Diese jungen Liberianer begeisterten mit Rap-Vorführungen und bewegenden Worten.
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Berührende Veranstaltung

"Garten der Hoffnung": Wie Geflüchtete in Otterndorf einen sicheren Ort finden

von Wiebke Kramp | 04.12.2025

Im "Garten der Hoffnung" in Otterndorf treffen sich Geflüchtete und Unterstützer. Es ist ein Ort der Begegnung und Zuversicht. Eine berührende Veranstaltung zeigt die Bedeutung des Gartens.

Dass der "Garten der Hoffnung" in Otterndorf seinem Namen alle Ehre macht, wurde an diesem Abend in der Stadtscheune Otterndorf deutlich. Dort wurde vermittelt, welch hohen Stellenwert dieser Treffpunkt besitzt. In diesem Gemeinschaftsgarten hinterm Friedhof in Otterndorf ackern seit acht Jahren Geflüchtete gemeinsam mit ihren Unterstützern aus Land Hadeln und machen ihn zu einem blühenden Ort der Begegnung - oder wie es Dumas Narvaez Celes aus Kolumbien formulierte: "Für uns ist der Garten ein sicherer Ort, wo wir Ruhe finden." Man lerne dort, Deutsch zu sprechen, bekomme viel Hilfe und komme mit Freunden zusammen.

Migrantinnen und Migranten aus verschiedenen Ländern, die im "Garten der Hoffnung" einen gemeinsamen Ort gefunden haben, stellten auf berührende Weise ihre Schicksale, ihre Sehnsüchte, ihre Träume, ihre Ängste und ihre Erwartungen dar.

Die Geflüchteten verschiedener Nationalitäten gaben Einblicke in ihre Gefühlswelt. Das Team um Maria Jarowoy, Dr. Gisela Penteker, Hermann Kleist, Elina Sieber und Siegfried Anskeit sowie weitere Unterstützer verschaffte ihnen an diesem Abend den Raum, sich zu präsentieren. Da sang Eugenie Abo von der Elfenbeinküste bewegende Lieder in ihrer Heimatsprache, Stephen Ndayishimiye aus Burundi trug selbstverfasste Gedichte vor oder Calvin Brown aus Liberia rappte gemeinsam mit Freunden. Moderiert wurde die Veranstaltung von Yuderly Villareal aus Kolumbien.

Live-Auftritte und Film-Sequenzen

Die Live-Auftritte wechselten sich mit Filmbeiträgen ab. Das internationale Filmteam mit Xiaoxue Li, Kirstin von Glasow,  Gabriela Cuartas Guerrero, Stephen Ndayishimiye, Helen Krebs, Christian Anskeit, Yuderly Ibanez Villareal, Dumas Johan Narvaez Celis, Omid Popalzai und Mahdi Aminizada stellte sowohl die Arbeit und die Zusammentreffen im Garten dar, nahm aber auch Bezug auf die Schicksale, die die Menschen zur Flucht bewegt hatten, denen der "Garten der Hoffnung" Zuflucht bietet. Aber nicht sämtliche Hoffnung erfüllt sich. Auch dies wurde auf der Veranstaltung deutlich. Alpha Konneh aus Liberia zeigte im Filminterview Zuversicht auf eine Zukunft in Deutschland. Er hatte nicht nur die deutsche Sprache fleißig gelernt, sondern sogar eine Ausbildungsstelle als Autolackierer in Aussicht. Aber er konnte die Stelle nicht antreten, weil die Ausländerbehörde es ablehnte. Sein Asylantrag wurde abgelehnt, weil er seine Identität nicht nachweisen konnte. Die Angst, ausgewiesen zu werden, ist bei Geflüchteten allgegenwärtig: "Wir leben mit der Angst, dass wir Deutschland verlassen müssen, obwohl wir uns angestrengt haben", sagte ein junger Liberianer.

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Wiebke Kramp

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Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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