Die Koordinatorinnen und Ehrenamtlichen der Hospizgruppe Land Hadeln. Auf der Trost- und Trauerbank in Otterndorf finden trauernde Menschen Unterstützung und ein offenes Ohr. Foto: Brettschneider
Die Koordinatorinnen und Ehrenamtlichen der Hospizgruppe Land Hadeln. Auf der Trost- und Trauerbank in Otterndorf finden trauernde Menschen Unterstützung und ein offenes Ohr. Foto: Brettschneider
Hilfe in schweren Zeiten

Auf dem Otterndorfer Friedhof wird aus einer Bank ein Ort für Trost und Hoffnung

von Bengta Brettschneider | 07.05.2026

Die Trost- und Trauerbank auf dem evangelischen Friedhof in Otterndorf schafft Raum für Gespräche, Erinnerungen und Schweigen. Ehrenamtliche der Hospizgruppe Land Hadeln begleiten dort Menschen in Trauer und schweren Lebensphasen.

Die Trost- und Trauerbank auf dem evangelischen Friedhof in Otterndorf ist längst mehr als nur eine Sitzbank. Seit ihrer Einweihung am 1. April 2022 bietet sie Menschen einen geschützten Ort für Gespräche, Erinnerungen und stille Momente. Von Mai bis Oktober sind dort jeden Mittwoch von 15 bis 16 Uhr ehrenamtliche Begleiter der Hospizgruppe Land Hadeln anzutreffen.

Direkt neben der Kapelle gelegen, lädt die Bank zum Innehalten ein. Vor ihr beginnt derzeit das Blumenrondell zu blühen, das regelmäßig von der Friedhofsverwaltung gepflegt wird. Selbst schlechtes Wetter hält die Ehrenamtlichen nicht ab. "Wir lassen uns auch nicht vom Wetter abhalten", sagt Ilse Tiedemann. Regen- und Sonnenschirme stehen bereit.

Trauerbegleitung beginnt oft mit kleinen Gesprächen

Viele Menschen würden zunächst zögern, sich dazuzusetzen, berichten die Ehrenamtlichen. Doch wenn das Eis gebrochen sei, entstünden häufig intensive Gespräche.

Die Hospizgruppe Land Hadeln bietet kostenfreie Begleitung an - unabhängig von Herkunft, Nationalität, Konfession oder Weltanschauung. Gegründet wurde der Verein bereits 1999.

2017 wurde dann ein Trauercafé eröffnet. Später kamen Trauerspaziergänge und gemeinsames Kochen mit Trauernden hinzu. "Menschen öffnen sich eher, wenn sie etwas tun", erklärt Koordinatorin Birgit Meyer.

Ein Ort der Ruhe und Hoffnung: Die Trost- und Trauerbank auf dem Otterndorfer Friedhof bietet Raum für Gespräche und stille Momente der Erinnerung. Foto: Hospizgruppe Land Hadeln

Ehrenamtliche begleiten Menschen bis zuletzt

Insgesamt wurden bislang elf Trauerbegleiter und 42 Sterbebegleiter ausgebildet. Viele Ehrenamtliche engagieren sich bereits seit mehr als zehn Jahren. Zu ihnen gehören unter anderem Maria Müller, Brigitte Haase und Ilse Tiedemann.

Birgit Meyer ist Koordinatorin der Hospizgruppe seit 2014. Seit Februar 2026 unterstützt außerdem Feeke Weinert-Färber den Verein. Beide arbeiteten zuvor als Palliativ-Krankenschwestern.

Für Weinert-Färber beschreibt der Begriff "Sterbebegleitung" die Arbeit nur unzureichend. "Eigentlich müsste es Lebensbegleitung heißen. Das Leben geht doch bis zum Schluss", sagt sie.

Gesprächscafés in Hemmoor und Otterndorf

Die Ehrenamtlichen begleiten Menschen zuhause, im Krankenhaus oder im Pflegeheim. Alle acht Wochen treffen sie sich zur Supervision, um über ihre Erfahrungen zu sprechen. Viele Angehörige seien dankbar, in den letzten Stunden eines Menschen nicht allein zu sein.

Das Gesprächscafé in Hemmoor findet jeweils am ersten Sonntag eines ungeraden Monats von 15 bis 17 Uhr in den Räumen der evangelischen Kirchengemeinde Basbeck, Kirchweg 15, statt. In Otterndorf trifft sich das Gesprächscafé am ersten Sonntag eines geraden Monats von 15 bis 17 Uhr in den Räumen der Hospizgruppe an der Cuxhavener Straße 5.

Die Hospizgruppe Land Hadeln ist montags von 16 bis 18 Uhr sowie dienstags und donnerstags von 10 bis 12 Uhr unter Telefon (0 47 51) 90 01 90 und per E-Mail an info@hospizgruppe-land-hadeln.de erreichbar.

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Bengta Brettschneider

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