Der Dichter Uwe Kolbe, Otterndorfer Stadtschreiber des Jahres 2014, präsentiert seinen neuen Gedichtband über die Elbe. Foto: Gaby Gerster
Der Dichter Uwe Kolbe, Otterndorfer Stadtschreiber des Jahres 2014, präsentiert seinen neuen Gedichtband über die Elbe. Foto: Gaby Gerster
Lyrik von Uwe Kolbe

Otterndorfer Stadtschreiber von 2014 veröffentlicht Gedichtband über die Elbe

von Christian Mangels | 01.04.2026

Der Dichter Uwe Kolbe ist der Elbe seit Langem verbunden. 2014 wirkte er als Stadtschreiber in Otterndorf. Nun widmet der gebürtige Ost-Berliner dem Fluss seinen Gedichtband "Das Alter der Elbe".

Der Rhein und die Donau sind oft besungen und bedichtet worden. Das haben der zum Mythos verklärte Vater Rhein und die schöne blaue Donau, die im Walzer von Johann Strauss gefeiert wird, der Elbe voraus. Uwe Kolbe, einer der führenden deutschen Lyriker, gibt nun auch der Elbe eine Stimme und lässt sie aus dem Schatten der großen Ströme ins Literarische treten.

Mit seinem neuen Gedichtband "Das Alter der Elbe" legt der in Dresden lebende Autor ein Werk vor, das sich zugleich als poetische Flussreise und als vielschichtige Erinnerungslandschaft lesen lässt. Kolbe gehört seit Jahrzehnten zu den prägenden Stimmen der deutschen Gegenwartslyrik, vielfach ausgezeichnet und geprägt von Erfahrungen zwischen DDR, Wendezeit und internationaler literarischer Arbeit.

Die Elbe ist bei Uwe Kolbe weit mehr als ein geografischer Ort. Sie wird zum Träger von Geschichte, Biografie und Mythos. In sechs Gedichtzyklen folgt der Band dem Fluss von seiner Quelle bis zur Mündung und darüber hinaus. Dabei verschränken sich persönliche Erinnerungen mit historischen Schichten: vom Schleppkahn der Eltern im deutsch-deutschen Interzonenverkehr bis zu Spuren von Nationalsozialismus und Gegenwart.

Uwe Kolbes Gedichte mäandern wie ein Fluss

Kolbes Gedichte mäandern dabei tatsächlich wie ein Fluss. Sie verweilen, springen, treiben weiter. Landschaft, Geschichte und persönliches Erleben erscheinen als untrennbare Einheit. Die Kritik hat diese Verbindung treffend als "strömende Erinnerungsdynamik" beschrieben, in der jede Station zugleich Neubeginn ist.

Man kann vermuten, dass Uwe Kolbes Zeit als Otterndorfer Stadtschreiber seinen Blick auf den Flussraum zusätzlich geschärft hat. Im Sommer 2014 war Uwe Kolbe Stipendiat der Medemstadt und vollendete im Gartenhaus am Süderwall den Lyrikband "Gegenreden", in dem er auch Otterndorf die Ehre erweist.

Uwe Kolbes neuer Gedichtband "Das Alter der Elbe" widmet sich poetisch dem Fluss und seiner vielschichtigen Geschichte. Foto: S. Fischer Verlag

Auch im neuen Buch "Das Alter der Elbe" schimmern die Niederelbe und Cuxhaven immer wieder durch, etwa in dem Gedicht "Woher ich alles habe": "Ich habe es von der Niederelbe, Sauerfleisch aus dem Fass, die Lautsprecher auf Dalben, aus denen die Hymnen erschallen, Containerfrachter grüßen, ich habe es vom Messingberg in Cuxhaven."

Der Frankfurter S. Fischer Verlag schreibt zu dem neuen Gedichtband: "Ein poetisches Porträt der Elbe, das Vers um Vers die Grenzen zwischen Ost und West, zwischen Natur und Kultur, Gegenwart und Vergangenheit überspringt."

Uwe Kolbe: Das Alter der Elbe. Gedichte. S. Fischer Verlag. 144 Seiten, 28 Euro. ISBN 978-3-10-397701-1.

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Christian Mangels

Redakteur
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