Auch - und gerade - bei Nacht ein Hingucker für die Altstadtfestbesucher: das Riesenrad in der Nähe des historischen Rathauses in Otterndorf. Foto: Schröder
Auch - und gerade - bei Nacht ein Hingucker für die Altstadtfestbesucher: das Riesenrad in der Nähe des historischen Rathauses in Otterndorf. Foto: Schröder
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Lüttes Altstadtfest in Otterndorf: Tausende feiern - Polizei zieht Fazit (mit Fotos)

von Egbert Schröder | 27.07.2025

Einmal im Jahr verwandelt sich das historische Otterndorfer Zentrum in eine Partymeile: Dann ist Altstadtfest angesagt. So wie am vergangenen Wochenende: Tausende kamen in die Medemstadt, um dort ein paar abwechslungsreiche Stunden zu erleben.

Auch in diesem Jahr sorgte die Neuausrichtung nach dem Motto "Altstadtfest - wie es früher einmal war" durchaus für Gesprächsstoff bei den Besucherinnen und Besuchern. Das Angebot war vor einigen Jahren eingedampft worden: Aus dem großen wurde das "lütte Altstadtfest".

Nicht immer gab es in den Altstadtgassen ein Gedränge; gerade in den Nachmittagsstunden sah man in manchen Bereichen des innerstädtischen Festgeländes einige Lücken. Foto: Schröder

Seit der "Janssen Tower" nicht mehr aufgebaut wird, hat das Fest für etliche junge Leute an Attraktivität verloren. Etwas Adäquates als Anziehungspunkt bieten die Veranstalter nicht. Ob das der richtige Weg ist, um das Fest zukunftsfähig auszurichten? Da gingen und gehen die Meinungen weit auseinander.

Gaumenfreuden: Für jeden Geschmack dürfte bei dem kulinarischen Angebot des Altstadtfestes etwas dabei gewesen sein. Foto: Schröder

"Als friedlich und gut bürgerlich" bezeichnete die Polizei aus ihrer Sicht den Verlauf der Feier, bei der es keinerlei nennenswerte "polizeilichen Maßnahme" gegeben habe: "Das war alles sehr friedlich", so ein Polizeisprecher gestern auf Anfrage.

Nach der Arbeit erst einmal anstoßen mit einem kühlen Getränk: Die Jungs mit den Signalwesten sorgten dafür, dass sich jeder Standbetreiber auch am richtigen Platz befand: "Hat gut geklappt", lautete das Fazit nach dem Aufbau. Foto: Schröder

Nach der Ehrenrunde ging es los

Am Freitagnachmittag startete das Altstadtfest mit einer Ehrenrunde im Riesenrad bei der offiziellen Eröffnung durch Bürgermeister Claus Johannßen. Als die Ehrengäste noch in den Gondeln saßen und über Otterndorf schwebten, füllten sich die von zahlreichen Imbiss-, Getränke- und weiteren Verkaufsständen flankierten Straßen allmählich.

Klare Botschaft beim Bummel durch die Altstadt: "Ich liebe dich". Foto: Schröder

Nach dem ersten Bummel über das innerstädtische "Festgelände" konnte man anschließend bei kühlen Getränken das musikalische Geschehen auf den beiden Bühnen verfolgen. Live-Musik von Bands gab es ebenso wie Playlists der Diskjockeys. Gegen Mitternacht war es dann vorbei mit der Musik; eine Stunde später war auch Schichtende bei den Standbetreibern. 

Ob Live-Musik oder Songs vom DJ: Es wurde gefeiert und getanzt. Foto: Schröder
Heimische Klänge: der Otterndorfer Spielmannszug war natürlich auch mit dabei. Foto: Schröder

Kirschkerne flogen durch den Luftraum

Weiter ging es am nächsten Morgen mit dem Flohmarkt, wo gehökert und viel geschnackt wurde. So manches Schnäppchen sicherten sich die Festbesucher. Auf der anderen Seite waren die Verkäufer froh, dass ihre "Dachbodenfunde" - von Spielzeug über Bekleidung bis hin zu Deko - in andere Hände übergingen. Während noch gefeilscht wurde, stand das Angebot am "Großen Specken" und im Amtsgerichtspark ganz im Zeichen der Kinder. Insbesondere die Feuerwehr und der Jugendlager-Förderverein boten zahlreiche Aktivitäten, um die Lütten zu unterhalten.

Hökern war beim Flohmarkt angesagt. Foto: Schröder

Ganz in der Nähe gab es derweil ein anderes Event: Der letzte noch verbliebene Traditionswettbewerb des ersten Altstadtfestes ist das Kirschkernweitspucken, das ursprünglich von der "Alte Herren"-Gruppe ausgerichtet worden war. Nachdem diese Gruppe die Organisation nicht mehr leisten konnte, sprangen vor über 20 Jahren die Niederelbe-Zeitung, die Otterndorfer Tennisabteilung und später auch das "Hotel am Medemufer" (als Sponsor) ein, damit Kirschkerne auch weiterhin beim Altstadtfest durch den Luftraum fliegen.

Nicht nur große Töne spucken, sondern auch Kirschkerne durch die Luft fliegen lassen: Beim Kirschkernweitspucken legten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mächtig ins Zeug. Foto: Schröder

Der Weltrekord, der jenseits der 20-Meter-Marke liegt, wurde in Otterndorf zwar nicht geknackt, doch Routinier Martin Hermann erreichte in seinem letzten Versuch des Wettbewerbs die Siegesweite von zwölf Metern und gewann auch im dritten Jahr hintereinander; knapp dahinter landete Sven Kramer. Bei den Kindern und Jugendlichen ging es nicht über sechs Meter hinaus, aber in der Frauen-Konkurrenz versenkte Sonja Kemmner ihren Kirschkern bei 6,25 Metern.

So sehen Sieger aus: die Gewinnerinnen und Gewinner des Kirschkernweitspuckens mit dem Vorsitzenden der Otterndorfer Tennisabteilung, Marcus Mende (hintere Reihe, r.). Die Tennisabteilung organisiert gemeinsam mit der Niederelbe-Zeitung und dem Sponsor "Hotel am Medemufer" seit vielen Jahren das Event beim Altstadtfest. Die NEZ stellt Geldpreise zur Verfügung und sorgt für Kirschen und Verpflegung; vom "Hotel am Medemufer" gibt es Restaurant-Gutscheine. Die "Manpower" kommt von der Tennisabteilung. Foto: Schröder
Die Feuerwehr beteiligte sich ebenfalls mit einer Aktion am Altstadtfest. Foto: Schröder
Im Amtsgerichtspark gab es zahlreiche Attraktionen für die Lütten. Foto: Schröder

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