Neues Dach für Stadthalle Otterndorf für 635.000 Euro: Wer die vier Aufträge erhält
Die Teilsanierung der Stadthalle in Otterndorf (Samtgemeinde Land Hadeln) verspricht mehr als nur ein neues Dach. Die geplanten Maßnahmen könnten die altehrwürdige Halle in ein modernes Schmuckstück verwandeln, dabei Budgets und Erwartungen sprengen.
Fast ein halbes Jahrhundert hat die Stadthalle Hadeln auf dem Buckel. 1978 gebaut, immer wieder geflickt und angepasst, steht die gute Seele der Medemstadt nun vor ihrer bislang größten Frischzellenkur. Der Bauausschuss der Samtgemeinde Land Hadeln hat jetzt unter Vorsitz von Karsten Lehmann grünes Licht gegeben: Vier Aufträge für die Teilsanierung wurden in der Sitzung vom Donnerstag (23. April 2026) einstimmig zur Vergabe empfohlen. Das Volumen allein dieser vier Gewerke beläuft sich auf gut 635.000 Euro.
Neues Leben unter dem alten Dach
Den größten Brocken schnappt sich die Cuxhavener Firma Dachdeckermeister Sowade: Sie saniert das Dach und begrünt es zugleich. Knapp 310.000 Euro sind dafür veranschlagt, rund ein Viertel weniger als ursprünglich geschätzt. Dass ein Gründach vorgesehen ist, hat dabei einen handfesten Grund. Der Leiter der Bauverwaltung, Olaf Johannsen, erklärte dem Ausschuss: "Wir haben hier ein Gründach vorgesehen, weil dies auch ein Grund war, dass wir die Förderung bekommen haben." Ob auf dem Dach auch Fotovoltaik Platz finden könnte, wurde aus dem Gremium gefragt. Die Antwort war klar: Die Statik lasse es nicht zu, und die starke Beschattung durch Bäume mache eine Anlage auch an der Fassade unwirtschaftlich.

Stahl, Holz und neues Licht
Bevor die Dachdecker ans Werk gehen können, muss die Statik stimmen. Die heimische Firma Witte Stahl- und Metallbau aus Otterndorf errichtet dazu im Gerätelager und in den Umkleideräumen Stahlkonstruktionen, die künftig die Dachlast abfangen. Auftragssumme: knapp 48.000 Euro, rund 21 Prozent unter der Kostenschätzung. Lehmann kommentierte die Vergabe an das ortsansässige Unternehmen trocken: "Das ist auch eine schöne heimische Firma.”
Die Wananer Firma Lorenz Holzbau übernimmt die Trockenbau- und Tischlerarbeiten für rund 78.500 Euro. Decken werden demontiert, Wandelemente feuerhemmend ausgebaut, Raumaufteilungen verändert. Und weil eine Halle ohne gutes Licht nur halb so viel taugt: Die gesamte Beleuchtungsanlage der Mehrzweckhalle sowie der Nebenräume wird erneuert, ebenso die Sicherheitsbeleuchtung und die Hauptverteilung. Den Elektroauftrag im Wert von knapp 200.000 Euro erhält die Firma OHJ Elektro- und Kommunikationstechnik aus Ebersdorf, fast 30 Prozent unter der Kostenschätzung.

Ein Millionenprojekt mit offenem Ausgang
Dass die Angebote durchweg weit unter den Kostenschätzungen lagen, rief im Ausschuss auch nachdenkliche Fragen hervor. Denn die Förderung aus dem KLARA-Programm ist nicht als feste Summe, sondern anteilig angelegt. Wer weniger ausgibt, bekommt auch weniger Förderung. Johannsen dämpfte allzu große Euphorie: "Wir bauen komplett im Bestand. Es können noch Überraschungen kommen.” Gerade in den Umkleideräumen und Geräteräumen sei noch nicht alles einsehbar gewesen. Unvorhergesehene Mehrkosten seien jedoch in der Fördermaßnahme grundsätzlich abgedeckt. Sein Fazit: "Mit dem Budget, das wir letztlich insgesamt haben, sollten wir eigentlich relativ gut klarkommen.”
Für die Gesamtsanierung stellt die Samtgemeinde Land Hadeln 1,275 Millionen Euro bereit, eine Million davon aus dem KLARA-Förderprogramm des Landes. Endgültig beschlossen werden die Vergaben am 27. April im Samtgemeindeausschuss. Dann kann die Stadthalle Hadeln, bekannt nicht zuletzt als Heimstätte des Rockfestivals "Hadeln Rocks!", in ihre nächsten Jahrzehnte starten.