Rekordverdächtig: Mehr Menschen im Kreis Cuxhaven zählten deutlich mehr Vögel
Im Kreis Cuxhaven sorgten begeisterte Naturfreunde für einen Zählrekord bei der "Stunde der Wintervögel". Die Aktion des Nabu zeigt nicht nur das wachsende Interesse, sondern liefert auch wertvolle Daten über die Vogelpopulationen in der Region.
Die Ergebnisse der diesjährigen "Stunde der Wintervögel" zeigen ein außergewöhnlich großes Interesse an der Mitmachaktion des Naturschutzbundes (Nabu) und liefern zugleich erfreuliche Erkenntnisse zur Situation vieler Gartenvogelarten.
In der Elbe-Weser-Region mehr als sonst gezählt
In Niedersachsen beteiligten sich 51 Prozent mehr Menschen an der Vogelzählung als im Vorjahr. In der Elbe-Weser-Region (Landkreise Cuxhaven, Harburg, Osterholz, Rotenburg und Stade) fiel der Zuwachs sogar noch deutlich stärker aus: Hier nahmen 74 Prozent mehr Menschen teil, und es wurden 91 Prozent mehr Vögel gezählt als im vergangenen Jahr.
"Diese Zahlen zeigen eindrucksvoll, wie groß das Interesse an der heimischen Vogelwelt ist", sagt Jana Jensen, Leiterin der Nabu-Regionalgeschäftsstelle Elbe-Weser. "Gleichzeitig liefern die vielen Meldungen eine sehr gute Datengrundlage, um Entwicklungen bei unseren häufigsten Gartenvögeln besser einschätzen zu können."
Die Kohlmeise ist Spitzenreiter
Wie in den Vorjahren dominierten auch diesmal die bekannten Gartenvögel die Zählungen. Haussperling, Amsel, Blaumeise und Kohlmeise wurden am häufigsten gemeldet. Spitzenreiter war die Kohlmeise mit insgesamt 8.741 Sichtungen in der Region. Sie ist damit in der Elbe-Weser-Region der am häufigsten beobachtete Wintervogel an Futterstellen und in Gärten.
Besonders erfreulich ist die Entwicklung der Amsel. Nach den starken Verlusten durch das Usutu-Virus in den vergangenen Jahren zeigen die aktuellen Zählergebnisse eine deutliche Erholung. "Dass nahezu viermal so viele Amseln gezählt wurden wie im Vorjahr, ist ein sehr positives Signal und macht Hoffnung auf eine weitere Stabilisierung der Populationen", sagt Jana Jensen.
Zahlreiche Trupps von Goldammern
Auffällig waren in diesem Winter zudem die zahlreichen Trupps von Goldammern, die vielerorts gemeinsam an Futterstellen beobachtet wurden. Dieses Verhalten ist aus der Fachliteratur bekannt und tritt vor allem in härteren Wintern verstärkt auf, wenn sich die Vögel zur Nahrungssuche zusammenschließen.
Als einziger ausgeprägter Wintergast spielte in diesem Jahr die Rotdrossel eine besondere Rolle. Sie wurde vergleichsweise häufig gemeldet und zeigt damit, wie wichtig strukturreiche Gärten und naturnahe Flächen auch für überwinternde Vogelarten aus Nordeuropa sind.
Der Nabu dankt allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für ihr Engagement. Die Ergebnisse der Stunde der Wintervögel leisten einen wichtigen Beitrag zum besseren Verständnis der Vogelwelt und unterstreichen, wie wertvoll Gärten, Balkone und Futterstellen gerade im Winter für viele Arten sind. (red)
