Von der Einsatzübung direkt zum Ernstfall: Feuerwehr Otterndorf zweimal gefordert
Ein Verkehrsunfall mit eingeklemmten Personen forderte die Einsatzkräfte bei einer großen Übung in Otterndorf. Noch während der Aufräumarbeiten wurde aus dem Übungsszenario plötzlich Ernst: Die Feuerwehr musste direkt zum nächsten Einsatz ausrücken.
Zu einer aufwendig vorbereiteten Einsatzübung sind die Feuerwehr Otterndorf und umliegende Feuerwehren am Donnerstag (17. September 2026) um 17.54 Uhr alarmiert worden. Das Einsatzstichwort "Verkehrsunfall, eingeklemmte Person" führte die Kräfte in die Deichstraße in Otterndorf.
Dort erwartete die Einsatzkräfte ein anspruchsvolles Szenario: Zwei Autos waren miteinander kollidiert. Eines der Fahrzeuge lag auf der Seite, das andere drohte, in einen angrenzenden Graben abzurutschen. Insgesamt befanden sich vier Personen in den Fahrzeugen, die zum Teil schwer eingeklemmt waren. Bevor mit ihrer Befreiung begonnen werden konnte, mussten zunächst beide Fahrzeuge gegen weitere Bewegungen gesichert werden. Anschließend kam zur Rettung unter anderem schweres hydraulisches Gerät wie eine Rettungsschere zum Einsatz.
Einsatzstelle in zwei Abschnitte aufgeteilt
Um die umfangreichen Arbeiten zu koordinieren, wurde die Einsatzstelle umgehend in zwei Einsatzabschnitte aufgeteilt. Die beengten Platzverhältnisse verlangten den Beteiligten dabei ein konzentriertes und abgestimmtes Vorgehen ab. Ausgearbeitet worden war das Übungsszenario von Ortsbrandmeister Alexander Meyer gemeinsam mit mehreren Kameradinnen und Kameraden.
An der Übung beteiligt waren neben der Feuerwehr Otterndorf mit Einsatzleitwagen, Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug HLF 20 sowie den Löschgruppenfahrzeugen LF 20 und LF 8 auch die Feuerwehren Neuenkirchen und Belum. Unterstützt wurden die Einsatzkräfte von einem Rettungswagen der DRK-Bereitschaft Land Hadeln.
Ein Bild von der Leistungsfähigkeit und dem Zusammenspiel der beteiligten Kräfte machten sich vor Ort auch Abschnittsleiter Meik Kramer, Gemeindebrandmeister Matthias Papke, Vertreter der Nachbarfeuerwehren und der Verwaltung sowie Otterndorfs Bürgermeister Claus Johannßen. Beim anschließenden Austausch zogen die Beobachter ein durchweg positives Fazit und hoben insbesondere den hohen Ausbildungsstand der Einsatzkräfte hervor. Nach rund zwei Stunden endete die Übung. Anschließend klang der Abend bei einem gemeinsamen Essen im Feuerwehrhaus Otterndorf aus.
Von der Übung direkt zum Realeinsatz
Wie nah Übung und Realität beieinanderliegen können, zeigte sich noch während der Aufräumarbeiten. Die verbliebenen Kräfte der Otterndorfer Feuerwehr wurden über Funk unmittelbar zum nächsten Einsatz alarmiert. Unter dem Stichwort "Nottüröffnung" ging es in den Koggenweg in Otterndorf. Dort wurde eine hilflose Person im ersten Obergeschoss eines Wohngebäudes vermutet.
Den Einsatzkräften gelang es innerhalb kurzer Zeit, über ein gekipptes Fenster in das Gebäude zu gelangen und die Person zu erreichen. Nach der Erstversorgung wurde sie an den Rettungsdienst übergeben. Der Realeinsatz war nach rund 30 Minuten beendet.
Von Jürgen Lange
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