Unverfroren in die Medem: So schillernd war das Otterndorfer Fackelschwimmen 2025
Unten kühl und nass - oben feurig-leuchtend: Beim 40. Otterndorfer Fackelschwimmen bezwangen Schwimmerinnen und Schwimmer aus dem ganzen Norden die Kälte der Medem und hüllten den Fluss mit ihren Flammen in einen wohlig weihnachtlich-warmen Glanz.
Sich zu Beginn der Adventszeit in eiskalte Fluten zu werfen, ist nichts für Zartbesaitete oder Frostbeulen - in Otterndorf ist es eine feste Wintertradition. Bereits zum 40. Mal organisierte die Schwimmabteilung des TSV diese Veranstaltung, die auch in diesem Jahr mit einem Umzug von der Soletherme zur Baar-Raabe-Brücke begann. Der Spielmannszug schwor die Teilnehmer und die Zuschauer mit flotten Rhythmen auf das eisige Vergnügen ein, die Feuerwehr Neuenkirchen sorgte beim Marsch durch die Innenstadt für Sicherheit und die passende Fackel-Beleuchtung. Kleine Engel verteilten Süßigkeiten an Besucher und Schaulustige.

Rund 40 Schwimmerinnen und Schwimmer, unter anderem aus Hameln und Hamburg, wagten sich in die bibberkalte Medem und ließen ihre kuriosen Begleitfahrzeuge vorsichtig zu Wasser. Die Otterndorfer Gruppe "Treibgut" hatte sich bei ihrem schwimmenden Schlitten von der TV-Serie "Weihnachtsmann & Co. KG" inspirieren lassen: Neben dem Weihnachtsmann gingen mehrere Weihnachtswichtel, Rentiere und ein Eisbär auf große Medemfahrt. Die Hamburger Lufthansa-Taucher hatten anlässlich des 40. Fackelschwimmen-Geburtstags die Silhouetten der Städte Otterndorf und Hamburg kunstvoll vereint. Der Otterndorfer Kirchturm und die Elbphilharmonie auf einer Plattform - das hatte schon was. Drei Wochen hatten die Hamburger an diesem Styropor-Kunstwerk gebastelt.
Nicht weniger auffällig war der prunkvolle Tannenbaum der Hamelner Taucher. An dessen Spitze saß der Rattenfänger. Die Nagetiere wiederum hatten es sich auf den Köpfen der Fackelschwimmer gemütlich gemacht. "Wir erzählen die Rattenfänger-Legende weiter", erklärten die Hamelner.

Die Gruppe "Feuer und Feder" aus Otterndorf wiederum hatte einen schwimmenden Feuerkorb im Schlepptau, der - zusammen mit Wunderkerzen - einen lodernden Blickfang auf dem Fluss darstellte. Komplett trocken blieb der Nikolaus, der die Fackeltaucher auf einem DLRG-Boot begleitete. Mit dabei war auch ein Filmteam des Norddeutschen Rundfunks, das einen TV-Beitrag über das Fackel-Spektakel produzierte.
Zuschauer auf den Brücken feuerten Akteure im Wasser an
Zahlreiche Zuschauerinnen und Zuschauer standen auf den Brücken und an den Ufern und feuerten die Akteure im Wasser an. Das Warten auf den schwimmenden Tross wurde mit einem ausgiebigen kulinarischen Angebot und weihnachtlichen Klängen am Großen Specken verkürzt - am wichtigsten war natürlich der wärmende Punsch.

Gisela Rothauscher von der Tauchgruppe der Schwimmabteilung, die das Advent-Fackelschwimmen zusammen mit der Stadt auf die Beine gestellt hat, zog nach der Veranstaltung ein positives Fazit: "Ich freue mich, dass wir wieder 40 Leute zusammenbekommen haben." Sie macht sich allerdings auch ein wenig Sorgen um die Otterndorfer Traditionsveranstaltung. Es werde immer schwieriger, Teilnehmer für das Fackelschwimmen zu finden. "Der Nachwuchs fehlt."
