Nordleda von oben: Katasteramt setzt Drohne für präzise Vermessung ein
Wie ein Adler kreist in diesen Tagen eine Drohne über der Gemeinde Nordleda. Dabei ist das vierrotorige Gerät nicht auf Beute aus, sondern auf Daten. Das Katasteramt nutzt den Flugroboter für die Vermessung von Grundstücken und Geländeoberflächen.
Da schwebt sie also, 120 Meter über dem Boden. Aus dieser Höhe nimmt die Drohne mit dem klangvollen Namen Matrice 300 RTK Luftbilder auf, die ein Computer dann später zu einem 3D-Modell der Landschaft zusammenfügen soll. Das Ergebnis, im Fachjargon Orthofoto genannt, kann sich der Laie so ähnlich wie Satellitenaufnahmen von "Google Maps" vorstellen. "Nur viel genauer", erklärt Markus Hülsen, Drohnenspezialist beim Landesamt für Geoinformationen und Landesvermessung Niedersachsen (LGLN), während er das Fluggerät bei schönstem Wetter über die Felder und Gräben von Nordleda schweben lässt.
Diese Genauigkeit ist wichtig. Das LGLN macht die Aufnahmen im Auftrag des Amtes für regionale Landesentwicklung Lüneburg in Bremerhaven (ArL) für das aktuelle Flurbereinigungsverfahren. Wo sind Wege, wo Gewässer, wo Grundstücksgrenzen? Aus der Luft lassen sich viele Geodaten schneller erfassen als am Boden.

Ein weiterer Vorteil der Begutachtung aus luftiger Höhe: Mitarbeiter müssen weniger Grundstücke zur Vermessung betreten. Außerdem lassen sich die erfassten Daten auch nach der Flurbereinigung auf vielfache Weise nutzen, zum Beispiel, um ein Gefälle zwischen zwei Punkten in der Landschaft zu ermitteln.
Allerdings sind Markus Hülsen und sein Quadrokopter sehr vom Wetter abhängig. Regen und Wind machen die Arbeit schwierig bis unmöglich, auch eine diesige Witterung ist nicht vorteilhaft. "Wir sind Schönwetterflieger", sagt der 29-Jährige.
Kollisionen im Luftraum könnten gefährlich werden
Obwohl das Flugobjekt per Satellit gesteuert wird und sich so Linie für Linie über einen festgelegten Bereich vorarbeitet, ist ein prüfender Blick trotzdem immer notwendig. "Wenn etwa ein Rettungshubschrauber oder Ähnliches kommt", sagt Markus Hülsen, der aus Wanna kommt. Genehmigungen muss sich das Drohnenteam des LGLN bei den Marinefliegern in Nordholz und für die Stromtrassen einholen. Doch nicht nur Kollisionen im Luftraum könnten gefährlich werden, auch bei Start und Landung achten die Mitarbeiter sehr genau darauf, dass sich keine Autos, Radfahrer oder Fußgänger in der Nähe befinden, mit denen die Drohne zusammenstoßen könnte.

Bis zum Ende der Vermessungsarbeiten wird die Drohne bis zu 20.000 Fotos geschossen haben, schätzt Hülsen. Es muss sich übrigens niemand Sorgen machen, dass das eigene Zuhause im Detail auf dem 3D-Modell zu erkennen ist - bevor dieses überhaupt entsteht, werden die Aufnahmen noch einmal akribisch überprüft. "Wir nehmen den Datenschutz sehr ernst", versichert Hülsen. Und auch Radfahrer und Fußgänger haben keinen Gastauftritt im Landschaftsmodell. "Alles, was sich bewegt, rechnet die Drohne automatisch raus."
Das Flurbereinigungsverfahren Nordleda-Oberwettern umfasst eine Fläche von rund 687 Hektar und betrifft etwa 160 Landbesitzer. Das Verfahren verfolgt das Ziel, den ländlichen Raum zu stärken und weiterzuentwickeln, heißt es vom Amt für regionale Landesentwicklung Lüneburg in Bremerhaven. Dies soll durch die Verbesserung der Bewirtschaftungsverhältnisse in der Landwirtschaft sowie den Ausbau der gemeindlichen und touristischen Infrastruktur erreicht werden. Ein wichtiger Aspekt sei die Förderung eines leistungsfähigen Naturhaushaltes, so das ArL.
