Die Fläche des Solarparks ziehe sich vom Schinkelweg (Foto) in Richtung Süden. Foto: Grell
Die Fläche des Solarparks ziehe sich vom Schinkelweg (Foto) in Richtung Süden. Foto: Grell
95 Hektar groß 

Oberndorfer hinterfragt den Bau des Solarparks: "Wieso genau hier?"

15.11.2024

An der Bahntrasse in Wingst soll ein 95 Hektar großer Energiepark entstehen. Der Oberndorfer Robert Müller (Name von der Redaktion geändert) hat jedoch viele offene Fragen. Er wohnt in der Nähe der Fläche und die Pläne sind für ihn nicht sinnvoll.

Für Robert Müller stellt sich vor allem die Frage: "Warum muss der Solarpark genau hier entstehen?". Der Oberndorfer sei keinesfalls ein Gegner von Solaranlagen, doch für ihn stehen viele Fragen im Raum. Einige davon habe selbst das für den Bau verantwortliche Unternehmen SwissREnergy nicht beantworten können.

Die Fläche des Solarparks ziehe sich laut Müller entlang der Bahnlinie vom Schinkelweg in Richtung Süden, mit einer Länge von 200 und einer Breite von 500 Metern. "Weshalb wird hier solch eine große Fläche benötigt? Und wo soll der Strom hinfließen?", fragt sich der Bewohner. Mittlerweile steht fest, dass der erzeugte Strom in das Energienetz eingespeist werden soll. Müller ist sich jedoch sicher, dass vor Ort längst nicht so viel Strom benötigt wird, wie die Solaranlage später produzieren wird. Zudem gebe es keinen Speicherort für die überschüssige Energie. Auf der Informationsveranstaltung für die Anwohner wirkte das Auftreten von SwissREnergy sehr unprofessionell, wie Robert Müller es beschreibt.

Zahlreiche Fragen, auf die es keine Antworten gab

Für den Oberndorfer fing es schon damit an, dass die Einladung zu der Info-Veranstaltung einfach auf einem unscheinbaren DIN-A4-Zettel im Briefkasten gelandet sei. Weiter ging es mit der Veranstaltung an sich. "Es gab kein Material für die Anwesenden und das Auftreten von den Vertretern des Unternehmens war sehr merkwürdig. Das kam mir alles komisch vor", erinnert sich Müller. 

Auch als jemand fragte, inwiefern denn der Wildwechsel berücksichtigt wird, hätten die Vertreter nur gesagt: "Wir kümmern uns darum". Für die Wildtiere habe der Bau des Solarfeldes laut Müller nämlich einige Nachteile. Denn die Solaranlage solle rundherum mit einem Zaun versehen werden. So habe das Wild kaum eine Möglichkeit, seine gewohnten Wege zu gehen. "Die Tiere können ja nicht einfach den Bahnübergang nutzen. Sie müssten außen herumgehen", ist der Oberndorfer in Sorge. Zudem seien vor Ort auch viele Feldhasen und Schleiereulen, die durch das Solarfeld gestört werden würden. 

Zudem sorgte das Thema Sichtschutz für viele Fragezeichen in der Runde. "Es wurde von einem Einwohner gefragt, welche Pflanzen denn für die Sichtschutz-Hecke genutzt werden sollen. Doch darauf gab es auch keine vernünftige Antwort. Denn die Firma hat sich darüber noch gar keine Gedanken gemacht", erzählt Müller. Doch nicht nur die Tiere vor Ort, sondern auch die Fläche an sich und die Größe der Anlage besorgen den Oberndorfer. 

Die Größe sollte nicht unterschätzt werden

Vor allem der Standort löst bei Robert Müller Unverständnis aus. "Wir wissen doch alle selbst am besten, dass wir hier das gesamte Jahr über nicht viel Sonne haben. Warum muss die Anlage also unbedingt hier stehen?", ist der Oberndorfer skeptisch. 

Hinzukommt, dass der Deutsche Bauernverband laut Müller fordert, dass vorrangig Gebäude und Konversionsflächen (ehemals genutzte, brachliegende Flächen) für den Photovoltaikausbau genutzt werden sollen. Bei den Flächen vor Ort ist jedoch deutlich zu erkennen, dass sie nicht brachliegen und aktuell für den Ackerbau genutzt werden. Hier wurden die Verantwortlichen jedoch aktiv und beantragten bei der Samtgemeinde Land Hadeln das Aufstellungsverfahren der Änderung des Teilflächennutzungsplanes Am Dobrock - SO "Solarpark Voigtding". 

Neben der Flächennutzung sieht Robert Müller die Größe der Anlage als "problematisch" an. Er hofft auf weitere Stimmen von Anwohnern: "Noch ist es für viele in Ordnung, dass die Anlage gebaut wird. Doch diese soll immerhin drei Meter hoch werden. Ich bin mir sicher, dass erst weitere Beschwerden kommen, wenn die Anlage gebaut ist, doch dann ist es schon zu spät. Ich bin nach wie vor nicht gegen die Solarenergie, doch für mich ergibt es keinen Sinn, dass die Anlage in dieser Größe hier gebaut wird." 

Entlang der Bahntrasse sollen die Solarzellen stehen. Foto: Grell

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