Unter den Top 3: Melina "Mille" Sander, wurde in der Wingst geboren und ist in Cuxhaven zur Schule gegangen. Sie ist für den Deutschen Radiopreis 2026 nominiert. Foto: Kiss FM
Unter den Top 3: Melina "Mille" Sander, wurde in der Wingst geboren und ist in Cuxhaven zur Schule gegangen. Sie ist für den Deutschen Radiopreis 2026 nominiert. Foto: Kiss FM
Kategorie "Bestes Interview"

"So eine große Ehre": "Mille" aus der Wingst unter Top 3 für den Deutschen Radiopreis

von Wiebke Kramp | 02.09.2026

Melina "Mille" Sander, talentierte Rap-Moderatorin in Berlin, stammt aus der Wingst und ist in Cuxhaven zur Schule gegangen. Für ein ganz besonderes Interview mit einem Rapper ist sie für den Deutschen Radiopreis 2026 nominiert.

Sie stammt aus der Wingst und startet in Berlin richtig durch. Radio-Moderatorin Melina "Mille" Sander - ausgewiesene Rap-Kennerin - ist für den Deutschen Radiopreis 2026 in der Kategorie "Bestes Interview" nominiert, und zwar mit der Folge "Mille meets Disarstar" beim Sender Kiss FM.

Die Sieger des Deutschen Radiopreises werden am 10. September 2026 feierlich in Hamburg gekürt. Der dritte Platz ist ihr also schon mal sicher.

"Nominierung ist eine so große Ehre für mich"

Die zuständige Jury des Grimme-Instituts wählte das Gespräch mit dem aus Hamburg stammenden Rapper Disarstar aus dem Format "Mille meets - Home of Deutschrap" unter die Top 3 der eingereichten Interviews. In diesem besonderen Gespräch reflektierte der Sänger offen seine dunkle Vergangenheit und den anschließenden Neuanfang, Vatersorgen sowie seine politische Haltung, heißt es seitens des Privatsenders.

Seit fünf Jahren ist Melina "Mille" Sander Moderatorin bei Kiss FM in Berlin. Foto: privat

"Die Nominierung für den Radiopreis ist wirklich so eine große Ehre für mich", sagt "Mille" Sander auf Nachfrage von CNV-Medien: "Ich habe das große Glück, bei Kiss FM genau das machen zu dürfen, was ich liebe und wofür ich brenne. Und das waren schon immer Interviews und die Hip-Hop-Kultur. Von unseren Hörern bekomme ich diese Liebe jede Woche gespiegelt."

Dass jetzt dieses Format für den Preis nominiert sei, beweise, wie wichtig das Genre sei und wie sehr es in die gesellschaftliche Mitte gehöre, findet sie: "Kein anderes Genre erreicht unsere Jugend so schnell, so emotional mit ehrlichen Geschichten." Ihr nominiertes Interview mit Disarstar nennt die Moderatorin "so unglaublich wichtig, weil es um Selbstreflexion geht - es geht um kriminelle Vergangenheit, politische Haltung, handwerkliche Berufe, und es geht vor allen Dingen auch darum, dass es nie zu spät ist, sich zu verändern und zu wachsen." Einen großen Wunsch hegt sie: "Dass durch diese Nominierung vielleicht doch der eine oder andere seine Vorurteile zur Seite schiebt und sich mit dieser Kultur und den unglaublich tollen Künstlern dahinter auseinandersetzt."

Mit dem Rapper "Disarstar" (Gerrit Falius) führte Moderatorin "Mille" Sander ein Interview. Foto: Gregor Fischer/dpa

Im Herzen bleibt sie ein Nordlicht

Sie lebt und arbeitet zwar in Berlin, aber im Herzen bleibt sie immer ein Nordlicht. Sie probiere, mindestens einmal im Monat in den Norden zu kommen. Das fühlt sich an "wie Batterien aufladen und das Herz aufzufüllen", verrät sie.

"Die Wingst und das komplette Umland ist einfach meine Heimat - und wird es für immer sein." Dort habe sie ihre Familie, ihre beste Freundin und ihre ganzen Kindheits- und Jugenderinnerungen. "Hier kann ich auch ohne Navi, ohne Parkplatzsuche, Großstadtstress und ohne U-Bahn unterwegs sein."

Melina Sander besuchte die Grundschule in der Wingst und setzte ihre schulische Laufbahn in Hemmoor und Cadenberge fort. Nach dem Abschluss an der Fachoberschule für Gestaltung in Cuxhaven zog es sie zunächst in die Welt zum Work & Travel nach Spanien, Bulgarien und Thailand. In Nordrhein-Westfalen studierte sie Journalismus.

Mille Sander ist noch regelmäßig auf Heimatbesuch - wie hier am Strand von Cuxhaven. Foto: privat

Die aufstrebende Moderatorin berichtete vor einiger Zeit gegenüber CNV-Medien, dass sie schon als Kind vom kreativen Spiel mit Worten fasziniert gewesen sei - sei es in Reden auf Geburtstagsfeiern oder in Tagebucheinträgen. "Mir fiel es nie schwer, Worte richtig schön zu verpacken. Ich wollte unbedingt Journalistin werden, auch wenn es damals belächelt wurde." Schon seinerzeit sprühte sie im Interview vor Zuversicht: "Wenn man etwas wirklich möchte und daran glaubt, wird es irgendwann passieren."

Während ihres Studiums sammelte Melina Sander Erfahrungen im Print-Journalismus und wandte sich später dem Radio zu. Bei mehreren Praktika merkte sie, dass dafür ihr Herz schlägt. Ein Jobangebot bei Kiss FM in Berlin veranlasste sie schließlich vor fünf Jahren dazu, in die Hauptstadt zu ziehen. Mit offensichtlichem Erfolg.

"Sie begegnet den Größen auf Augenhöhe"

"Wir sind so wahnsinnig stolz auf Mille und ihre Nominierung beim Deutschen Radiopreis 2026", erklärt Franziska Eichmeier, Redaktionsleiterin bei KISS FM. "Mille hat eine seltene Gabe: Sie begegnet den Größen des Deutschrap absolut auf Augenhöhe. Dass Disarstar bei ihr so offen und ungeschönt über seine Vergangenheit gesprochen hat, beweist einmal wieder ihre unverwechselbare Intuition und ihr Einfühlungsvermögen. Sie holt nicht nur Stars wie Raf Camora, Elif oder Kool Savas ins Studio, sondern blickt auch immer hinter den echten Menschen hinter dem Hype."

In ihrem Format "Mille meets" gibt sie den Größen des Deutschrap von Marteria, 01099, Fiinch oder Ski Aggu eine Stimme: Die Sendung läuft jeden Montag von 20 Uhr bis 22 Uhr bei KIiss FM über UKW, DAB+ oder im Stream. Der Privatsender steht ausdrücklich für Hip-Hop und R&B.

Der Deutsche Radiopreis

Seit 2010 werden mit dem Deutschen Radiopreis die besten Radiomacherinnen und -macher Deutschlands geehrt. Stifter des Deutschen Radiopreises sind die Hörfunkprogramme der ARD, Deutschlandradio und die privaten Radiosender in Deutschland. Gesellschafter sind die Radiozentrale - eine gemeinsame Plattform privater und öffentlich-rechtlicher Sender zur Stärkung des Hörfunks - und die NDR Media, die Vermarktungsgesellschaft des NDR. Zu den Kooperationspartnern zählen das Grimme-Institut, die Freie und Hansestadt Hamburg sowie die Radio-Vermarkter ARD MEDIA und RMS. Die Federführung liegt beim Norddeutschen Rundfunk (NDR).

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Wiebke Kramp

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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