P-8A Poseidon revolutioniert Marineflieger: Neue Ära beginnt
Mit der Einführung der P-8A Poseidon beginnt bei der Marine eine neue Ära. Der Kommandeur der Marineflieger Broder Nielsen und der Kommodore des Geschwaders Oliver Ottmüller berichten im Interview mit Jens Potschka über die jüngsten Entwicklungen.
Herr Kapitän zur See Nielsen, mit der P-8A Poseidon erhält die Deutsche Marine das modernste Seefernaufklärungsflugzeug der Nato. Was bedeutet dieser Schritt für die gesamte Marinefliegertruppe strategisch?
Broder Nielsen: Die deutschen Marineflieger haben seit jeher eine strategische Bedeutung, denn wir werden gegen die strategischen Waffen, namentlich nuklear betriebene und bewaffnete U-Boote, eingesetzt. Die Einführung der P-8A Poseidon ist für uns aber in der Tat ein strategischer Meilenstein. Sie ersetzt nicht nur ein älteres System, sondern hebt unsere Fähigkeiten in der U-Boot-Bekämpfung, maritimen Aufklärung und Lagebilderstellung auf ein komplett neues technologisches Niveau.
Wie verändert die P-8A die Führungsfähigkeit Ihrer Verbände im übergeordneten maritimen Lagebild?
Broder Nielsen: Die P-8A liefert uns schneller, präziser und zuverlässiger Informationen. Mit einem voll digitalisierten System und leistungsstarken Sensoren verbessert es die Qualität des maritimen Lagebildes erheblich und ermöglicht unserer Führung, schneller fundierte Entscheidungen zu treffen - sowohl national als auch im multinationalen Verbund.
Viele Nato-Partner nutzen die Poseidon seit Jahren. Wie fügt sich Deutschland mit den Marinefliegern nun in das P-8-Netzwerk ein - eher als Nachzügler oder als gleichberechtigter Partner auf Augenhöhe?
Broder Nielsen: In der Nato verfügen bislang die USA, Großbritannien und Norwegen über diese Luftfahrzeuge, und Kanada wird mit Sicherheit folgen und hoffentlich auch noch andere Partner. Aber es geht nicht darum, wann man dieses Luftfahrzeug beschafft, sondern darum, was man draufhat. Und ich kann voller Stolz sagen: Unsere Marineflieger sind im Bereich der U-Boot-Jagd anerkanntermaßen Weltklasse! Jetzt verbinden wir diese Exzellenz mit der modernsten Version der P-8A Poseidon. Deutschland wird somit im P-8-Netzwerk nicht nur ein vollwertiger Partner auf Augenhöhe sein, sondern sehr bald eine Führungsrolle übernehmen.
Welche Rolle erwarten Sie für Nordholz und das MFG 3 in zukünftigen Nato-Operationen, z. B. in der Nordflanke?
Broder Nielsen: In der Kriegsführung geht es immer auch um die Raumkenntnis des Operationsgebietes. Die deutschen Marineflieger kennen sich besonders gut aus in der Ostsee und in den Gewässern zwischen Grönland, Island, Großbritannien und Norwegen. Deshalb werden wir im Nord- und Ostseeraum wie auch in der Nordflanke der NATO eine zentrale Rolle spielen. Die Region ist geopolitisch sensibel, die Präsenz feindlicher U-Boote immer hoch. Mit der P-8A und dem MFG 3 können wir verlässlich zur Überwachung und Abschreckung beitragen.
Die Angriffe auf Unterseekabel, die "Schattenflotte" und Sabotagegefahren zeigen neue Verwundbarkeiten. Können die Marineflieger mit der Poseidon hier entscheidende Fähigkeiten beitragen?
Broder Nielsen: Die neuen Bedrohungen zeigen, wie verwundbar maritime Infrastruktur ist. Die P-8A ist hervorragend geeignet, ungewöhnliche Aktivitäten auf, über und unter der Wasseroberfläche zu detektieren. Damit können wir einen wichtigen Beitrag leisten und frühzeitig Risiken erkennen. Einschränkend muss ich jedoch sagen: Wir sind U-Boot-Jäger und keine Überwachungspatrouille für Unterwasserkabel oder Pipelines. Hierfür bedürfte es noch anderer Sensoren, etwa eines bathymetrischen LiDAR-Sensors, der in der Lage ist, in seichtem Gewässer Unterwassertopografien aufzuzeichnen.
Wie bewerten Sie den aktuellen sicherheitspolitischen Trend zu hybriden Bedrohungen - und welche Konsequenzen hat das für Ausbildung und Einsatzprofile?
Broder Nielsen: Wir sehen eine klare Rückkehr zur Landes- und Bündnisverteidigung. Das bedeutet: anspruchsvollere Ausbildungsprofile, mehr Fokus auf komplexe Mehrbedrohungsszenarien und eine stärkere Einbindung in NATO-Planungen. Unsere Besatzungen müssen heute breiter ausgebildet und flexibler einsetzbar sein. Dazu erwarte ich, dass die Ausbildung wieder deutlich mehr Wert auf körperliche und mentale Fitness legt, um im Gefecht bestehen zu können.
Autonome Systeme gewinnen an Bedeutung - Drohnen unter Wasser und in der Luft. Welche Rolle werden Marineflieger künftig in der Integration solcher Systeme spielen?
Broder Nielsen: Unbemannte Systeme werden unsere Arbeit in Zukunft ergänzen. Drohnen können persistente Überwachung übernehmen und Sensorreichweiten erweitern. Die Marineflieger beschäftigen sich intensiv damit, wie man solche Systeme sinnvoll integriert, und ich gehe sicher davon aus, dass wir diese Systeme zukünftig auch über Nordholz sehen werden.
Wie bereitet sich die Marinefliegerführung auf mögliche künftige Modernisierungsschritte vor, etwa im Bereich Sensorik, Datenfusion oder künstliche Intelligenz?
Broder Nielsen: Die P-8A ist erst der Anfang der umfassenden Modernisierung unserer fliegenden Flotte. Genauso entscheidend sind moderne Sensorik, bessere Datenverarbeitung und KI-gestützte Analysen. Dies werden zentrale Themen der nächsten Jahre. Ziel ist ein noch präziseres und schneller aktualisiertes Lagebild. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, denn die Datenmassen, die von einer P-8A aufgenommen werden, können ohne kluge Auswertesysteme nicht mehr allein von Menschenhand bewältigt werden. Wichtig bleibt aber auch: Jede technologische Erweiterung muss sicher, robust und militärisch verlässlich sein.
Die Marineflieger sind stark spezialisiert, aber der Personalmarkt ist angespannt. Wie wollen Sie die Attraktivität des Dienstes weiter erhöhen?
Broder Nielsen: Es gibt nichts Attraktiveres, als Marineflieger zu sein! Ich weiß das - ich bin seit 42 Jahren dabei! Und das meine ich sehr ernst, denn wir haben außergewöhnlich viel zu bieten: High-End-Technik, anspruchsvolle Ausbildung, Teamarbeit und die Möglichkeit, in einem hochmodernen Umfeld Verantwortung zu tragen. Das Problem, mit dem wir zu kämpfen hatten, war, dass die Marineflieger fernab der Küste über einen zu geringen Bekanntheitsgrad verfügten und wir lange für unsere alternden Luftfahrzeuge belächelt wurden. Das wird sich nun mit den neuen Waffensystemen, modernsten Flugzeugen und Hubschraubern ändern. Wir werden moderne Infrastruktur erhalten und auch weiterhin ein Arbeitgeber sein, der sich um eine gute Vereinbarkeit von Dienst und Familie kümmert und sehr attraktive Karrierewege bietet - und das mit einer hohen Standortsicherheit. Ein Teil vom Team Marineflieger zu sein, ist immer noch megacool.
Welche Bedeutung hat der Standort Nordholz aus Ihrer Sicht für die gesamten Marineflieger - operativ, historisch und gesellschaftlich?
Broder Nielsen: Nordholz ist Geburtsstätte der deutschen Marineflieger. Hier wurde 1913 die erste Luftschiffabteilung aufgestellt. Schon damals wusste man um den operativen Standortvorteil. Und dieser gilt heute immer noch. Wir sind nah an unseren Operationsgebieten der Nord- und Ostsee und dem Nordatlantik. Gleichzeitig sind wir für andere Alliierte Abstützpunkt für deren Einsätze. Wir sind als Marineflieger der größte Arbeitgeber der Region. Und, wir werden weiterwachsen. Das können wir hier tun, weil der gesellschaftliche Rückhalt einzigartig ist. Ich erhalte überall großen Zuspruch für unsere Rolle in dieser Region, denn wir werden nie als Konkurrent, sondern immer als Partner wahrgenommen.
Was wünschen Sie sich persönlich für das "neue Kapitel" Marinefliegerei in Deutschland?
Broder Nielsen: Dass wir mit der Begeisterung, die wir in uns tragen, möglichst viele Menschen für unsere Passion, die Marinefliegerei, gewinnen können. Denn, ohne Menschen nützt auch das modernste Flugzeug nichts.
Oliver Ottmüller: Für die nahe Zukunft wünsche ich mir, dass wir ausreichend Zeit bekommen, die Einführung der P-8A ordentlich durchzuführen, um der Deutschen Marine schnellstmöglich einsatzbereit zur Verfügung zu stehen. Ferner hoffe ich, dass wir Marineflieger mit diesem modernen Waffensystem schon bald zusammen mit unseren Partnern einen wichtigen Beitrag für die Sicherheit der Seewege auf der Welt leisten können.
Welche Botschaft möchten Sie den Menschen im Cuxland und darüber hinaus mitgeben, die die Entwicklung in Nordholz mit großem Interesse verfolgen?
Broder Nielsen: Die Menschen hier begleiten die Marineflieger seit Jahrzehnten. Dafür bin ich sehr dankbar. Wir wollen auch weiterhin ein guter Nachbar, verlässlicher Partner und engagierter Teil dieser Gemeinschaft sein. Die Entwicklung in Nordholz ist ein Gewinn für die Region und ein Beitrag zur Sicherheit der Seewege und damit zum Schutz Deutschlands und Europas. Ich wünsche mir, dass der militärische, technologische und strategische Leuchtturm, der hier in Nordholz entsteht, folgende Signale ausstrahlt. 1. An die Menschen im Land: Die Marineflieger sind ein wichtiger, sinnstiftender Arbeitgeber, auf den militärisch Verlass ist. 2. An die Industrie, Wirtschaft, Kommunen und Verwaltung: Nehmt eure Verantwortung für die Verteidigung unseres Landes an und wahr. 3. An unsere Gegner: Wagt es nicht!
Oliver Ottmüller: Wir Marineflieger sind seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil der Region. Die Einbindung in das Cuxland beeindruckt mich seit meiner Zeit als Copilot in den 1990er Jahren. Eine Verbindung, die aus meiner Sicht einmalig ist. Deshalb ist es uns wichtig, den direkten Kontakt zu pflegen. Wir werden daher im kommenden Jahr endlich wieder einmal die Türen öffnen, um der Bevölkerung die Entwicklung im Marinefliegerstützpunkt und die neuen Systeme am Tag der Bundeswehr am 6. Juni 2026 zu präsentieren! Sie sind alle herzlich dazu eingeladen!
Herr Kapitän zur See Ottmüller, Sie haben die erste deutsche P-8A selbst von Seattle nach Deutschland überführt. Welcher Moment dieses mehrstufigen Flugs war für Sie persönlich der prägendste?
Oliver Ottmüller: Die Überführung des Flugs durfte ich zusammen mit einem Team erleben, das für die Marineflieger Geschichte geschrieben hat. Ein ganz besonderer Flug, der durchgehend geprägt war von der Freude und Begeisterung jedes einzelnen Besatzungsmitglieds über das neue Flugzeug und von einer großen Neugier, das Gelernte endlich in unserer eigenen Poseidon umsetzen zu dürfen!
Wie hat sich das Stimmungsbild im Geschwader seit dem Eintreffen der ersten Maschine verändert? Spürt man so etwas wie eine neue Aufbruchsstimmung in Nordholz?
Oliver Ottmüller: Bereits beim ersten Einflug auf dem Marinefliegerstützpunkt am 7. November schlug uns die Begeisterung der Geschwaderangehörigen entgegen, die am Freitagabend für einen großen Bahnhof gesorgt haben! Diese positive Stimmung trägt sich bis heute durch jeden Tag. Denn nun ist die Zukunft sichtbar und greifbar! Gerade gestern habe ich unser technisches Team noch einmal bei der Wartung der P-8A besucht, und dabei bin ich ausnahmslos auf glückliche Gesichter gestoßen. Die Aufbruchsstimmung ist spürbar.
Die P-8A ersetzt die P-3C Orion - einen langjährigen "Arbeitspferd"-Typ. Wo liegen für Ihre Besatzungen die größten Umstellungen im täglichen Flugbetrieb?
Oliver Ottmüller: Mit der Einführung der P-8A Poseidon wird das MFG3 erstmals einen Seefernaufklärer und U-Boot-Jäger mit Jet-Triebwerken betreiben. Das wird eine deutliche Umstellung für die gesamte Besatzung. Denn das Flugzeug wird sich deutlich schneller fortbewegen. Das ist für die Einsatzplanung und Operation zukünftig mitzudenken. Ferner wird uns die P-8 eine zuverlässigere Einsatzbereitschaft und mehr Flugstunden bereitstellen.
Wie groß war der technische Sprung für Ihre Crews beim Umstieg von einer analogen P-3C auf die voll digitalisierte Poseidon - eher Umstellung oder Befreiungsschlag?
Oliver Ottmüller: Zunächst einmal bedeutet der Wechsel auf ein neues System eine lange Ausbildungszeit für viele Geschwaderangehörige, die uns in den letzten Monaten auf Trab gehalten hat. Und nun, mit der Ankunft der ersten Maschine, muss sich jede und jeder am Arbeitsplatz zurechtfinden und hart dafür arbeiten, um den gleichen Level wie auf der altbewährten P-3C zu erreichen. Und das auf einem völlig digitalisierten System! Das ist eine große Umstellung und eine ebenso große Herausforderung.
Die P-8A ermöglicht längere Einsatzzeiten über entlegenen Seegebieten. Welche konkreten neuen Einsatzmöglichkeiten gewinnt das Geschwader damit im Nordatlantik, der Nordsee und dem Mittelmeer?
Oliver Ottmüller: Das ist richtig. Wir erwarten uns aufgrund der modernen, kraftvollen Triebwerke einen schnelleren Flug in das und aus dem Einsatzgebiet und eine erhöhte Aufenthaltsdauer im Seegebiet, die sich durch die Möglichkeit zur Luftbetankung noch weiter steigern lässt. Damit können wir der NATO diese strategische Fähigkeit zur Verfügung stellen, die ausdauernd Seeräume aufklären und U‑Boote jagen kann.
Wie verändert die Möglichkeit zur Luftbetankung die Einsatzplanung der Marineflieger grundsätzlich?
Oliver Ottmüller: Unsere neue Poseidon wird in der Tat über die Möglichkeit zur Luftbetankung verfügen. Dadurch können wir die gesamte Flugzeit und damit die Aufenthaltsdauer in einem zugewiesenen Seegebiet deutlich erhöhen und unsere Fähigkeiten noch länger bereitstellen. Allerdings kann das Flugzeug auch ohne weitere Betankung von Nordholz aus zum Beispiel ins Mittelmeer fliegen, dort für mehrere Stunden einen zugewiesenen Seeraum aufklären und anschließend wieder nach Nordholz zurückkehren. Damit ist die fliegende Besatzung bereits weit über zehn Stunden im Einsatz.
Deutschland steigt mit der P-8A in ein internationales Gemeinschaftssystem ein. Wie hat sich die operative Zusammenarbeit zum Beispiel mit den US-Navy- oder Royal-Navy-Besatzungen seitdem verändert?
Oliver Ottmüller: Wir haben in den letzten Jahrzehnten bereits eine intensive Zusammenarbeit mit unseren amerikanischen und britischen Kameradinnen und Kameraden gepflegt. Manöverteilnahmen und Austausche gehörten zur Tagesordnung. Allerdings flogen wir sowohl mit der Atlantic als auch zuletzt mit der Orion zumeist ein anderes System. Mit unserem neuen Flugzeug werden wir in die P-8-Familie aufgenommen, die im nordatlantischen Raum auch bei den Norwegern geflogen wird. Damit fliegen in unserer direkten Nachbarschaft drei wichtige Partner das gleiche Flugzeug, sodass wir in verschiedensten Bereichen von Synergien profitieren werden.
Inwiefern profitieren Ihre Besatzungen im täglichen Dienst von gemeinsamen Standards und der identischen Ersatzteilwelt?
Oliver Ottmüller: Wir konnten bereits in der Vorbereitung der Einführung der P-8 von den Erfahrungen unserer Partner profitieren. So haben wir durch regelmäßige Austausche und gemeinsames Arbeiten am und im Flugzeug wertvolle Informationen erhalten, die uns nun die Aufnahme des Flugbetriebes erleichtern. Später werden wir bei Verlegungen an andere Plätze zum Beispiel auf Material unserer Partner und deren Expertise zurückgreifen und Personal gegenseitig einsetzen können. Das ist ein enormer Vorteil.
Die Ostsee und Nordsee rücken wegen kritischer Infrastruktur und russischer Aktivität zunehmend in den Fokus. Welche Rolle spielt Nordholz als Stützpunkt bei der maritimen Lagebilderstellung für Deutschland?
Oliver Ottmüller: Wir Marineflieger spielen schon immer in unseren Heimatgewässern Nord- und Ostsee sowie im Nordatlantik eine wichtige Rolle. Bereits zu Beginn der 90er Jahre, als ich als Copilot nach Nordholz kam, flogen wir mit der Atlantic von Island aus zusammen mit den Amerikanern, um U-Boote aufzuklären. Mittlerweile ist Nordholz der einzige Stützpunkt der Marineflieger, sodass die weiträumige Aufklärung über den Meeren durch die Deutsche Marine von hier aus exklusiv bereitgestellt wird. Die Bereitstellung dieser Fähigkeit für die NATO ist essenziell.
Wie wirkt sich der steigende Bedarf an Aufklärung und U-Boot-Jagd auf Ihren täglichen Trainings- und Einsatzrhythmus aus?
Oliver Ottmüller: Wir befinden uns am Ende der zweiten Woche der Aufnahme des Flugbetriebes mit dem neuen Flugzeug. Wir erwarten uns einen hohen Klarstand und damit viele Flugstunden. Allerdings wird es wichtig sein, schnellstmöglich einsatzbereit zu werden, um die Aufgabe, die dieses Jahr unsere P-3 wahrgenommen hat, schnellstmöglich durch die P-8 abzubilden. Wir werden also viel trainieren müssen, um schnell dem steigenden Bedarf gerecht zu werden. Das wird sicher eine große Herausforderung, die wir aber gerne annehmen.
Die Ausbildung erfolgt teilweise in Florida bei der US Navy. Wie groß ist die Herausforderung für Ihre Besatzungen, Ausbildung, Einsatz und Familienleben unter einen Hut zu bringen?
Oliver Ottmüller: Das war in den letzten zwei Jahren wahrlich eine große Herausforderung. Die notwendige Ausbildung fand nicht nur in Florida, sondern auch an verschiedenen Standorten in Europa statt und musste nicht nur von jungen Schülerinnen und Schülern durchlaufen werden. Durch den Umstieg von einem bewährten auf ein neues Flugzeug waren alle Dienstgradgruppen, jedes Alter und viele Bereiche betroffen. Und damit natürlich auch Mütter und Väter, die individuelle Lösungen finden mussten. Dem betroffenen Personal ist es aber stets gelungen, eine umsetzbare Lösung zu finden. Das hat mich sehr beeindruckt.
Welche Botschaft möchten Sie jungen Menschen mitgeben, die eine Karriere im Marinefliegerdienst in Erwägung ziehen?
Oliver Ottmüller: Mit unserem Tag der Schulen und Uniformberufe sprechen wir jedes Jahr viele junge Menschen an. Das Feedback ist immer überaus positiv. Und deshalb kann ich jedem jungen Menschen nur raten: Komm zu uns, schau dir die modernen Systeme an, erfahre über die vielfältigen und beeindruckenden beruflichen Möglichkeiten an unserem Stützpunkt und sprich mit den Soldatinnen und Soldaten vor Ort, sodass du dir einen eigenen Eindruck von der Faszination der Marineflieger machen kannst.
Welche infrastrukturellen Veränderungen stehen in Nordholz im Zuge der Einführung aller acht Maschinen noch bevor?
Oliver Ottmüller: Mit der Einführung der P-8 für die nächsten Dekaden müssen wir die Infrastruktur teilweise anpassen und neue Infrastruktur in Angriff nehmen. Dazu gehören besonders eine neue Flugzeughalle, neue Bereiche für die unterstützenden Elemente und Gebäude für die fliegenden Besatzungen. Hierbei müssen wir von den Standardverfahren abweichen, um zügig zum Ziel zu kommen. Ich bin guter Dinge, dass wir in wenigen Jahren in die ersten Gebäude umziehen können.



