Die voluminösen Betonkübel am Otterndorfer Bahnhof sorgen für Diskussionen und Kritik in der Medemstadt und in den sozialen Netzwerken. Foto: Mangels
Die voluminösen Betonkübel am Otterndorfer Bahnhof sorgen für Diskussionen und Kritik in der Medemstadt und in den sozialen Netzwerken. Foto: Mangels
Rätselraten um XXL-Pötte

XXL-Kübel am Otterndorfer Bahnhof aufgestellt - auf Kosten von Parkplätzen

von Christian Mangels | 16.01.2024

Plötzlich standen sie da, die grauen Betonkübel. Die bepflanzten XXL-Pötte wurden im Dezember 2023 von der Deutschen Bahn am Otterndorfer Bahnhof aufgestellt. Aber welchen Zweck sie erfüllen, kann sich in der Medemstadt so recht niemand erklären. 

Wer aus Richtung Friedhof kommend zum Bahnsteig läuft, kommt unweigerlich an ihnen vorbei: an sieben grauen Betonkübeln. Früher hat so mancher Bahnhofsbesucher hier sein Auto abgestellt, doch diese Zeiten sind vorbei. Die Fläche ist seit einigen Wochen durch die Riesenpoller gesperrt. Nur noch Fußgänger und Radfahrer, die ihren Drahtesel schieben, kommen durch. 

Die voluminösen Behältnisse sorgen bereits seit einigen Wochen für Diskussionen und hämisch-ironische Kommentare in der Medemstadt und in den sozialen Netzwerken. "Endlich hält auch der Architekturstil des Brutalismus in Otterndorf Einzug", spöttelt eine Nutzerin in der Facebook-Gruppe "Du kommst aus Otterndorf, wenn...". Eine andere Facebook-Nutzerin schreibt: "Das wird sicherlich nominiert für den German Design Award." Die Bewertungen reichen von "niedliche Blumentöpfchen" bis "Sieht aus wie ne Panzersperre".

Angespannte Parksituation wird noch verstärkt

Etliche Otterndorfer ärgern sich darüber, dass die ohnehin angespannte Parksituation am Bahnhof durch die Kübel-Aufstellung noch verstärkt wird und sehen die Verantwortung bei der Stadt. Im Gespräch mit unserem Medienhaus stellt Stadtdirektor Frank Thielebeule jedoch ausdrücklich klar, dass die Stadt für das Aufstellen der Absperrungspoller nicht verantwortlich sei. "Es ist keine von der Stadt Otterndorf vorgenommene Maßnahme. Auch ist das Grundstück keines der Stadt Otterndorf", sagt Thielebeule.

Auch Peter Martin Stelzenmüller (Bündnis 90/Die Grünen), Vorsitzender des Bau- und Umweltausschusses, versichert: "Nicht alles, was in der Stadt Otterndorf passiert, steht auch unter der Einflussnahme der Stadt." Seine persönliche Meinung zum Erscheinungsbild der Poller: "Mein ästethisches Empfinden wird hier arg strapaziert."

Otterndorfs Bürgermeister Claus Johannßen (SPD) weiß: "Es handelt sich um ein Grundstück der Deutschen Bahn." Die Absperrungen hätten ihn auch überrascht. Er ärgere sich darüber, dass diese Aktion der Stadt nicht mitgeteilt worden sei. Die schon jetzt knappe Anzahl der Parkplätze am Bahnhof werde durch die Poller reduziert. "Dieses ist absolut nicht kundenfreundlich."

Frank Thielebeule hat bereits versucht, die Hintergründe der Kübel-Aufstellung bei der Deutschen Bahn zu erfragen. "Ich habe aber bislang auch auf Nachfrage keine Antwort erhalten", sagt der Stadtdirektor. Er habe bereits eine verbesserte Kommunikation angemahnt.

Und was ist nun der Hintergrund der Kübel-Platzierung? Auf Nachfrage unseres Medienhauses bei der Deutschen Bahn teilte eine Sprecherin mit, man wolle vermeiden, dass "nicht öffentlich zugängliches Bahngelände von Dritten betreten wird". Zum Vorwurf, man habe sich mit der Stadt dabei nicht abgesprochen, sagt die Bahnsprecherin: "Wenn die Stadt Otterndorf Gesprächsbedarf hat, kann sie gern auf uns zukommen."

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Christian Mangels

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Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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