Küchenchef Jonatan Scharf (Mitte) und sein Serviceteam, Katharina Rusch und Phil Bohnhof, freuen sich, dass es nun endlich losgeht: Das "Kommood" im historischen Ratskeller wird am Himmelfahrtstag eröffnet. Foto: Schuster
Küchenchef Jonatan Scharf (Mitte) und sein Serviceteam, Katharina Rusch und Phil Bohnhof, freuen sich, dass es nun endlich losgeht: Das "Kommood" im historischen Ratskeller wird am Himmelfahrtstag eröffnet. Foto: Schuster
Restauranteröffnung

Sanierung abgeschlossen: "Happy End" für den Otterndorfer Ratskeller

von Christian Mangels | 16.05.2023

Pleiten, Pech und Pannen begleiteten den Umbau des Otterndorfer Ratskellers. Jetzt nimmt die scheinbar unendliche Geschichte doch noch ein glückliches Ende: Die Sanierung ist abgeschlossen und die Eröffnung des Restaurants steht kurz bevor.

Anstrengende, ja zermürbende Wochen und Monaten liegen hinter Jonatan Scharf, dem neuen Pächter des historischen Ratskellers in Otterndorf. Ursprünglich wollte der 36-jährige Gastronom schon im April 2022 loslegen. Doch die Corona-Pandemie, bauliche Verzögerungen und die Feuchtigkeit in den über 400 Jahre alten Gemäuern machten Scharf und der Stadt Otterndorf als Trägerin der Ratskeller-Sanierung einen Strich durch die Rechnung. Hinzu kamen Irritationen in Teilen der Bevölkerung wegen der Umbenennung des Ratskellers in "Kommood".

Im November 2022, kurz vor dem Ende der Sanierungsarbeiten, erreichte die Pannenserie ihren traurigen Höhepunkt: Im Zuge der Endreinigungsarbeiten wurden die Edelstahlgeräte beschädigt und setzten Rost an. Der Schaden war beträchtlich, die Eröffnung musste verschoben werden. "Das war eine harte Zeit. Doch jetzt wollen wir positiv nach vorne schauen", sagt Scharf.

Wer sich in diesen Tagen im Gewölbe unter dem historischen Rathaus umschaut, wird erstaunt darüber sein, wie sich der Ratskeller verändert hat: Aus der altehrwürdigen Gaststätte ist ein frisches Lokal im Stil der 1920er-Jahre geworden. Eröffnet wird die "Speisewirtschaft" am Donnerstag, 18. Mai. Die eigentlich schon für November geplante Eröffnungsfeier soll nun am Freitag, 7. Juli, über die Bühne gehen.

Die Baustellenatmosphäre der vergangenen Monate wollen Jonatan Scharf und seine Mannschaft - Katharina Rusch, Phil Bohnhof (beide Service) und Richard Schuster (Marketing) - so schnell wie möglich aus dem Kopf bekommen: "Jetzt ist es an der Zeit, zu kochen."

Scharf, Nachfolger des langjährigen Ratskeller-Pächters Reinhard Sziede, will mit regionalen Zutaten punkten, aber Einflüsse aus aller Welt in die Gerichte durchaus einfließen lassen. Der internationale Einfluss verwundert nicht, ist der Kehdingbrucher doch in der kulinarischen Welt schon viel herumgekommen. Das Kochhandwerk hat Scharf in Garmisch-Partenkirchen gelernt, später kochte er in Österreich, der Schweiz, Kanada und der Karibik. Aus Liebe zur Heimat ist er ins Cuxland zurückgekehrt. "Ich freue mich riesig, dass es jetzt endlich losgehen kann", sagt Scharf, der sich für den Rückhalt bedankt, den er durch die Stadt Otterndorf und die Bevölkerung in der schwierigen Zeit erfahren hat.

Otterndorf ist um ein gastronomisches Angebot reicher

Auch Otterndorfs Stadtdirektor Frank Thielebeule blickt erleichtert und zufrieden auf das Ende eines nicht einfachen Bauprojekts: "Ich bin glücklich, dass die Sanierungsarbeiten jetzt ihren Abschluss finden und die Stadt Otterndorf dann um ein gastronomisches Angebot reicher sein wird."

Für die Stadt Otterndorf war das Bauprojekt ein nicht ganz günstiges Unterfangen. Rund 370.000 Euro hatte die Stadt ursprünglich für die Sanierung in den Haushalt eingestellt, doch dann kam die Pannenserie. Zusätzliche Kosten entstanden unter anderem für das Gutachten zur Schadensfeststellung, für Reinigung und Trocknung, für die Containermiete zur Einlagerung des Inventars und für die Ersatzbeschaffung der beschädigten Küchenausstattung. Zu den Gesamtkosten könne er noch nichts sagen, so Thielebeule, da die Schlussrechnungen zum Teil noch fehlen. "Die Geltendmachung möglicher Versicherungsleistungen beziehungsweise Schadensersatzansprüche sind in der Klärung", sagt der Stadtdirektor.

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Christian Mangels

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Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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