Die Konstruktionsmechaniker Ralf Hildesheim (rechts) und Tobias Machelett bauen die alte Wellenrutsche ab und machen Platz für ein neues Edelstahlspielgerät. Foto: Mangels
Die Konstruktionsmechaniker Ralf Hildesheim (rechts) und Tobias Machelett bauen die alte Wellenrutsche ab und machen Platz für ein neues Edelstahlspielgerät. Foto: Mangels
Neues Spielgerät

Umbau in der Spiel- und Spaßscheune in Otterndorf: Wann die Riesenrutsche zurückkehrt

von Christian Mangels | 25.04.2024

Ungewohntes Bild in der Spiel- und Spaßscheune: Statt tobender Kinder tummeln sich dort aktuell Handwerker einer hessischen Rutschenfirma. Sie sorgen dafür, dass es bald wieder flutscht auf dem Otterndorfer Indoor-Spielplatz.

Akkuschrauber dröhnen, Handwerker tragen zerbeulte Metallplatten durch die Halle und machen Platz für die neue Wellenrutsche: Es geht voran mit den Umbauarbeiten in der Spiel- und Spaßscheune. "Wir liegen gut in der Zeit", sagt der Konstruktionsmechaniker Ralf Hildesheim. Mit seinem Kollegen Tobias Machelett nimmt er die alte Riesenrutsche Teil für Teil auseinander. Schon nach wenigen Stunden ist das Spielgerät komplett "entkleidet". Jetzt kann die neue Rutsche kommen.

Hildesheim und Machelett arbeiten für die renommierte Firma Josef Wiegand GmbH & Co. KG aus Rasdorf. Der Familienbetrieb gilt als einer der führenden Hersteller außergewöhnlicher Rutschen aus Edelstahl. Von Andorra bis Vietnam reichen die Geschäftsverbindungen des Unternehmens. Sogar auf Kreuzfahrtschiffen und in chinesischen Gebirgen sind die Rutschen von Josef Wiegand zu finden. Und nun bald in Otterndorf. "Wir sind schon ordentlich rumgekommen", sagt Machelett.

Die 40 Meter lange Rutsche besteht aus fünf Modulen

Die Teile für die neue Rutsche kommen in zwei Fuhren und werden mit Unterstützung eines Spezialkrans eingebaut. Die rund 40 Meter lange Rutschbahn, die 20 Zentimeter breiter sein wird als die alte, besteht aus fünf Modulen, die allesamt ein beachtliches Gewicht auf die Waage bringen: Das leichteste Modul wiegt 700 Kilogramm, das schwerste (und längste) 1,7 Tonnen.

Rund 220.000 Euro kostet der Stadt Otterndorf die neue vierspurige Wellenrutsche. Dem Einbau war eine längere Durststrecke vorausgegangen. Die Stadt hatte ursprünglich einen anderen Rutschenbauer beauftragt, doch dieser erwies sich als Fehlgriff. Zwar begann die Firma mit den Erneuerungsarbeiten, verschwand dann aber von der Bildfläche, ohne den Auftrag ordnungsgemäß zu beenden. Stadtdirektor Frank Thielebeule sprach damals von einem "großen Ärgernis".

Der Fall zog sich in die Länge: Bis der Rutschenhersteller die Konstruktion zurückgebaut hatte, gingen etliche Monate ins Land. Zwischenzeitlich wurde die alte Rutsche wieder in Betrieb genommen. "Der Auftrag an den bisherigen Anbieter wurde vollständig rückabgewickelt. Es sind keine Kosten bei der Stadt Otterndorf verblieben", betont Frank Thielebeule.

Der Konstruktionsmechaniker Tobias Machelett (rechts) und Olaf Johannsen aus dem Bauamt der Samtgemeinde Land Hadeln begutachten die Pläne für die neue Wellenrutsche. Foto: Mangels

Mit dem neuen Rutschenspezialisten findet die Geschichte nun ein Happy End. Klar ist: Die neue Rutsche wird von den großen und kleinen Besucherinnen und Besuchern der Spiel- und Spaßscheune bereits sehnlichst erwartet. "Viele Kinder waren betrübt, dass sie nicht rutschen können", sagt Susanne Beerens, Mitarbeiterin in der Spiel- und Spaßscheune.

Noch bis einschließlich Dienstag, 30. April, bleibt die Spiel- und Spaßscheune wegen der Umbauarbeiten geschlossen. Am Mittwoch, 1. Mai, ist das Tobeparadies wieder geöffnet. Und dann darf mit großer Wahrscheinlichkeit auch wieder gerutscht werden - wenn denn der TÜV grünes Licht gibt. "Wir gehen davon aus, dass alles glatt läuft", sagt Olaf Johannsen aus dem Bauamt der Samtgemeinde Land Hadeln.

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Christian Mangels

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Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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