Reizgas-Attacke in Diskothek Roes in Lintig: Disco-Besucher in Geestland festgenommen
Ein nächtlicher Großeinsatz in Lintig (Stadt Geestland): Eine versprühte Substanz in der Diskothek Roes führte zu Atemwegsreizungen und Ohnmacht bei Besuchern. Polizei und Rettungskräfte waren stundenlang im Einsatz, während die Ermittlungen laufen.
In Lintig hat in der Nacht zu Sonntag (6. September 2026) ein großer Polizei- und Rettungsdiensteinsatz an der Diskothek Roes stattgefunden. Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei sei gegen 2.25 Uhr in der Diskothek eine stark reizende Substanz versprüht worden, vermutlich Reizgas, umgangssprachlich Pfefferspray. Zu diesem Zeitpunkt hielten sich mehrere hundert Besucherinnen und Besucher in der Diskothek auf.
Viele Besucherinnen und Besucher hätten anschließend über Atemwegsreizungen, Schwindel und teilweise Ohnmacht und Bewusstlosigkeit geklagt. Weil die Lage zunächst unklar war und nicht feststand, wie viele Menschen verletzt worden sein könnten, löste der Rettungsdienst einen sogenannten Massenanfall an Verletzten (MANV) aus. Zahlreiche Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst waren vor Ort.
Zwei Menschen bei Reizgas-Attacke schwer verletzt
Der Rettungsdienst untersuchte und behandelte vor Ort zahlreiche Menschen, hieß es. Nach derzeitigem Stand wurden insgesamt sechs Personen verletzt, teilte die Polizei am Sonntagmorgen mit. Vier von ihnen erlitten leichte, zwei schwere Verletzungen. Sie wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht.
Für Angehörige der Besuchenden wurde im Bereich der Rettungswache an der Lintiger Straße eine Sammelstelle eingerichtet. Von dort konnten die Personen nach und nach geordnet abgeholt werden.
19-Jähriger aus Loxstedt nach Reizgas-Attacke festgenommen
Durch Zeugenhinweise ermittelte die Polizei vor Ort einen 19-jährigen Mann aus Loxstedt als Tatverdächtigen. Er wurde zunächst festgenommen. Da nach Angaben der Polizei keine Haftgründe vorlagen, wurde er nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen.
Die Polizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung. Der Einsatz vor Ort war gegen 6 Uhr beendet. Während des Einsatzes war die Lintiger Straße (L116) voll gesperrt. Zu nennenswerten Verkehrsbeeinträchtigungen kam es nicht.
Die Polizeiinspektion Cuxhaven bedankte sich ausdrücklich bei Feuerwehr, Rettungsdienst und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Disco "für die professionelle Zusammenarbeit". Zudem betonte sie, nahezu alle Besucher sowie die Angehörigen hätten sich sehr kooperativ und verständnisvoll gezeigt. Das habe die Abarbeitung des Einsatzes stark unterstützt.
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