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In einer schwarz-rot-goldenen Sonderedition (hier die goldene Backbord-Seite) präsentierte sich Sea Lynx am Dienstag den Fotografen. Foto: Koppe
In einer schwarz-rot-goldenen Sonderedition (hier die goldene Backbord-Seite) präsentierte sich Sea Lynx am Dienstag den Fotografen. Foto: Koppe
Hubschrauber-Wechsel

Ende einer Ära in Nordholz: "Sea Lynx" der Marine wird nach 45 Jahren ausgemustert

von Kai Koppe | 04.08.2026 Zuletzt aktualisiert: 05.08.2026 16:34 Uhr

"Ende einer Ära" steht (in englischer Sprache) auf einem Ärmelaufnäher, den Crew-Mitglieder in diesen Tagen an ihren Overalls tragen. Kein falsches Pathos: Die Ausmusterung des Sea-Lynx-Bordhubschraubers stellt tatsächlich eine Zäsur dar.

45 Jahre diente der Sea-Lynx-Helikopter der Marine nicht nur als Waffenträger, sondern auch als fliegende Spürnase oder Transportmittel. Zwar werden die "Luchse" noch bis Ende des Jahres im Einsatz sein. Shooting Star des Marinefliegergeschwaders 5 ist aber längst das Nachfolgemodell - unter der Bezeichnung Sea Tiger bereits 2025 vorgestellt.

Am Dienstag durfte der "Alte" noch einmal richtig glänzen. Anlässlich eines Pressetermins zur bevorstehenden Außerdienststellung präsentierten die Marineflieger einen Sea Lynx in einer Sonderlackierung in den Nationalfarben. Eine Raubkatze mit aufgerissenem Rachen prangt auf beiden Flanken - auf der blauschwarzen Steuerbord- und der in Gold erstrahlenden Backbordseite. Unterbrochen durch eine feuerrote Mittellinie wirkt die Farbgestaltung beinahe wie ein Sinnbild. Für den militärischen Auftrag (U-Boot-Jagd) auf der einen, und für die Rolle des Sea Lynx als von vielen Besatzungen geschätzter Begleiter auf der anderen Seite.

Fregattenkapitän Tabea weiß um die Vorzüge des neuen Hubschraubers. Beim endgültigen Abschied des Sea Lynx würden trotzdem "Tränen rollen", prophezeit sie. Foto: Koppe

Aufbruchstimmung und ein wenig Wehmut

Wehmut sei definitiv mit im Spiel, antwortete Fregattenkapitän Tabea auf eine Frage nach der persönlichen Stimmungslage in Anbetracht des nicht allzu fernen letzten Lynx-Fluges. Dieser Hubschrauber-Typ habe die Marineflieger über Jahrzehnte hinweg geprägt: "Das ist unser absolutes Arbeitstier, immer absolut verlässlich", erklärte die Pilotin und sprach dabei auch die Bedeutung an, die der auch unter seinem Baureihen-Kürzel Mk88 bekannte Helikopter für die Flotte gehabt habe. Ihre Staffel sei eigens für dieses Luftfahrzeugmuster aufgestellt worden, so Tabea weiter. "Sie finden hier Piloten, die seit 25 Jahren dieses System fliegen." Entsprechend emotional werden nach ihren Prognosen die Reaktionen bei einem noch bevorstehenden Abschiedsfestakt Ende September ausfallen. "Bei den harten Kerlen werden da die Tränen rollen!"

Ende einer Ära: Auf ihren Fliegerkombis tragen die Crew-Mitglieder derzeit diesen Ärmel-Patch. Foto: Koppe

Unabhängig von solchen Sentimentalitäten sei im Geschwader eine unglaubliche Aufbruchsstimmung zu spüren. Mit großer Zuversicht - das war am Dienstag von mehreren Seiten her zu hören - blicke man auf das Leistungsvermögen des Nachfolgemodells. Der sehr kompakte Sea Lynx, so Fregattenkapitän Tabea, sei zu klein geworden für die Anforderungen moderner Einsätze. "Wir brauchen diesen Zuwachs an Systemen", sagte die Pilotin. In technischer Hinsicht sei der NH-90 MRFH Sea Tiger (so die offizielle Bezeichnung) seinem Vorgängermodell deutlich überlegen. "Das ist ungefähr so, als würden Sie als Autofahrer von einem Liebhabermodell, sagen wir einmal, von einem guten, älteren Porsche, in einen Tesla steigen."

Seit 45 Jahren ist der Sea Lynx (rechts) bei den Marinefliegern im Einsatz. Ab dem Jahresende wird nur noch mit dem Nachfolgemodell Sea Tiger geflogen werden. Foto: Koppe

Alt und neu nebeneinander 

Alt und neu waren beim vom Marinefliegerkommando anberaumten Medientag übrigens direkt nebeneinander zu betrachten. Zu guter Letzt wurde der vor die Linsen der Fotografen geschobene Sea Tiger (ein erstes Exemplar war im Dezember 2025 in Nordholz gelandet) wieder aufs Vorfeld zurückgezogen. Um Platz zu schaffen für den "Luchs", dessen Rotoren sich Minuten später zu drehen begannen. Die Maschine verharrte einige Sekunden in zehn bis zwanzig Metern Höhe, schwenkte nach rechts und nach links - wie um sich noch einmal von allen Seiten bewundern zu lassen. In einem weiten Bogen entschwand der Helikopter schließlich dem Blickfeld seiner Betrachter.

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Kai Koppe

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Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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