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Niklas Langer, geborener Vocckel, aus Otterndorf ist geprüfter Fischsommelier. In Bremerhaven erwarb er umfassendes Wissen über Fisch und Meeresfrüchte.
Niklas Langer, geborener Vocckel, aus Otterndorf ist geprüfter Fischsommelier. In Bremerhaven erwarb er umfassendes Wissen über Fisch und Meeresfrüchte.
Seltene Auszeichnung

Nur 230 in Europa: Otterndorfer Koch schafft es in exklusiven Kreis der Fischprofis

von Wiebke Kramp | 02.10.2026 Zuletzt aktualisiert: 02.10.2026 14:44 Uhr

Niklas Langer, ein leidenschaftlicher Koch und Angler aus Otterndorf, hat sich in Bremerhaven erfolgreich zum Fischsommelier weitergebildet. Mit fundiertem Wissen über Fisch und Meeresfrüchte möchte er nun sein Umfeld begeistern.

Fische sind sein Steckenpferd - als Koch und als Angler gleichermaßen. Niklas Langer, geborener Vockel, hat diese Leidenschaft jetzt erfolgreich in eine seltene berufliche Fortbildung gesteckt. Der 34-jährige gebürtige Otterndorfer ist geprüfter Fischsommelier und hat als einer der besten vor der Industrie- und Handelskammer (IHK) bestanden. Damit ist er kompetenter Ansprechpartner und Berater zu allen Fragen aus Theorie und Praxis rund um das Thema Fische und Meeresfrüchte. Europaweit gibt es nur rund 230 dieser Fischsommeliers.

Die Zusatzausbildung in Bremerhaven endete vor kurzem mit einer umfangreichen Abschlussprüfung mit Sensoriktest, theoretischer schriftlicher Warenkundeprüfung sowie einer mündlichen Prüfung mit integriertem Praxisteil. Vorher stand intensives Lernen in verschiedenen Modulen aus dem Lehrplan an. In der Fortbildung zum Fischsommelier wurde die Vielseitigkeit von Fisch und Meeresfrüchten in ihrer ganzen Bandbreite thematisiert. Für den Otterndorfer hat sich die ausführliche Auseinandersetzung mit der Thematik ausgezahlt: Schon jetzt steht fest, dass er von 26 Teilnehmern unter den ersten sechs gelandet ist und damit das Prädikat "Higher Level" erzielte.

Niklas wuchs in Otterndorf als jüngstes - und ungestümstes - Kind mit zwei Geschwistern auf. Von klein auf an begeisterten ihn Fische. Das erste Aquarium bekam er von seiner Schwester geschenkt, und Angeln war von Beginn an sein liebstes Hobby. Die verschiedensten Stationen hat Niklas als Koch durchlaufen.

Seine Kochkarriere begann in Cuxhaven

Nach dem Abschluss an den BBS Cuxhaven absolvierte er drei Jahre als Kochlehrling in der "Strandperle" in Cuxhaven-Duhnen und ging anschließend ein halbes Jahr in die "Bullerei" von Tim Mälzer. Ein kurzes Gastspiel führte ihn nach Otterndorf ins "Hotel am Medemufer", bevor er viereinhalb Jahre im Bistro und im Strandhotel von Kristian und Annette Kamp in Duhnen kochte. Niklas baute den Restaurantbereich im Döser Moin-Hotel mit auf und ging danach an die Ostsee.

Seitdem ist er in Timmendorfer Strand beschäftigt. Dreieinhalb Jahre kochte er auf Sterneniveau in der "Orangerie" im "Maritim Seehotel". Als sein Sohn vor acht Jahren geboren wurde, wollte er ein wenig kürzertreten und wechselte für drei Jahre ins "Landhaus Carstens". Anschließend stand in Timmendorf ein weiterer Wechsel ins Haus. Niklas kehrte als Sous-Chef ins Maritim Seehotel zurück. Dort ist er stellvertretender Küchenchef fungiert zudem als Ausbilder.

"Gastronomie ist ja immer so eine Hassliebe, weil man ja auch zu unbequemen Zeiten, an Wochenenden und Feiertagen arbeiten muss", meint der Otterndorfer und fügt schnell hinzu: "Aber die Leidenschaft ist stärker …" Auch seine Frau ist in der Gastro beschäftigt. Mit den beiden Kindern, fünf und acht Jahre alt, bekommen das Niklas und seine Frau erstaunlich gut geregelt, vor allem wenn man bedenkt, dass keine Großeltern vor Ort sind. Aber die knapp bemessene Zeit sorgt dafür, dass er nur selten ,Familie und Freunde in Cuxhaven und Land Hadeln besuchen kann. Doch einmal im Jahr muss es einfach sein. 

Auf die Ausbildung zum Fischsommelier stieß ihn ein Kollege, der meinte, Niklas mit seiner Fachkunde würde das locker schaffen. Also stieg der passionierte Fischkoch in die Materie ein, informierte sich und sprach mit seinem Arbeitgeber, der sich bereit erklärte, ihn zu unterstützen. Zwei jeweils eine Woche dauernde Präsenzblöcke mit jeder Menge Theorie- und Praxisanteil in Bremerhaven sowie zwischen den Blöcken intensives analoges Selbststudium von sehr viel Fachliteratur plus erfolgreiche Prüfung liegen hinter Niklas.

Schulungen für Mitarbeitende in seinem Unternehmen

Und er brennt jetzt darauf, sein erworbenes Wissen über Fischerei, Seafood, Aquakulturen, Ökologie oder Nachhaltigkeit zu vermitteln. Von A wie Austern bis Z wie Zander reicht sein Spektrum, für das er zunächst gerne innerhalb seines Unternehmens Schulungen für Mitarbeitende anbieten möchte.

Und ohne Fisch geht es auch in seiner Freizeit nicht. Angeln ist sein privater Ausgleich. Er geht nicht nur gern auf die Ostsee, sondern angelt gern in den Seen der Holsteinischen Schweiz um Plön herum. "Angeltechnisch ist das hier eine tolle Ecke. In der Natur kann ich abschalten. Das geht nirgendwo so gut wie beim Angeln. Wo sonst hat man schließlich vier oder fünf Stunden das Handy nicht in der Hand …?"

Und was ist sein persönlicher Fisch-Favorit? Selbst wenn er viele Fische gerne isst, muss er nicht lange überlegen: "Der Steinbutt ist schon sehr attraktiv. Er lässt sich gut beangeln, ist ein interessanter Speisefisch und auch morphologisch spannend."

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Wiebke Kramp

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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