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Wer nimmt in der neuen Wahlperiode auf dem Bürgermeisterstuhl im Otterndorfer Rathaus Platz: Amtsinhaber SPD-Amtsinhaber Claus Johannßen (rechts) oder Thomas Bullwinkel (CDU)? Foto: Partsch/CDU/SPD/Fotocollage: ChatGPT
Wer nimmt in der neuen Wahlperiode auf dem Bürgermeisterstuhl im Otterndorfer Rathaus Platz: Amtsinhaber SPD-Amtsinhaber Claus Johannßen (rechts) oder Thomas Bullwinkel (CDU)? Foto: Partsch/CDU/SPD/Fotocollage: ChatGPT
Wer wird Bürgermeister?

Otterndorf nach der Stadtratswahl 2026: Jetzt beginnt das Ringen um die Mehrheit

von Christian Mangels | 17.09.2026 Zuletzt aktualisiert: 17.09.2026 17:09 Uhr

Nach der Kommunalwahl am 13. September 2026 ist klar: Otterndorfs Stadtrat wird bunter. Neben CDU, SPD, FDP und Grünen ziehen weitere politische Kräfte ein. Das macht die Mehrheitsbildung schwieriger - und lässt offen, wer künftig Bürgermeister wird.

Nach der Stadtratswahl beginnt in Otterndorf das Ringen um Mehrheiten.

  • Die CDU ist mit 30,83 Prozent und sieben Sitzen knapp stärkste Kraft geblieben.
  • Die SPD folgt mit 30,01 Prozent und sechs Mandaten. Deutlich zugelegt haben die Grünen: Sie kommen auf 16,03 Prozent und drei Sitze.
  • Einzelbewerber Dirk Grabau und die FDP erhalten jeweils ein Mandat.
  • Neu im Rat sind die AfD mit rechnerisch zwei Mandaten und die Linke mit einem Sitz. Da die AfD nur eine Kandidatin aufgestellt hatte, kann sie einen ihrer beiden Sitze nicht besetzen.
  • Damit wird der neue Rat statt der vorgesehenen 21 nur 20 Mitglieder haben.

CDU und SPD haben gegenüber 2021 deutlich verloren. Die CDU hatte damals 39,28 Prozent und acht Sitze erreicht, die SPD 35,03 Prozent und ebenfalls acht Mandate. Die Grünen verbesserten sich dagegen von 10,69 auf 16,03 Prozent. Gleichzeitig stieg die Wahlbeteiligung von 63,6 auf 71,37 Prozent.

Im Mittelpunkt steht nun die Frage, wer künftig Bürgermeister der Stadt sein wird. Dabei richten sich die Blicke erneut auf Amtsinhaber Claus Johannßen (SPD) und seinen Vorgänger Thomas Bullwinkel (CDU). Bei den persönlichen Stimmen lag Bullwinkel mit 1669 Stimmen deutlich vor Johannßen, der 1527 Stimmen erhielt. Die Diskussion um die falsche Berufsbezeichnung in den Wahlvorschlägen hat dem CDU-Politiker damit offenbar nicht geschadet. Aus der Sitzverteilung ergibt sich für keinen der beiden jedoch automatisch eine Mehrheit.

Michael Merz sieht klaren Gestaltungsauftrag für CDU

Die CDU leitet aus dem Wahlergebnis einen Führungsanspruch ab. Michael Merz, Vorsitzender des CDU-Samtgemeindeverbands Land Hadeln, spricht von einem "klaren Gestaltungsauftrag" für seine Partei und verweist zugleich auf Bullwinkels persönliches Ergebnis. Die CDU wolle nun mit den anderen Parteien und den Einzelbewerbern sprechen. Über mögliche Konstellationen schweigt Merz vorerst. Fest legt sich die CDU allerdings bei zwei Parteien: "Eine Zusammenarbeit mit der AfD und den Linken schließen wir weiterhin konsequent aus."

Auch die SPD hält sich mit Aussagen über konkrete Mehrheiten zurück. Das Wahlergebnis habe die Mehrheitsfindung "anspruchsvoller gemacht", erklärt der SPD-Fraktionsvorsitzende Malte Hinck. Die demokratischen Kräfte hätten den Auftrag, "tragfähige Lösungen für unsere Stadt zu erarbeiten". Derzeit liefen vertrauliche Gespräche, zu personellen Fragen oder möglichen Bündnissen wolle sich die SPD deshalb noch nicht äußern. Klar ist auch hier eine Abgrenzung: Gespräche mit der AfD schließt die SPD aus.

Eine Schlüsselrolle könnten die Grünen mit ihren drei Mandaten spielen. Fraktionsvorsitzender Peter Martin Stelzenmüller will sich kurz nach der Wahl ebenfalls nicht auf einen Partner oder einen Bürgermeisterkandidaten festlegen. "Wir haben Gespräche mit allen demokratischen Parteien und Einzelbewerbern terminiert", sagt er. Erst danach wolle die Fraktion Ergebnisse bekannt geben.

Auch Tobias Linne von der Linken hält sich eine abschließende Entscheidung noch offen. Eine mögliche Kooperation mit SPD und Grünen liege für ihn näher als mit CDU und FDP, erklärt er; zugleich verweist er auf den Unvereinbarkeitsbeschluss der CDU gegenüber der Linken. Erste Kontakte und Gespräche würden von seiner Seite "definitiv ergebnisoffen" geführt. Anschließend wolle er sich mit seinem Kreisverband beraten und über eine Zusammenarbeit sowie die Bürgermeisterwahl entscheiden. Wichtig seien ihm "eine solidarische, soziale und nachhaltige Politik", die gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern ehrlich sei. Entscheidungen würden in der frühen Phase der Gespräche nicht "übers Knie gebrochen".

Besondere Aufmerksamkeit richtet sich zudem auf die FDP. Sie ist von zwei Sitzen auf ein Mandat zurückgefallen. FDP-Ratsherr Carsten Nickel nennt das Ergebnis "enttäuschend". Wen er bei der Bürgermeisterwahl unterstützen will, sei noch offen: "Das überlege ich mir noch." Zwar sei die "Schnittmenge mit der CDU größer", doch wolle er die weitere Zusammenarbeit erst in Ruhe besprechen. Als Kriterien für seine Bürgermeisterentscheidung nennt Nickel unter anderem Teamfähigkeit, Engagement, Akzeptanz in der Bevölkerung sowie "Visionen und Ideen" für die Weiterentwicklung der Stadt.

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Christian Mangels

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