Schlechte Prüfnote für Brücke in Otterndorf - jetzt soll ein Neubau her
Schlechte Noten, schwere Schäden, Sperrung: Die Geh- und Radwegbrücke nahe der Otterndorfer Jugendherberge soll durch einen Neubau ersetzt werden. Die Stadt hofft auf Fördermittel und startet zunächst mit den ersten Planungsphasen für das Projekt.
Die seit mehreren Monaten gesperrte Geh- und Radwegbrücke über den Durchstichkanal an der Schleusenstraße in Otterndorf, nahe der Jugendherberge, soll durch einen Neubau ersetzt werden. Die Verbindung wird insbesondere von Urlaubern sowie Gästen der Jugendherberge stark genutzt, die über die Brücke in Richtung Grünstrand und Deich unterwegs sind. Der Verwaltungsausschuss hat jetzt den Weg für die weiteren Planungen freigemacht und die Vergabe der Planungsleistungen an eine Bietergemeinschaft aus Sittensen und Belum beschlossen.
Die Brücke beschäftigt Verwaltung und Politik bereits seit längerer Zeit. Regelmäßige Bauwerksprüfungen hatten einen zunehmend schlechteren Zustand des Bauwerks festgestellt. Bereits bei der Hauptprüfung im Juni 2024 erhielt die Brücke die Zustandsnote 3,5 und wurde damit als "ungenügend" eingestuft. Eine Sonderprüfung im Juli 2025 verschlechterte das Ergebnis weiter auf die Note 3,8. Die jüngste Sonderprüfung vom 30. März dieses Jahres brachte schließlich die schlechteste mögliche Bewertung: Die Prüfer vergaben die Note 4.
Schäden an den Flusspfeilern und Belagsbohlen
Nach Einschätzung der Gutachter sind sowohl die Stand- als auch die Verkehrssicherheit erheblich beeinträchtigt. Verantwortlich dafür sind vornehmlich Schäden an den Flusspfeilern sowie an den Belagsbohlen. Die Experten warnten davor, dass bei einer weiteren Schadensausbreitung die Sicherheit des Bauwerks nicht mehr gewährleistet werden könne. Zudem sei die Dauerhaftigkeit der Brücke nicht mehr gegeben. Als unmittelbare Konsequenz wurde die sofortige Sperrung angeordnet. Gleichzeitig empfahlen die Gutachter einen kurzfristigen Ersatzneubau. Eine grundlegende Sanierung der bestehenden Konstruktion wurde als wirtschaftlich nicht sinnvoll bewertet.
Schon nach den negativen Prüfergebnissen der Jahre 2024 und 2025 hatte die Stadt erste Schritte eingeleitet und mehrere Ingenieurbüros zur Abgabe von Angeboten für die Planung eines Ersatzneubaus aufgefordert. Am Ende lag ein Angebot der Bietergemeinschaft Hinniger und Linck vor. Für die Planungsleistungen der Leistungsphasen 1 bis 9 wurde ein Angebotspreis von rund 84.300 Euro vorgelegt. Sowohl die Verwaltung als auch das Rechnungsprüfungsamt des Landkreises Cuxhaven hatten daran keine Beanstandungen.
Die Politiker sprachen sich nun dafür aus, zunächst die Leistungsphasen 1 bis 3 zu beauftragen. Die weiteren Planungsphasen sollen erst nach einer Förderzusage folgen. Hintergrund ist die Finanzierung des Vorhabens. Die Kosten für den Neubau werden derzeit auf rund 550.000 Euro geschätzt. Die Stadt hat deshalb bereits einen Antrag auf Prüfung der Förderfähigkeit nach dem Niedersächsischen Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz gestellt. Nach Angaben der Verwaltung könnten rund 440.000 Euro der Gesamtkosten grundsätzlich förderfähig sein.
Mit den jetzt beschlossenen Planungsschritten will die Stadt die Voraussetzungen für einen Förderantrag schaffen und die Chancen auf Zuschüsse erhöhen. Für Fußgänger und Radfahrer bedeutet dies allerdings, dass die wichtige Verbindung über den Durchstichkanal vorerst weiterhin gesperrt bleibt. Erst nach Abschluss der Planungen und der Sicherung der Finanzierung kann der Ersatzneubau umgesetzt werden.
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