"Mehr als verdient": Otterndorf benennt Weg nach Vera Dieckmann
Mit dem Namen "Vera-Dieckmann-Stieg" soll künftig der neue Weg vom Großen Specken zum Gasthaus "In de Grund" an eine prägende Persönlichkeit Otterndorfs erinnern. In der jüngsten Sitzung des Stadtrates gab es dafür jetzt grünes Licht.
Der neu gestaltete Weg vom Platz "Am Großen Specken" zum Gasthaus "In de Grund" soll künftig den Namen "Vera-Dieckmann-Stieg" tragen. Der Otterndorfer Stadtrat hat in seiner jüngsten Sitzung einem entsprechenden Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen und der parteilosen Ratsfrau Susann Rennebeck zugestimmt. Damit wird an eine Frau erinnert, die über Jahrzehnte Politik, Tourismus und das öffentliche Leben in der Medemstadt geprägt hat.
Es war die letzte Ratssitzung vor der Sommerpause und voraussichtlich auch die letzte vor der Kommunalwahl im September. Für die Grünen stellte Ratsherr Niclas Röse den Antrag vor. Dieser sieht neben der Benennung des Weges auch eine Informationstafel vor, die an das Wirken der 2024 verstorbenen Ehrenringträgerin erinnern soll.
Bürgermeister Claus Johannßen (SPD) begrüßte das Anliegen ausdrücklich und sprach sich dafür aus, die Entscheidung noch in derselben Sitzung zu treffen. Ursprünglich sah die Verwaltungsvorlage vor, den Antrag zunächst an den Bau- und Umweltausschuss zu verweisen. Thomas Bullwinkel (CDU) plädierte dafür, den üblichen Verfahrensweg mit einer vorherigen Beratung im Fachausschuss einzuhalten.

Um dennoch eine rasche Entscheidung zu ermöglichen, unterbrach Johannßen die Sitzung und berief kurzfristig den Verwaltungsausschuss ein. Dort wurde Einvernehmen erzielt, sodass der Stadtrat anschließend über den Antrag abstimmen konnte. Das Ergebnis fiel deutlich aus: Bei einer Enthaltung votierte der Rat für die Benennung des Weges nach Vera Dieckmann. "Der Ort ist genial", sagte FDP-Ratsherr Carsten Nickel mit Blick auf die Lage des Weges. Zudem habe Vera Dieckmann diese Ehrung "mehr als verdient".
Außergewöhnliche Verdienste der langjährigen Kommunalpolitikerin
Die Initiative begründet ihren Antrag mit den außergewöhnlichen Verdiensten der langjährigen Kommunalpolitikerin. Vera Dieckmann gehörte dem Otterndorfer Stadtrat von 1981 bis 2021 an und war zehn Jahre lang zweite stellvertretende Bürgermeisterin. Darüber hinaus wirkte sie in zahlreichen Ausschüssen mit und setzte nach Auffassung der Antragsteller entscheidende Impulse für die Entwicklung der Stadt. Besonders hervorgehoben werden ihr Engagement für den Tourismus und ihre Arbeit für die Städtepartnerschaft mit Sheringham.
Über die Politik hinaus war Vera Dieckmann weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Als Nachtwächterin führte sie seit dem Jahr 2000 Gäste durch die historische Altstadt und wurde mit ihren humorvollen Rundgängen zu einer der bekanntesten Botschafterinnen Otterndorfs. Generationen von Urlaubern und Einheimischen erlebten sie mit Laterne, Hellebarde und viel Mutterwitz auf ihren Touren durch die Gassen der Stadt. Für ihr jahrzehntelanges Engagement erhielt sie 2021 den Goldenen Ehrenring, die höchste Auszeichnung der Stadt.
Die Antragsteller verwiesen zudem auf eine in Otterndorf gepflegte Tradition: Ehrenringträgerinnen und Ehrenringträger sollen durch die Benennung von Straßen oder Wegen dauerhaft im Stadtbild gewürdigt werden. Der Weg am Großen Specken sei dafür ein besonders geeigneter Ort, so Niclas Röse
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