"Heute: 150 Minuten später" ist am Donnerstagmorgen auf der Anzeigetafel in Hechthausen zu lesen. Foto: Grell
"Heute: 150 Minuten später" ist am Donnerstagmorgen auf der Anzeigetafel in Hechthausen zu lesen. Foto: Grell
Pendlerfrust

Stillstand auf Schienen: Warum im Zugverkehr im Kreis Cuxhaven Donnerstag nichts ging

23.01.2025

Wieder einmal Ärger mit den Zügen. Schon vor einigen Tagen kam es auf der Strecke des RE5 zwischen Cuxhaven und Hamburg zu Ausfällen und Verspätungen. Jetzt ist nicht nur diese Strecke betroffen, sondern auch die von Cuxhaven bis Bremerhaven.

Am Donnerstagmorgen (23. Januar 2025) kam es erneut zu massiven Problemen auf der Bahnstrecke zwischen Cuxhaven und Hamburg. Der Zugverkehr wurde erheblich eingeschränkt: Die Regionalzüge fuhren lediglich zwischen Hamburg und Stade hin und zurück. Auf dem Abschnitt zwischen Stade und Cuxhaven herrschte Stillstand - und das über Stunden.

Die Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser (evb) waren ebenfalls betroffen und mussten aufgrund von Zugausfällen kurzfristig einen Schienenersatzverkehr mit Bussen organisieren. Andrea Stein, Pressesprecherin der evb, erklärt: "Trotz des hohen Fahrgastaufkommens durch den Schülerverkehr konnten wir innerhalb kurzer Zeit Ersatzbusse bereitstellen."

Viele Reisende im Cuxland mussten am Donnerstagmorgen auf Busse ausweichen. Symbolbild: Wüstneck/dpa

Defektes Stellwerk in Hechthausen als Ursache

Die Ursache für die Störungen war ein ausgefallenes Stellwerk in Hechthausen, das den gesamten Bahnverkehr zwischen Stade und Cuxhaven lahmlegte. Dieses technische Problem beeinträchtigte nicht nur den Betrieb der RE 5, sondern auch die Strecke zwischen Bremerhaven-Lehe und Cuxhaven.

Auch die Pressestelle von Start Unterelbe bestätigt die Auswirkungen des defekten Stellwerks, weist jedoch darauf hin, dass keine näheren Auskünfte dazu gegeben werden können, da es sich um die Infrastruktur und das Personal der Deutschen Bahn AG handelt. "Uns liegen hierzu keine weiteren Informationen vor", fügt auch Andrea Stein (evb) hinzu.

Auf Nachfrage teilt die Deutsche Bahn mit, dass die Störung zwischen 6.15 Uhr und 11 Uhr durch einen Defekt an der Stromversorgung verursacht wurde. Mitarbeitende der Deutschen Bahn haben das Problem schließlich behoben, sodass der Zugverkehr wieder planmäßig laufen konnte. "Wir entschuldigen uns bei allen Betroffenen für die entstandenen Unannehmlichkeiten", so Sabine Brunkhorst, Sprecherin der Deutschen Bahn für Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Bremen.

Auch in Otterndorf lassen die Züge auf sich warten. Foto: Lütt

Warum ein Stellwerk so wichtig ist

Die Pressestelle von Start Unterelbe erläutert zudem die zentrale Funktion eines Stellwerks: "Der Fahrdienstleiter regelt im Stellwerk den sicheren und reibungslosen Betriebsablauf. Die Sicherheit hat im Eisenbahnverkehr oberste Priorität. Ist ein Stellwerk defekt, kann - je nach Art der Störung - ein sicherer Bahnbetrieb nicht mehr gewährleistet werden."

Stillstand in der Wingst: Wartende Reisende und Ersatzbusse

Besonders chaotisch war die Lage auf der Strecke durch das Land Hadeln bis nach Cuxhaven. In der Wingst stand ein Zug zwar am Bahnhof, verließ diesen jedoch stundenlang nicht. Unterdessen sammelten sich zahlreiche Fahrgäste an der Bushaltestelle vor dem Hotel Peter, um auf die Schienenersatzbusse zu warten.

Und auch auf den Bahnhöfen in Cadenberge und Otterndorf sowie beim eigentlichen Ziel- oder Startbahnhof Cuxhaven herrschte großes Rätselraten, wann denn irgendein Zug fahren würde. Ein Beispiel dafür: Es haben Bahnreisende in Otterndorf, darunter zahlreiche Berufspendler und Schüler, die in Richtung Cuxhaven wollten, zunächst den 7.37-Uhr-Zug nehmen wollen. Dieser fiel aber wegen der Stellwerks-Misere aus.

Bahnstrecke Cuxhaven-Hamburg: Verspätung folgt auf Verspätung

Aber der 6.35-Uhr-Zug sollte noch kommen, avisierte Abfahrtszeit 7.53 Uhr. Also wäre die Abfahrtszeit noch im erträglichen Rahmen gewesen. Als der Zug dann für 8.03 Uhr, also noch einmal zehn Minuten später, angekündigt wurde, war die Laune noch einigermaßen. Doch kurze Zeit wurden die Gesichter länger. Noch eine halbe Stunde drauf, also schon zwei Stunden nach Plan. Als dann auch noch der 8.37-Uhr-Zug, der eigentlich von Otterndorf in Richtung Cuxhaven fährt, auf der Anzeige mit dem Zusatz "heute nach Stade" versehen wurde, herrschte ungläubiges Staunen. Selbst die weibliche Computerstimme verkündete dies über die Lautsprecheranlage am Bahnsteig 1. "Das waren noch Zeiten, als Bahnhofsvorsteher richtige Informationen vor Ort gegeben haben", seufzte ein Reisender, als dann eine 150-minütige Verspätung an der Anzeigentafel für den 6.35-Uhr-Zug angezeigt wurde...

Von Vanessa Grell und Tamina Francke

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