Eine Million Euro Sanierung: St.-Nicolai-Kirche in Nordleda feiert Turmeinweihung
Nach einer einjährigen Sanierung erstrahlt der Turm der St.-Nicolai-Kirche in Nordleda im neuen Glanz. Das Turmfest markiert den Abschluss der Arbeiten und bringt den vertrauten Klang der Glocken zurück ins Dorf.
Seit Jahrhunderten prägt der Turm der St.-Nicolai-Kirche die Silhouette Nordledas. Nun steht das Wahrzeichen wieder sicher auf seinem Fundament. Nach rund einem Jahr Bauzeit feierten Kirchengemeinde und Dorfgemeinschaft beim Turmfest am Sonntag (2. August 2026) gemeinsam die Fertigstellung. Vor dem Gottesdienst unter freiem Himmel kamen die Besucher bei Bratwurst und Getränken ins Gespräch.
Begleitet wurde der anschließende Fackelgottesdienst auf dem alten Friedhof vom Posaunenchor Otterndorf. Auch Superintendentin Kerstin Tiemann nahm an den Feierlichkeiten teil.
"Das ist heute ein dankbarer Tag", sagte Pastorin Meike Müller-Bilgenroth, die seit zweieinhalb Jahren in Nordleda tätig ist. Für sie sei die Kirche weit mehr als ein Ort für Gottesdienste. Mit Angeboten wie einem Kinderchor für Kinder ab vier Jahren, einem Glaubensgesprächskreis und Veranstaltungen im Dörphuus wolle die Kirchengemeinde Menschen zusammenbringen. "Kirche ist mehr als ein Verein", betonte sie. Der Turm sei den Menschen "ganz schön wichtig", schließlich sei er von nahezu jedem Winkel des Dorfes zu sehen.


Eine Million Euro Investition
Für Uwe Blohm war die Einweihung ein besonderer Moment. Seit 25 Jahren gehört er dem Kirchenvorstand an, zugleich ist er Bürgermeister der Gemeinde Nordleda. Er habe sich bei dem Amt für Bau- und Kunstpflege dafür eingesetzt, dass der Turm saniert wird.
Besonders bewegend sei der Moment gewesen, als die Glocken nach Abschluss der Arbeiten wieder läuteten. "Erst während ihres Schweigens ist vielen Menschen bewusst geworden, wie sehr ihr Klang zum Dorf gehört", fügt Pastorin Müller-Bilgenroth hinzu.
Rund eine Million Euro wurden in die Sanierung investiert. Die Arbeiten dauerten etwa ein Jahr und waren bundesweit ausgeschrieben worden. Das Mauerwerk des Turms wurde umfassend erneuert. Finanziert wurde das Projekt überwiegend vom Kirchenkreis und der Landeskirche. Einige Restarbeiten - unter anderem an der Beleuchtung - stehen noch aus. Nach Einschätzung der Verantwortlichen ist der Turm nun wieder für die nächsten 100 Jahre gesichert.

Acht Jahrhunderte Geschichte
Die Geschichte der St.-Nicolai-Kirche reicht bis in das Jahr 1200 zurück. Das Gotteshaus wurde auf einer Wurt errichtet. Bereits 1312 ist erstmals ein Pastor urkundlich erwähnt. Der Turm war nach seiner Erbauung rund 70 Meter hoch und diente Schiffen auf der Elbe als weithin sichtbares Seezeichen. Zeitweise war er der höchste Kirchturm im heutigen Landkreis Cuxhaven.
Seine Geschichte verlief jedoch nicht ohne Rückschläge. Im Jahr 1687 brannte der Turm vollständig aus. Die Hitze war so groß, dass die Glocken schmolzen und flüssiges Eisen aus dem Turm lief. Nur mit Mühe konnte verhindert werden, dass das Feuer auf das Kirchenschiff übergriff.
Im Laufe der Jahre geriet der Turm in Schieflage. Bereits in den 1990er-Jahren berichtete die NEZ unter der Überschrift "Der schiefe Turm des Nordens" über das markante Bauwerk, erinnert sich Bürgermeister Blohm. Mit der nun abgeschlossenen Sanierung ist inzwischen der dritte Kirchturm an dieser Stelle für die Zukunft gesichert.
Auch die historische mechanische Turmuhr verrichtet weiterhin ihren Dienst. Sie muss alle drei Tage von Hand aufgezogen werden.
Noch müssen Besucher allerdings auf eine Turmbesteigung verzichten. Tauben haben den Turm als Unterschlupf genutzt. Bevor eine Besichtigung möglich ist, muss die Verschmutzung zunächst beseitigt werden.

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