So sieht die Otterndorfer Gloger-Orgel aktuell aus. Das Foto zeigt den Spieltisch mit Brustwerkswellenbrett und montierter Tontraktur. Im Juni soll das Instrument in der Orgelwerkstatt in Leer abgebaut und anschließend in Otterndorf wieder aufgebaut werden. Foto: Ahrend
So sieht die Otterndorfer Gloger-Orgel aktuell aus. Das Foto zeigt den Spieltisch mit Brustwerkswellenbrett und montierter Tontraktur. Im Juni soll das Instrument in der Orgelwerkstatt in Leer abgebaut und anschließend in Otterndorf wieder aufgebaut werden. Foto: Ahrend
Werkstatt

Restaurierung läuft auf Hochtouren: Otterndorfer Gloger-Orgel kehrt bald zurück

von Christian Mangels | 26.04.2024

Wann kehrt die Gloger-Orgel in die Medemstadt zurück? Diese Frage stellen sich viele Otterndorfer, Kirchenfans und Orgelliebhaber. Wir haben uns in der Orgelwerkstatt von Hendrik Ahrend nach dem aktuellen Stand der Restaurierungsarbeiten erkundigt.  

Geduld und Freude an filigraner Arbeit gehören wohl zu den Voraussetzungen, die ein Orgelbauer besitzen sollte. Sonst wäre es kaum möglich, ein solches Musikinstrument in seine Hunderte Einzelteile zu zerlegen, sie zu restaurieren und rekonstruieren und dann wieder zusammenzusetzen. Den Beweis dafür treten gerade die Orgelbauer aus der Werkstatt von Hendrik Ahrend in Leer an. Seit mehr als zwei Jahren beschäftigen sich die Experten mit der Restaurierung der Otterndorfer Gloger-Orgel. Die aufwendige Auffrischung des fast 300 Jahre alten Instruments kostet rund 1,8 Millionen Euro.

Restaurierung der Orgel befindet sich auf der Zielgeraden

Auch wenn noch viel zu tun ist, zeigt sich Hendrik Ahrend durchaus optimistisch: "Die Restaurierung der Otterndorfer Gloger-Orgel befindet sich zweifellos auf der Zielgeraden", sagt der Orgelbaumeister, der das weltweit angesehene Unternehmen in Leer seit 2005 leitet. "Trotz 300 Jahren Materialalterung und massiver Eingriffe im Instrument nähern wir uns dem Klang Glogers wieder stark an." 

Zum Hintergrund: Umbauten im 19. und 20. Jahrhundert hatten größere Schäden an dem Instrument angerichtet. So waren 1936 zusätzliche Töne im Pedal eingebaut und das Register neu sortiert worden. Um den neuen Pfeifen Platz zu machen, wurden die historischen Pfeifen umgestellt, verkürzt oder mit falschem Material verlängert. Diese Fremdeinwirkungen sollen mit der Restaurierung rückgängig gemacht werden.

Aktuell laufen Restarbeiten an den sogenannten Zungenregistern. Außerdem werden die Prospekt- und größeren Innenpfeifen aufgebaut und befestigt. Das Regierwerk - der zentrale und wohl komplexeste Teil der Orgel - wird wieder hergestellt und eingebaut. Die Orgelbauer widmen sich darüber hinaus der Tontraktur und hängen die sogenannten Abstrakten ein, die die Tasten mit ihren Tonventilen verbinden. "Für den Juni ist geplant, das Orgelwerk hier in Leer abzubauen, um es anschließend in Otterndorf zu montieren", erläutert Ahrend. Danach folgt die Intonation und Stimmung des Instruments im Juli und August. 

Trotz der deutlich erkennbaren Fortschritte ist der zeitliche Druck für das Team um Hendrik Ahrend sehr hoch. "Es pressiert", so formuliert es der Chef der Orgelbauwerkstatt. Es sei aufgrund der Zeitnot nicht auszuschließen, dass einige wenige technische Nebenarbeiten, etwa die vordere Verkleidung des Balggehäuses, noch im Juli, August oder kurz danach vorgenommen werden.

Der Termin für die feierliche Rückkehr der "Königin der Instrumente" steht jedenfalls: Die Wiedereinweihung der von Dietrich Christoph Gloger (1705-1773) erbauten Orgel mit ihren 46 Registern und insgesamt 2676 Pfeifen soll am Sonntag, 29. September, ab 10 Uhr, im Rahmen eines Festgottesdienstes über die Bühne gehen.

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Christian Mangels

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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