Wolf erneut in Otterndorf gesichtet: Tier nähert sich Ferienhof bis auf wenige Meter
Gelassen und nahezu unbeeindruckt von Hupen und Ansprache zeigte sich ein Wolf, der am frühen Montagmorgen nahe eines Ferienhofs in Otterndorf gesichtet wurde. Das Tier hielt sich nur rund 50 Meter vom zentralen Hofbereich entfernt auf.
Nachdem Wolfssichtungen am Pfingstmontag in Altenwalde sowie entlang der L118 zwischen Otterndorf und Neuenkirchen für Aufsehen gesorgt hatten, ist es am frühen Montagmorgen (1. Juni 2026) erneut zu einer Begegnung gekommen. Diesmal wurde das Tier unmittelbar am Ferienhof Katthusen an der Wesermünder Straße gesichtet.
Ob es sich um denselben Wolf handelt, der bereits in der vergangenen Woche beobachtet wurde, ist unklar. Auffällig ist jedoch, dass sich die Sichtungen entlang der L118 häufen.
Markus Mushardt, Betreiber des Ferienhofs, schildert die Situation gegenüber der Redaktion von CNV-Medien. Gegen 5.30 Uhr sei er auf dem Weg zur Arbeit auf dem Hof gewesen, als er den Wolf bemerkte.

Ferienhof-Betreiber schildert Begegnung
"Der Wolf saß auf einem Acker direkt neben unserer Hofauffahrt. Die Entfernung betrug vielleicht sechs bis acht Meter", berichtet Mushardt. Von dort seien es lediglich rund 50 Meter bis zum zentralen Hofplatz des Betriebs - dem Bereich, auf dem sich Gäste, Kinder und Tiere gewöhnlich aufhalten.
Nach seinen Angaben wirkte das Tier ausgesprochen ruhig. "Im ersten Moment hat es weder auf Hupen noch auf Ansprache reagiert. Ich habe das Fenster geöffnet und versucht, auf mich aufmerksam zu machen, aber der Wolf ließ sich davon kaum beeindrucken", so Mushardt gegenüber cnv-medien.de. Erst nach einiger Zeit habe sich das Tier über die angrenzenden Ackerflächen in Richtung Neuenkirchen in Bewegung gesetzt.

Mulmiges Gefühl wegen der Nähe zu Kindern und Tieren
Besonders die Nähe zum Hof habe bei ihm ein mulmiges Gefühl hinterlassen: "Bei uns spielen regelmäßig kleine Kinder auf dem Gelände. Außerdem haben wir Pferde im Paddock, frei laufendes Geflügel sowie Hunde und Katzen auf dem Hof. Da ist es schon bemerkenswert, wenn ein Wolf bis auf etwa 50 Meter an den zentralen Hofbereich herankommt."
Bereits nach den Begegnungen in Altenwalde und Otterndorf war in sozialen Netzwerken kontrovers diskutiert worden. Während einige Bürger die Sichtungen als außergewöhnliches Naturerlebnis einordneten, äußerten andere Sorgen über die offenbar geringe Scheu einzelner Tiere. "Der Wolf hat uns bislang nichts getan und wir hoffen natürlich, dass das auch so bleibt. Trotzdem würden wir uns wünschen, dass er sich langfristig ein Revier abseits von Höfen und Wohngebieten sucht", so Mushardt.
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