Die unbekannten Randalierer haben die Strandkabinen am Otterndorfer Grünstrand umgestoßen oder auf den Kopf gestellt. Dabei sind erhebliche Schäden entstanden. Foto: Fredebohm
Die unbekannten Randalierer haben die Strandkabinen am Otterndorfer Grünstrand umgestoßen oder auf den Kopf gestellt. Dabei sind erhebliche Schäden entstanden. Foto: Fredebohm
Zerstörungswut

Vandalismus am Otterndorfer Deich: Strandkabinen umgestoßen, gestapelt und beschädigt

von Christian Mangels | 23.05.2023

Die Strandkabinen am Otterndorfer Grünstrand werden immer wieder Zielscheibe von Party-Exzessen. Vermieter Ole Fredebohm ist sauer und fühlt sich allein gelassen.

Er habe ja eigentlich nichts gegen Leute, die am Otterndorfer Außendeich feiern. "Das können die ja ruhig machen", sagt Ole Fredebohm, Strandkabinen-Vermieter und Chef der Freibeuter-Strandbar. "Aber unsere Strandkabinen sollen sie doch bitte in Ruhe lassen." Hinter dem Otterndorfer liegen aufreibende Tage (und Nächte) voller Frust und Enttäuschung. Nicht zum ersten Mal haben Unbekannte am Außendeich gewütet und ihre Zerstörungswut an den Strandkabinen ausgelassen.

Gleich in zwei Nächten zeigte das offenbar alkoholisierte Partyvolk keinerlei Respekt vor dem Eigentum anderer: Zahlreiche Strandkabinen wurden umgestoßen wie Dominosteine oder auf den Kopf gestellt, andere - fast künstlerisch - übereinander gestapelt. Ein Strandmöbelstück haben die Unbekannten sogar auf die Deichspitze getragen. Bei diesen Aktionen entstanden beachtliche Schäden an den Kabinen. Ole Fredebohm schätzt den Schaden auf 1000 bis 1200 Euro. Für Hinweise, die zur Ergreifung der Verantwortlichen führen, hat er eine Belohnung in Höhe von 150 Euro in Aussicht gestellt. 

In den sozialen Medien hat der entnervte Tourismus-Akteur seinem Frust Luft gemacht: "Was stimmt mit den Menschen nicht mehr? Hat Corona soviel kaputt gemacht? Sind Anstand, Moral und zwischenmenschliches Miteinander nur noch Fremdwörter?" Nicht nur Fredebohm ist verärgert. Auch seine Gäste, die eine romantische Nacht im Schlafstrandkorb verbringen wollen, fühlen sich zunehmend gestört. 

Über die Verursacher der jüngsten Randale kann Fredebohm nur spekulieren. Anhand der "Einflugschneise" der beschädigten und umgestoßenen Strandkabinen vermutet der Vermieter, dass die Randalierer vom Campingplatz gekommen sind, "aber das ist nur Spekulation".

Um das Problem in den Griff zu bekommen, wünscht sich Ole Fredebohm mehr Unterstützung von der Stadt und dem Sicherheitsdienst, der in den Sommermonaten im Feriengebiet patrouilliert. Schließlich tue er viel für das Außenbild des Nordseebads Otterndorf, so Fredebohm. Fast alle Strandkabinen habe er in den vergangenen Jahren erneuert.

Stadtdirektor nimmt Probleme am Außendeich ernst

Otterndorfs Stadtdirektor Frank Thielebeule nimmt die Probleme am Außendeich ernst und will mit Ole Fredebohm nach Pfingsten über Möglichkeiten sprechen, die Situation zu verbessern, etwa durch einen effizienteren Einsatz des Sicherheitsdienstes. Vandalismus und Sachbeschädigung seien nicht hinnehmbar, so Thielebeule. Der Stadtdirektor zeigt aber auch Verständnis für das junge Partyvolk: "Man kann sie nicht überall verscheuchen." Otterndorf sei ja schließlich Gastgeber. Aber an gewisse Spielregeln müsse man sich schon halten.

Wären Überwachungskameras eine Lösung? Vielleicht könnte der Einsatz von Videotechnik die feiernden Randalierer abschrecken. Thielebeule ist skeptisch: "Kameraüberwachung im Strandbereich ist aktuell keine Option." Aber grundsätzlich ausschließen will er die Möglichkeit nicht.

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Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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