Das Amtsgericht in Otterndorf: Schauplatz der Verhandlung nach einem eskalierten Fußballturnier in Cadenberge, bei dem Alkohol und Provokationen eine entscheidende Rolle spielten. Foto: Werder
Das Amtsgericht in Otterndorf: Schauplatz der Verhandlung nach einem eskalierten Fußballturnier in Cadenberge, bei dem Alkohol und Provokationen eine entscheidende Rolle spielten. Foto: Werder
Alkohol und Provokationen

Fußballturnier in Cadenberge eskaliert: 23-Jähriger vor Gericht

von Christian Mangels | 18.07.2026

Bei einem Fußballturnier in Cadenberge kam es im Dezember 2025 zu einem handfesten Streit. Nun stand ein 23-jähriger Mann aus dem Ort wegen Körperverletzung vor dem Amtsgericht Otterndorf. Auch erheblicher Alkoholkonsum spielte dabei eine Rolle.

Eigentlich sollte es ein fröhlicher Freundschaftskick zwischen Fußballmannschaften aus dem Cuxland werden. Auch das eine oder andere alkoholische Getränk gehörte zu dem geselligen Abend. Doch im Laufe des Turniers in Cadenberge kippte die Stimmung. Zwischen rivalisierenden Anhängern aus Geversdorf und Cadenberge kam es zunächst zu Pöbeleien und Provokationen, später auch zu Gewaltandrohungen. Auch Mitglieder einer Cuxhavener Mannschaft sollen an dem Konflikt beteiligt gewesen sein. Schließlich eskalierte der Streit in einer handfesten Auseinandersetzung zwischen einem 23-jährigen Cadenberger und einem 19-jährigen Geversdorfer - eine Körperverletzung, die am Donnerstag vor dem Otterndorfer Amtsgericht verhandelt wurde.

Die Anklage wirft dem 23-Jährigen vor, den jüngeren Mann am Kragen gepackt und eine Treppe hinuntergestoßen zu haben. Danach soll er ihm auf den Hinterkopf geschlagen haben. Diesen Schlag räumte der Angeklagte ein. Dass er den 19-Jährigen zuvor gestoßen habe, wies er dagegen entschieden zurück. "Hier wurde keiner geschubst", sagte er. Der ohne Anwalt erschienene Mann gab zugleich offen zu, an jenem Abend viel Alkohol getrunken zu haben. "Ich war auf jeden Fall betrunken." Die gegenseitigen Provokationen hätten die Situation immer weiter angeheizt, bis der Streit aus dem Ruder gelaufen sei.

Geversdorfer hat als Fahrer keinen Alkohol getrunken

Der Geschädigte, der als Zeuge vor dem Otterndorfer Amtsgericht auftrat, schilderte die Situation anders. Er habe an dem Abend keinen Streit gesucht und als Fahrer keinen Alkohol getrunken. "Ich bin nicht der Typ, der Gewalt sucht", sagte der 19-Jährige. Er habe mehrfach deutlich gemacht, dass er sich auf keine Auseinandersetzung einlassen wolle. "Ich habe immer wieder gesagt: ,Ich will nicht.‘"

Dennoch sei es später auf dem Parkplatz erneut zu einer Konfrontation gekommen. Weshalb sich der Ärger ausgerechnet gegen ihn gerichtet habe, könne er sich nicht erklären. Den Angeklagten kenne er kaum. "Es hätte auch jeden anderen Geversdorfer treffen können", sagte der Zeuge.

Nach dem Schlag sei ihm schwindelig gewesen, am folgenden Tag habe er unter Kopfschmerzen gelitten. Auch heute beschäftige ihn der Vorfall noch. Wenn er durch Cadenberge gehe, habe er Angst, dass erneut etwas passieren könnte.

Der Angeklagte entschuldigte sich bei dem 19-Jährigen und versicherte ihm, dass er künftig keine Angst vor ihm haben müsse. Der Vorfall tue ihm leid, und eine weitere Auseinandersetzung werde es nicht geben.

Gegen die Zahlung von 300 Euro an den 19-jährigen Geversdorfer stellte das Gericht das Verfahren nach Paragraf 153a der Strafprozessordnung ein. Richterin Sabine Deutschmann appellierte an den Cadenberger, künftig beim Sport auf Alkohol zu verzichten. Dies solle er auch seinen Fußballkameraden nahelegen.

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Christian Mangels

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