Die Promenade am Otterndorfer Grünstrand ist bei Spaziergängern und Radfahrern gleichermaßen beliebt. Die Bummelmeile ist allerdings in die Jahre gekommen und soll in den kommenden Jahren erneuert werden. Baustart könnte im Mai 2025 sein, sagen die Planer. Foto: Mangels
Die Promenade am Otterndorfer Grünstrand ist bei Spaziergängern und Radfahrern gleichermaßen beliebt. Die Bummelmeile ist allerdings in die Jahre gekommen und soll in den kommenden Jahren erneuert werden. Baustart könnte im Mai 2025 sein, sagen die Planer. Foto: Mangels
Flaniermeile

Neugestaltung der Strandpromenade in Otterndorf: Wann starten die Bauarbeiten?

von Christian Mangels | 27.08.2024

Wann starten die Bauarbeiten für die Neugestaltung der Otterndorfer Strandpromenade? Das Ingenieurbüro Sweco aus Cuxhaven stellte der Politik jetzt die überarbeiteten Pläne vor. Dabei wurde deutlich: Der ursprüngliche Zeitplan ist bereits überholt.

Es ist neben dem Umbau der Otterndorfer Grundschule das größte Bauprojekt in der Samtgemeinde Land Hadeln: Die bei Otterndorfern und Urlaubern gleichermaßen beliebte, aber in die Jahre gekommene Strandpromenade soll in den nächsten zwei Jahren modernisiert werden. Mit der Planung wurde das Cuxhavener Büro Sweco beauftragt.

Anfang April hatte der Ingenieurs- und Architekturdienstleister der Politik sein Konzept, den Zeitplan und erste Kostenschätzungen vorgestellt. Die Planer kamen in ihrer Kalkulation auf eine Gesamtsumme von rund 6,3 Millionen Euro (brutto). Dass dieser Betrag von der Stadt - selbst mit Förderunterstützung - kaum zu stemmen ist, sei von vornherein klar gewesen, betont Stadtdirektor Frank Thielebeule. Höchstens fünf Millionen Euro soll der Umbau kosten, hat die Stadt jetzt festgelegt.

Sweco hat den Entwurf um einiges abgespeckt

Deshalb hat Sweco ihren Entwurf um einiges abgespeckt. So ist die ursprünglich geplante Containeranlage aus Gastronomie, DLRG und Toiletten am Kap Jakob geschrumpft. Jetzt ist dort nur noch ein barrierefreies WC-Angebot vorgesehen. Gestrichen ist auch die Treppenanlage am sogenannten "Pottkieker". Den Zugang ins Watt soll stattdessen eine Rampe ermöglichen. Auch zahlreiche Spielgeräte sind dem Rotstift zum Opfer gefallen, was die CDU-Ratsfrau Bianca Schedler bemängelt hat. Kinder seien mit der gleichen Wertigkeit zu betrachten wie ältere und behinderte Menschen, findet Schedler. Bauamtsleiterin Maike Schilling erwiderte, dass es hinter dem Deich, am See Achtern Diek, ein überaus großes Spielangebot für Kinder gebe. 

Festhalten wollen Sweco und die Otterndorfer Politik dagegen an der Abgrenzung von Fußgänger- und Fahrradverkehr. Auch das sogenannte "Elbpanorama" bleibt erhalten - eine Erlebnistreppe, die zum Verweilen einlädt und gleichzeitig den Zugang zum Wattenmeer ermöglicht. Dahinter wird auf einer Anhöhe die Gastronomie angesiedelt. Der gastronomische Pächter Ole Fredebohm (Freibeuter-Strandbar) appellierte an die Planer, eine befestigte Anlieferungszone zu berücksichtigen. Er bemängelte außerdem, dass in der bisherigen Planung kein Wind- und Regenschutz für den Gastronomiebereich vorgesehen sei. "Ein wirtschaftliches Betreiben des Standorts ist so kaum möglich", so Fredebohm.

Mit den Kürzungen und Streichungen hat Sweco ein Einsparpotenzial von 1,75 Millionen Euro errechnet. Die Gesamtkosten würden damit "nur noch" 4,5 Millionen Euro betragen. Die Stadt hofft auf eine Fördersumme in Höhe von drei Millionen Euro. Da die Genehmigung der Fördermittel erfahrungsgemäß häufig länger dauert, will Otterndorf einen vorzeitigen Maßnahmebeginn beantragen. 

Nicht nur der Gestaltungs- und Kostenentwurf ist neu, auch der Zeitplan hat sich verändert. Die Sweco-Planer Lars Stollberger und Christian Landwehr gehen davon aus, dass es im Mai 2025 mit dem ersten Bauabschnitt losgehen kann. Ursprünglich war der Start der Bauarbeiten für Februar geplant. "Wir verlieren drei Monate und müssen nun möglichst den November integrieren", sagte Christian Landwehr. Eigentlich dürfen Bauarbeiten am Deich nur in der sturmflutfreien Zeit, also in der Touristensaison, erfolgen. Aber Sweco hofft auf eine Ausnahmegenehmigung, da die Deichsicherheit zu keiner Zeit der Bauarbeiten gefährdet sei. Abgeschlossen werden kann der erste Bauabschnitt wohl erst im Jahr 2026, glauben die Planer. Ob die komplette Baumaßnahme im Jahr 2026 fertig wird oder erst 2027, ist noch unklar. 

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Christian Mangels

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Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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