Gemeinderat Nordleda vor großem Umbruch: Nur drei von elf Mitgliedern bleiben
Im Gemeinderat Nordleda steht ein großer Wechsel bevor. Bei der letzten Sitzung der Wahlperiode am Mittwochabend wurden langjährige Mitglieder verabschiedet und für ihren ehrenamtlichen Einsatz geehrt. Nur drei der elf Ratsmitglieder bleiben im Amt.
"Wer sich in der Kommunalpolitik engagiert, investiert viel Zeit, Kraft und Herzblut", betonte Nicole Friedhoff, Vorsitzende des Kreisverbandes des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes und Bürgermeisterin der Gemeinde Wanna. Sie übernahm die Ehrungen der langjährigen Kommunalpolitiker. Besonders herausragend: Uwe Haase (SPD), der dem Nordledaer Rat bereits seit 40 Jahren angehört. Für 22 Jahre Ratsarbeit wurde Ingo Graf ausgezeichnet, für jeweils 20 Jahre Heike Niemann und Hans-Hermann Ropers. Bürgermeister Uwe Blohm erhielt eine Ehrung für 15 Jahre kommunalpolitisches Engagement.
Für sieben Ratsmitglieder hieß es zugleich Abschied nehmen. Uwe Blohm verabschiedete Siegfried Anskeit (zehn Jahre Ratszugehörigkeit), Ingo Graf (22 Jahre), Anette Hein (fünf Jahre), Heike Niemann (mehr als 20 Jahre), Andreas Poit (fünf Jahre), Daniel Postmus (fünf Jahre) und Angelika Weber (sechs Jahre).
Ingo Graf sah nach mehr als zwei Jahrzehnten den richtigen Zeitpunkt gekommen, Platz für "frisches Blut" zu machen. Zugleich appellierte er an die neuen Ratsmitglieder, sich entschieden für die Demokratie und gegen ihre Feinde einzusetzen. Uwe Haase, der dem Rat weiterhin angehören wird, äußerte Sorgen um die politische Bedeutung kleiner Gemeinden. "Als ich anfing mit der Kommunalpolitik, da hatte Nordleda noch eine Stimme", erinnerte er sich.
Bürgermeister Blohm schlug nachdenkliche Töne an
Neben Haase bleiben Bürgermeister Uwe Blohm und Hans-Hermann Ropers (beide CDU) im Rat. In seinem Rückblick auf die vergangenen fünf Jahre schlug Blohm nachdenkliche Töne an. "Die Welt hat sich in diesen fünf Jahren verändert", sagte er mit Blick auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, Donald Trump und die Erfolge der AfD. "Die Demokratie ist in sehr ernster Gefahr."

Für Nordleda zog Blohm eine gemischte Bilanz. Positiv bewertete er die auf den Weg gebrachte Flurbereinigung und die Aufnahme in die Dorfregion Ahlenmoor. Als "sehr negativ" bezeichnete er dagegen den Verlust der örtlichen Schule. Nun gelte es, das Gebäude mit neuem Leben zu füllen. Offen seien zudem das Repowering des Windparks und der geplante Solarpark. Bei Letzterem fehle "nur noch eine Unterschrift".
Die eigentliche Ratsarbeit geriet angesichts der Verabschiedungen beinahe zur Nebensache. Einstimmig beschloss das Gremium die Beteiligung an den Planungskosten für die Dorfentwicklung Ahlenmoor. Ebenfalls einstimmig verabschiedete der Rat den Nachtragshaushalt für 2026 und 2027. Wegen rückläufiger Gewerbesteuereinnahmen wird für 2026 ein Fehlbetrag von rund 776.000 Euro erwartet. Für das Haushaltsjahr 2027 wird dagegen mit einem Jahresüberschuss von 545.900 Euro gerechnet, sodass unter dem Strich für beide Jahre ein Minus von rund 230.000 Euro verbleibt.
Am Donnerstag, 12. November, tritt der neu gewählte (dann nur noch neunköpfige) Nordledaer Gemeinderat erstmals zusammen.
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