Der Strandexpress rollt seit 2013 durch Otterndorf. Trotz steigender Übernachtungen waren die Fahrgastzahlen im vergangenen Jahr eher enttäuschend: Nur 12.148 Gäste nutzten die Verbindung zwischen Feriengebiet und Innenstadt. Foto: Mangels
Der Strandexpress rollt seit 2013 durch Otterndorf. Trotz steigender Übernachtungen waren die Fahrgastzahlen im vergangenen Jahr eher enttäuschend: Nur 12.148 Gäste nutzten die Verbindung zwischen Feriengebiet und Innenstadt. Foto: Mangels
Übernachtungszahlen

Tourismus-Bilanz 2022: Deutlich mehr Urlauber in Otterndorf

von Christian Mangels | 15.02.2023

Die Zahl der Reisenden, die 2022 nach Otterndorf und in die umliegenden Gemeinden gekommen sind, ist gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte: Die Betten reichen in der Hochsaison kaum aus.

2022 war für den Tourismus das erste normale Jahr nach Ausbruch der Corona-Pandemie. Im Nordseebad Otterndorf und den umliegenden Gemeinden der alten Samtgemeinde Land Hadeln fällt die Bilanz durchweg positiv aus. Corona ist überwunden, und die Teuerungskrise konnte den Gästezahlen wenig anhaben. Das geht aus den Zahlen hervor, die der neue Tourismus-Chef Michael Johnen jetzt im Tourismusausschuss präsentierte.

Übernachtungszahlen: 2022 haben deutlich mehr Reisende in Otterndorf (und Umgebung) Urlaub gemacht als noch im Jahr 2021. Wie Michael Johnen, Leiter des Fachbereichs Tourismus, mitteilte, zählten die Beherbergungsbetriebe in der alten Samtgemeinde Land Hadeln im vergangenen Jahr 83.855 Gästeankünfte und 507.195 Übernachtungen. Das sind 41 Prozent mehr Gästeankünfte und 24 Prozent mehr Übernachtungen als im Vorjahr. Auch im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019 (465.771 Übernachtungen und 74.640 Ankünfte) stiegen die Zahlen 2022. "Profitieren konnten alle Bereiche, am meisten das Segment Sommercamp und Jugendherberge", erläuterte Michael Johnen. Die Kehrseite der Medaille: Aufgrund der großen Nachfrage gibt es in den Sommermonaten in Otterndorf zu wenig Betten. Neue Häuser im Feriengebiet sollen diese Sackgasse überwinden. 

Spiel- und Spaßscheune: Die Pandemie machte der Spiel- und Spaßscheune im Jahr 2021 schwer zu schaffen - nur 23.645 Kinder (und Erwachsene) tobten durch die Otterndorfer Einrichtung. Die Schließung wegen Corona wurde für den großen Umbau genutzt. Im Jahr 2022 sahen die Zahlen logischerweise deutlich besser aus: Insgesamt 60.552 Gäste wurden gezählt. Gute Nachrichten hatte Johnen auch zur Personalsituation zu vermelden: "Zum 1. Februar sind alle Reinigungsstellen besetzt und der Hausmeister ist wieder in der Eingliederung." Wegen der gestiegenen Personalkosten sollen die Eintrittspreise zum 1. März leicht erhöht werden: Kinder ab vier Jahren zahlen statt 5,50 Euro dann 6,50 Euro, Erwachsene müssen künftig vier Euro auf den Kassentisch legen (bislang drei Euro). Auch die Gruppen-, Familien- und Zehnerkarten werden teurer. Im Vergleich zu ähnlichen Indoor-Spielplätzen im Norden sei diese Anhebung aber "maßvoll" und "vorsichtig", so Johnen. Einige Ausschussmitglieder waren dennoch nicht überzeugt von den Verwaltungsplänen: Die Einheimischen und die "Schwächsten der Gesellschaft" dürften nicht bestraft werden. Der Vorschlag fand dennoch eine Mehrheit im Gremium.

Seelandhallen: Lediglich 100 Veranstaltungen wurden im vergangenen Jahr in den Seelandhallen durchgeführt - das waren immerhin 14 Prozent mehr als im Vorjahr. Die meisten dieser Veranstaltungen waren kommunaler Art. "Zunächst Corona und dann die allgemeine schlechte Konsumlage waren problematisch", sagte Michael Johnen. Für 2023 hofft der Tourismuschef auf ein "normales Jahr".

Strandexpress: Er erinnert ein wenig an "Emma", die berühmte Dampflokomotive aus dem Kinderbuch-Klassiker "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer": Der Strandexpress rollt seit 2013 durch die Medemstadt. Trotz steigender Übernachtungen waren die Fahrgastzahlen im vergangenen Jahr eher enttäuschend: Nur 12.148 Gäste nutzten die Verbindung zwischen Feriengebiet und Innenstadt; ein Jahr zuvor waren es 327 mehr. Ausschussmitglied Ole Fredebohm machte den Vorschlag, den Fahrpreis für den Strandexpress künftig in den Kurbeitrag zu inkludieren. "Die Kurkarte wäre dann gleichzeitig der Fahrschein", so Fredebohm. Eine Idee, die bei den Ausschussmitgliedern durchaus auf Resonanz stieß. Damit könnte auch eine Belebung der Innenstadt erreicht werden.

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Christian Mangels

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Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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