Einlasskontrolle auf der Zufahrt zum Versammlungsort der AfD in Nordleda. Foto: Kramp
Einlasskontrolle auf der Zufahrt zum Versammlungsort der AfD in Nordleda. Foto: Kramp
CDU-Mitglied und Gastwirt

Nach AfD-Treffen in seiner Gaststätte: CDU Nordleda trifft Entscheidung zu Wirt Poit

von Wiebke Kramp | 30.03.2026

Die CDU-Fraktion Nordleda hat jetzt entschieden, wie sie mit ihrem Mitglied Andreas Poit verfährt. In seiner Gaststätte "Kiek mol in" hatte eine umstrittene Veranstaltung des AfD-Kreisverbandes stattgefunden.

Der Gastwirt Andreas Poit war mit seinem "Kiek mol in" am Sonnabend, 21. März 2026, Gastgeber einer Veranstaltung des Kreisverbandes Cuxhaven der Alternative für Deutschland (AfD). Das Pikante: Der Gastronom ist für die CDU Ratsmitglied im Gemeinderat Nordleda.

Die CDU-Fraktion Nordleda erklärt am Montag (30. März 2026), dass sie die fraktionelle Zusammenarbeit mit Andreas Poit beendet. Es habe zuvor intensive und konstruktive Gespräche gegeben. "Er hat uns zwar versichert, dass seine Kontakte zur AfD ausschließlich aus wirtschaftlichen Gründen entstanden sind, da er als Gastronom seinen Betrieb sichern muss. Jedoch bestätigte er auf Nachfrage, dass weiterhin Veranstaltungen der AfD in seinem Betrieb nicht ausgeschlossen werden", heißt es in einer Presseerklärung der CDU-Fraktion Nordleda, die cnv-medien.de vorliegt.

In der Nordledaer Gaststätte fand die Veranstaltung des AfD-Kreisverbandes statt. Foto: Kramp

Die Fraktion könne zwar die geschäftlichen Umstände nachvollziehen, "sieht sich aber weiterhin in einer schwierigen Lage, wenn es um Veranstaltungen oder Treffen von Parteien geht, von denen sich die CDU klar distanziert", heißt es abschließend in der Erklärung, die auch mit dem CDU-Kreisverband abgestimmt worden sei.

"Wir haben es uns wirklich nicht leicht gemacht"

Laut CDU-Fraktionssprecher habe es am Freitag und am Montag insgesamt zwei Sitzungen zu dieser Thematik gegeben: "Wir haben es uns wirklich nicht leicht gemacht, um eine Lösung zu finden", versichert Ingo Graf.

Auf der gegenüberliegenden Straßenseite des "Kiek mol in" fand ein Bürgerprotest statt. Foto: Kramp

Die AfD in Niedersachsen wird als extremistischer Verdachtsfall behandelt. Bei der Veranstaltung in Nordleda handelte es sich um eine geschlossene Gesellschaft, Interessenten mussten sich vorher dazu anmelden. Der sogenannte Bürgerdialog mit dem Vortragenden Serge Menga war als Auftakt des Kommunalwahlkampfes deklariert.

Trotz mehrfacher vorheriger Anfrage war eine Anwesenheit der cnv-medien-Redaktion nicht erlaubt worden, und der Gastwirt Andreas Poit bestätigte in einem Telefonat, dass Presse unerwünscht sei. Spontan hatten sich vor dem "Kiek mol in" Einwohner und Kommunalpolitiker zusammengefunden, um ihren Protest kundzutun.

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Wiebke Kramp

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

wkramp@no-spamcuxonline.de

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