Gospelvoices Hildesheim begeistern in St.-Severi-Kirche Otterndorf: "Kommen wieder"
Mitreißende Stimmen und eine einzigartige Atmosphäre füllten die St.-Severi-Kirche in Otterndorf, als die Gospelvoices Hildesheim mit energiegeladenen Rhythmen und gefühlvollen Klängen das Publikum in ihren Bann zogen.
Mitreißende Stimmen, warme Klänge und eine besondere Atmosphäre erfüllten die altehrwürdige St.-Severi-Kirche, als die Gospelvoices Hildesheim im Rahmen ihrer Chorreise Station in Otterndorf machten. Schon vor Beginn lag eine spürbare Vorfreude in der Luft. Menschen von der Elbe bis ins Hinterland waren gekommen, um sich von Musik tragen zu lassen.
Schon mit den ersten Klängen breitete sich jene besondere Stimmung aus, die Gospel so unverwechselbar macht. Kraftvolle Passagen wechselten sich mit leisen, gefühlvollen Momenten ab, in denen die Zeit beinahe stillzustehen schien. Die Stimmen verschmolzen zu einem harmonischen Klang, der den gesamten Kirchenraum erfüllte. Immer wieder wurde spürbar, mit welcher Hingabe die Sängerinnen und Sänger in ihren augenfälligen Kutten ihre Musik lebten, und wie sich diese Begeisterung auf das Publikum übertrug.
Vielfalt war Programm: "Hail Holy Queen" aus dem Film "Sister Act" zeigte energiegeladene Momente voller Rhythmus und Freude. Ganz anders, leise und berührend, erklang "Your Love", das eine nachdenkliche Atmosphäre schuf. Kraftvoll und treibend präsentierte sich das südafrikanische "Ndibambe" ("Halte mich, Herr, in Deiner Hand"), das mit seiner Innigkeit berührte.
Gerade in der besonderen Kulisse des voll besetzten Bauerndomes, dessen Geschichte auf das zwölfte Jahrhundert zurückgeht, entfalteten die Lieder ihre ganze Wirkung. Das Zusammenspiel aus Raum, Klang und Emotion sorgte für Gänsehautmomente. Zwischen den Stücken blieb Raum für leise Zwischentöne, für ein Lächeln, ein Innehalten und für das Gefühl, Teil eines gemeinsamen Erlebnisses zu sein. Treibende Kraft an den Tasten war Tatjana Stepanova aus der Ukraine, während sich Chormanagerin Katja Ruppel für die Moderatorin verantwortlich zeichnete. Motivierend und mit vollem Einsatz leitete Christian Wolf den Chor - von einfühlsamen Balladen bis hin zu kraftvollen Stücken.

Der 42-köpfige Chor zeigte sich begeistert von seinem Aufenthalt in der Medemstadt: Lina ist mit 18 Jahren die Jüngste, Gesine mit 85 das älteste Mitglied. "Unsere Gemeinschaft ist rundum stimmig, Otterndorf ein bezaubernder Ort. Wir waren jeden Tag Fischbrötchen essen und das Publikum hier ist einfach klasse. Wir kommen wieder", lautete das Versprechen aus den Chor-Reihen.
Zum Abschluss gab's ein besonderes Bonbon: Mit "Ongoing Praise" präsentierte der Chor eine frisch einstudierte Extrazugabe und zugleich eine Premiere. "Es klingt leicht, aber der Teufel steckt im Detail", erklärte der stellvertretende Vorsitzende Burkhard Leicht schmunzelnd. Der Applaus und die Rufe nach Zugaben zeigten, wie sehr das Konzert begeistert hatte. Es waren aber auch die vielen kleinen Gespräche danach, das zufriedene Lächeln auf den Gesichtern und die Leichtigkeit, mit der die Besucherinnen und Besucher hinausgingen. Ein Konzert, das leise nachwirkte und genau deshalb so lange im Herzen blieb.
Von Joachim Tonn