Auf Entdeckungstour: Kinder erleben die Geschichte Otterndorfs hautnah bei einem spannenden Stadtrundgang im Rahmen des Ferienprojekts. Foto: Landkreis Cuxhaven
Auf Entdeckungstour: Kinder erleben die Geschichte Otterndorfs hautnah bei einem spannenden Stadtrundgang im Rahmen des Ferienprojekts. Foto: Landkreis Cuxhaven
Auf Entdeckungsreise

Mit Kunst auf Zeitreise gehen: 70 Kinder erleben Geschichte in Otterndorf

von Redaktion | 14.07.2026

In Otterndorf erleben mehr als 70 Kinder aus den Samtgemeinden Hemmoor und Hadeln Geschichte, Natur und moderne Kunst. Das Ferienprojekt verbindet Museumsbesuche, Kreativität und Heimatgeschichte zu einem abwechslungsreichen Sommerprogramm.

Wie lebten die Menschen vor 800 Jahren an der Nordsee? Welche Bedeutung hatten Sturmfluten für das Leben an der Küste? Und wie lässt sich moderne Kunst entdecken und verstehen? Antworten auf diese Fragen finden in den Sommerferien mehr als 70 Kinder aus den Samtgemeinden Hemmoor und Hadeln bei einem besonderen Museumsprojekt in Otterndorf.

Vom 6. bis 17. Juli laden das Archiv des Landkreises Cuxhaven, das Kranichhaus-Museum und das Museum gegenstandsfreier Kunst gemeinsam mit den Samtgemeinden Hemmoor und Hadeln zu einem zweiwöchigen Ganztags-Ferienprogramm für Kinder im Alter von sechs bis elf Jahren ein. Ermöglicht wird das Projekt durch eine Förderung von mehr als 8000 Euro aus dem Bundesprogramm "Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung", das vom Deutschen Museumsbund umgesetzt wird.

Ziel des Ferienprojekts ist es, Kindern ihre Heimat auf neue und spannende Weise näherzubringen. Auf abwechslungsreichen Exkursionen entdecken sie die Geschichte der Region und erfahren, wie die Menschen seit dem Mittelalter unter wechselnden Landesherren an der Nordseeküste, im Land Hadeln, in den Moorgebieten und in der Stadt Otterndorf lebten und arbeiteten. Gleichzeitig setzen sie sich mit moderner Kunst auseinander und entwickeln daraus eigene kreative Ideen für eine Ausstellung und eine Theaterproduktion.

Geschichte kreativ erleben

Begleitet wird das Projekt von den Kunstpädagoginnen Marita Schlicker-Rennebeck und Kirstin von Glasow. Gemeinsam mit den Kindern entstehen Familienwappen, Stadtplan-Mobiles, Muschelmedaillons, Skulpturen sowie ein Kunstprojekt zum Thema Moor. Darüber hinaus führen die Kinder eigene Interviews, studieren eine Schattentheater-Präsentation ein und gestalten eine Ausstellung, in der sie ihre Erlebnisse, Erkenntnisse und Kunstwerke präsentieren.

Zu den Programmhöhepunkten zählt ein Stadtrundgang durch Otterndorf mit dem Utröper Jürgen Schwanemann. Außerdem besuchen die Kinder das Museum Windstärke 10 sowie gemeinsam mit Museumsdirektor Wilko Austermann das Museum gegenstandsfreier Kunst und den Skulpturenpark. Im Kranichhaus führt Museumsleiterin und Kreisarchivarin Julia Kuhnt die Kinder gemeinsam mit Marlies Putzig in die Geschichte Otterndorfs und des historischen Bürgerhauses ein und vermittelt anschaulich, wie die Menschen früher lebten und ihren Alltag gestalteten. Bei einer Wattführung mit Hermann Kleist sowie einem Besuch im Mooriz erleben die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer hautnah, welche Bedeutung Moor, Sturmfluten, Ebbe und Flut für das Leben an der Küste hatten und wie eng das Schicksal der Menschen seit Jahrhunderten mit den Kräften der Natur verbunden ist.

Ausstellung als Abschluss

Den Abschluss des Ferienprojekts bildet die öffentliche Ausstellungseröffnung am Donnerstag, 17. Juli, um 13.30 Uhr im Kranichhaus in Otterndorf. Gemeinsam mit den Samtgemeindebürgermeistern Frank Thielebeule (Hadeln) und Jan Tiedemann (Hemmoor) sowie dem Ersten Kreisrat Friedhelm Ottens eröffnen die jungen Künstlerinnen und Künstler ihre Ausstellung und präsentieren eine Schattentheater-Aufführung.

Alle Eltern, Familien, Freunde sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, die Ergebnisse des Ferienprojekts zu entdecken. Die Ausstellung macht sichtbar, wie Kinder Geschichte, regionale Identität, Natur und moderne Kunst mit Fantasie, Kreativität und Begeisterung miteinander verbinden. Das gemeinsame Projekt zeigt eindrucksvoll, wie kulturelle Bildung historische, künstlerische und ökologische Themen miteinander verknüpft und Kindern neue Zugänge zu ihrer Heimat eröffnet.

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