Mit dem Seenotrettungskreuzer "Hermann Marwede" der DGzRS sind die Seenotretter in einem Wintersturm im Einsatz für einen Segler in Lebensgefahr. Foto: Die Seenotretter – DGzRS
Mit dem Seenotrettungskreuzer "Hermann Marwede" der DGzRS sind die Seenotretter in einem Wintersturm im Einsatz für einen Segler in Lebensgefahr. Foto: Die Seenotretter – DGzRS
Sturm auf der Nordsee

Segler vor Helgoland in Lebensgefahr: Seenotretter und Marineflieger im Einsatz

von Redaktion | 08.01.2026

Wintersturm, kaum Sicht und ein Segler allein auf See: Westlich von Helgoland kam es zu einem Einsatz von Seenotrettern & Marinefliegern. Wie die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger mitteilt, stand dabei ein Menschenleben auf dem Spiel.

Bei schwerem Winterwetter haben Marineflieger und Seenotretter am Mittwoch (7. Januar 2026) einen norwegischen Einhandsegler aus akuter Lebensgefahr gerettet. Wie die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) mitteilt, war der Mann westlich von Helgoland nach schweren Schäden an seiner Jacht manövrierunfähig geworden.

Jacht nach Mast- und Motorschaden manövrierunfähig

Gegen 13.45 Uhr setzte der Skipper über Funk einen Notruf an die von der DGzRS betriebene Rettungsleitstelle See, das Maritime Rescue Co-ordination Centre Bremen (MRCC) ab. Motorprobleme und ein beschädigter Mast hatten seine rund neun Meter lange Jacht außer Gefecht gesetzt. Zu diesem Zeitpunkt tobte ein Sturm der Stärke neun Beaufort mit Windgeschwindigkeiten bis zu 88 Kilometern pro Stunde, die Wellen erreichten Höhen von bis zu fünf Metern. Schnee- und Hagelschauer reduzierten die Sicht auf unter 150 Meter. Diese Angaben stammen nach DGzRS-Angaben aus der Einsatzdokumentation.

Marinehubschrauber zufällig vor Ort

Die Einsatzleiter alarmierten umgehend den auf Helgoland stationierten Seenotrettungskreuzer "Hermann Marwede", der sofort auslief. Währenddessen trieb die Jacht weiter nach Norden ab. Trotz extrem eingeschränkter Sicht fanden die Seenotretter das beschädigte Boot nach etwa einer Stunde. Zufällig befand sich zu diesem Zeitpunkt auch ein Marinehubschrauber auf einem Übungsflug im Seegebiet und blieb vor Ort in Bereitschaft - so die Informationen der DGzRS.

Leinenübergabe scheitert an Erschöpfung des Skippers

Mehrere Versuche, dem erschöpften Segler per Leinenschussgerät eine Schleppleine zu übergeben, blieben erfolglos. Dem Mann fehlten die Kräfte, die Leine einzuholen. Schließlich übernahmen die Marineflieger die Rettung: Der Norweger wurde per Seilwinde aus seiner Jacht aufgenommen. Das Boot musste aufgegeben werden. Anschließend flog der Hubschrauber den Geretteten sicher an Land.

Eine erste medizinische Untersuchung ergab laut DGzRS, dass der Segler die Notlage den Umständen entsprechend gut überstanden hatte. Die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung plant derzeit, die führerlose Jacht zu bergen.

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?

(1 Stern: Nicht gut | 5 Sterne: Sehr gut)

Feedback senden

CNV-Nachrichten-Newsletter

Hier können Sie sich für unseren CNV-Newsletter mit den aktuellen und wichtigsten Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven anmelden.

Die wichtigsten Meldungen aktuell


Bild von Redaktion
Redaktion

Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung
Tel.: 04721 585 360

redaktion@no-spamcuxonline.de

Lesen Sie auch...
In eigener Sache

Auch die Wochenzeitung Elbe Weser Kurier wird wegen des Wetters verspätet zugestellt

von Redaktion

Die Wetterlage sorgt für Verzögerungen bei der Zeitungszustellung im Norden. Leserinnen und Leser des Elbe Weser Kuriers müssen sich auf Wartezeiten einstellen und können ihre Ausgaben möglicherweise erst zum Wochenstart erhalten.

Gefahr immer präsent

Hochwassermarken halten Erinnerung an die Flut im Januar 1976 im Kreis Cuxhaven wach

von Christian Mangels

Sie sind bis heute fest im Gedächtnis der Cuxland-Bewohner verankert - die Sturmfluten von 1962 und 1976. Hochwassermarken erinnern an die großen Überschwemmungen und stärken die Wahrnehmung für die stets bestehende Hochwassergefahr an der Nordsee. 

Winterdienst

"Typisch winterlich" in Cuxhaven und Umgebung - Landkreis sieht keine Extremlage

von Redaktion

Der Winterdienst im Kreis Cuxhaven stellt sich mit einem Mix aus Mensch und Technik den winterlichen Herausforderungen. Trotz begrenzter Ressourcen wird die Sicherheit auf 481 Kilometern Kreisstraßen gewährleistet.