und erste forensische Untersuchungen vorgenommen. Bereits zu diesem frühen Zeitpunkt hatten die Umstände, unter denen der Tote aufgefunden wurde, Grund zu der Annahme gegeben, dass der Mann Opfer eines Gewaltverbrechens geworden ist. Das hat sich nun bestätigt.
Wie die Polizei überhaupt gewahr geworden ist, dass in dem Firmengebäude in Großensiel ein Leichnam liegt, bleibt unklar. Sie könne dazu aus ermittlungstaktischen Gründen nichts sagen, bat Ronja Weser, Pressesprecherin der Polizeiinspektion, auf Nachfrage der Kreiszeitung um Verständnis.
Von Detlef Glückselig