Das Tachymeter misst präzise Strecken und Winkel: Markus Hülsen (v.l., Fachexperte Drohne), Peter Alpers (Leitung Regionaldirektion Otterndorf), Madelaine Repschies (Dezernatsleiter 3.1. Otterndorf), Francesca Dock (Dezernentin Organisation), René Jacobsen (Dezernatsleiter 4 Werteermittlung und Bodenordnung) präsentieren Technik und Wissen aus erster Hand. Foto: Tonn
Das Tachymeter misst präzise Strecken und Winkel: Markus Hülsen (v.l., Fachexperte Drohne), Peter Alpers (Leitung Regionaldirektion Otterndorf), Madelaine Repschies (Dezernatsleiter 3.1. Otterndorf), Francesca Dock (Dezernentin Organisation), René Jacobsen (Dezernatsleiter 4 Werteermittlung und Bodenordnung) präsentieren Technik und Wissen aus erster Hand. Foto: Tonn
Tag der offenen Tür

150 Jahre Katasteramt Otterndorf: Drohnen und Geodaten im Fokus

27.04.2026

Das Katasteramt Otterndorf feiert 150 Jahre Präzision und Innovation mit einem spannenden Einblick in die Nutzung von Drohnentechnologie und Geodatenmanagement. Ein Tag voller Geschichte, Zukunft und Vernetzung.

Das Katasteramt der Regionaldirektion Otterndorf des Landesamts für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen feierte am Sonntag (26. April 2026) sein 150-jähriges Bestehen mit einem feierlichen Jubiläumsempfang sowie einem gut besuchten Tag der offenen Tür. Zahlreiche Gäste aus Verwaltung, Politik und Fachwelt folgten der Einladung und nutzten die Gelegenheit, sich umfassend über die Arbeit und die Zukunftsperspektiven der Behörde zu informieren.

Die Leiterin des Katasteramtes, Madelaine Repschies, zeichnete in ihrer Ansprache die wechselvolle Geschichte der Einrichtung nach. Besonders hob sie hervor, dass über viele Jahrzehnte hinweg immer wieder um den Standort gerungen wurde. Nach der Gründung im Jahr 1886 in Otterndorf war das Amt zeitweise in Neuhaus/Oste ansässig, bevor es über Stationen wie das Schloss Ritzebüttel schließlich an seinen Ursprungsort zurückkehrte. Gleichzeitig betonte sie die zentrale Rolle des Katasters im Alltag: Die Arbeit sei eng mit Bürgern, Kommunen und anderen Behörden vernetzt und gehe weit über die reine Flurstücksvermessung hinaus.

150 Jahre Katasteramt Otterndorf werden gefeiert: ein Blick zurück auf Geschichte - und nach vorn in die moderne Vermessungstechnik. Foto: Tonn

Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen mehrere Fachvorträge, die eindrucksvoll zeigten, wie stark sich das Aufgabenfeld in den vergangenen Jahren gewandelt hat. Besonders großes Interesse fanden die Einblicke in den Einsatz moderner Drohnentechnologie, etwa bei der Vermessung im Rahmen von Flurbereinigungsverfahren, bei denen selbst kleinste Strukturen präzise erfasst werden können. Auch die Arbeit des Gutachterausschusses wurde anschaulich erläutert, insbesondere die Bedeutung von Bodenrichtwerten und Verkehrswertgutachten für den Immobilienmarkt.

Durch Drohnenvermessung aus allen Perspektiven sichtbar: die denkmalgeschützte, um 1200 erbaute Kirche St. Nicolai in Nordleda. Foto: Tonn

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Geodatenmanagement. Dabei wurde deutlich, wie vielseitig Geodaten heute genutzt werden - von klassischen Kartenprodukten bis hin zu hochauflösenden 3D-Modellen von Landschaften und Bauwerken. In diesem Zusammenhang spielt auch das Thema "Open Data" eine immer größere Rolle: Frei verfügbare Geodaten wie digitale Luftbilder, Gelände- und Oberflächenmodelle oder 3D-Gebäudemodelle eröffnen neue Möglichkeiten für Wirtschaft, Verwaltung und private Anwender.

Zukunftsweisend präsentierte sich zudem der Ansatz des "digitalen Zwillings", also einer realitätsnahen, dreidimensionalen Abbildung der Umwelt. Anhand konkreter Beispiele, etwa einer Simulation eines Stauwehrs in Bremervörde, wurde das Potenzial dieser Technologie verdeutlicht. Ergänzend dazu arbeitet das Amt an der Entwicklung und Anwendung von KI-Modellen, mit deren Hilfe beispielsweise Gebäude automatisch erkannt oder versiegelte Flächen identifiziert werden können.

Beim Tag der offenen Tür konnten Besucherinnen und Besucher die verschiedenen Aufgabenbereiche hautnah erleben. Im Kundenzentrum stand der direkte Austausch im Vordergrund, während am Stand des Gutachterausschusses praxisnah erklärt wurde, wie Immobilienwerte ermittelt werden.

Ein besonderes Highlight war die Präsentation eines Messbusses sowie moderner Vermessungsgeräte, die die technische Entwicklung des Vermessungswesens eindrucksvoll veranschaulichten. Auch für die jüngsten Gäste wurde einiges geboten: Mit Glücksrad, Hüpfburg und verschiedenen Geschicklichkeitsspielen kam keine Langeweile auf.

Von Joachim Tonn

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