Ende Oktober 2022 war die Eingangstür des Hauses, in dem Schweizerin im Otterndorf Baugebiet "Am Medembogen" ein Haus bewohnte, von der Polizei versiegelt worden. Zuvor war die gebürtige Schweizerin leblos aufgefunden worden. Archivfoto: Schröder
Ende Oktober 2022 war die Eingangstür des Hauses, in dem Schweizerin im Otterndorf Baugebiet "Am Medembogen" ein Haus bewohnte, von der Polizei versiegelt worden. Zuvor war die gebürtige Schweizerin leblos aufgefunden worden. Archivfoto: Schröder
67-Jährige tot aufgefunden

Mysteriöser Todesfall in Otterndorf vor der Aufklärung? U-Haft für Tatverdächtigen

von Egbert Schröder | 11.07.2025

Wird das Rätsel um den mysteriösen Tod einer Schweizerin vor drei Jahren in Otterndorf doch noch gelöst? War es Mord? Am Freitagmorgen klickten die Handschellen bei einem 60 Jahre alten "dringend" Tatverdächtigen aus der Samtgemeinde Land Hadeln. 

Was ist Ende Oktober 2022 in dem eher unscheinbaren Haus im Neubaugebiet geschehen? Die Feuerwehr war am 26. Oktober zu einer Türöffnung gerufen worden. Nachbarn und Bekannten war es komisch vorgekommen, dass seit Tagen die Außenjalousien nach unten gezogen waren, aber die damals 67-Jährige nicht in der Öffentlichkeit zu sehen oder telefonisch erreichbar war.

Arzt: "Ungeklärte Todesursache"

Der Eindruck, dass etwas nicht stimmte, bestätigte sich beim Eintreffen der Feuerwehr, die die Wahl-Otterndorferin leblos in ihrem Haus entdeckte. Der Notarzt bezeichnete die Todesursache als "ungeklärt", was zu Ermittlungen durch Polizei und Staatsanwaltschaft führte. Eine Obduktion - so erklärte die Staatsanwaltschaft Stade Mitte November 2022 auf Nachfrage der CN/NEZ-Redaktion - habe "kein klares Ergebnis" gebracht. Man werde weiterhin "in alle Richtungen ermitteln".

Tatverdächtiger war bereits im Fokus

Irgendwann rückte ein Mann aus der Samtgemeinde Land Hadeln ins Blickfeld der Ermittler. Er soll zum privaten Umfeld der Frau gezählt haben. Konkrete Hinweise, dass er für den Tod der Frau verantwortlich war, verdichteten sich demnach anscheinend zunächst nicht, sodass eine Einstellung des Verfahrens durch die Staatsanwaltschaft Stade im Raum stand.

Druck aus Celle bei Ermittlungen

Doch dann griff die Generalstaatsanwaltschaft Celle ein und sorgte dafür, dass die Ermittlungen noch einmal intensiviert wurden. Und das sorgte für den Untersuchungshaftbefehl gegen den 60-Jährigen: "Nach Abschluss der weiteren Nachforschungen und anschließender juristischer Bewertung der umfangreichen Ermittlungsergebnisse erhob die Staatsanwaltschaft Anklage wegen eines Tötungsdelikts zum Landgericht Stade. In diesem Zusammenhang konnte sogar ein dringender Tatverdacht gegen den Mann begründet werden", formulierten es am Freitag Polizei und Staatsanwaltschaft in einer gemeinsamen Presseerklärung. Er sitzt jetzt in U-Haft.

Unverständnis bei der Familie

Die Familie der vermögenden Schweizerin konnte nicht nachvollziehen, warum die Ermittlungen derart lange andauerten, obwohl es doch nicht zuletzt nach einer Hausdurchsuchung etliche Hinweise dafür gegeben habe, dass der Mann etwas mit dem Tod der Frau zu tun gehabt habe. Wie sonst hätten Wertgegenstände - unter anderem Goldschmuck - in seinen Besitz kommen können? Für sie und ihren Anwalt - den Cuxhavener Rechtsanwalt Thiemo Röhler - war die Indizienkette leicht nachvollziehbar und schlüssig. Dennoch blieb der Mann auf freien Fuß - bis zum Freitag.

Rechtsanwalt: "Lange darum gekämpft"

Dazu der Rechtsanwalt: "Die Familie der Verstorbenen hat die Informationen über die Verkündung des Untersuchungshaftbefehls heute erleichtert zur Kenntnis genommen. Wir haben seit der Tötung im Jahr 2022 nun bereits sehr lange darum gekämpft, dass es in diesem Verfahren vorangeht und es zu einer Anklage kommt."

Die Information über die Verhaftung des Beschuldigten deute darauf hin, "dass die Anklage nun zeitnah eröffnet und die Sache vor der Schwurgerichtskammer in Stade verhandelt" werde: "Die Familie hofft natürlich, dass der Täter dann überführt wird und seine gerechte Strafe bekommt."

Insofern stelle die Nachricht über die jüngste Entwicklung und die vorläufige Unterbringung des Tatverdächtigen in der Untersuchungshaft "natürlich nur einen Zwischenschritt" dar.

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