Tauwetter nach dem Winter-Chaos: So entwickelt sich das Wetter im Kreis Cuxhaven
Das Winterwetter sorgte für Schnee, Sturm und glatte Straßen im Kreis Cuxhaven. Jetzt setzt Tauwetter ein und temporär kam es zu einer Straßensperrung. Wie sich das Wetter in den kommenden Tagen entwickelt, erläutert ein Meteorologe.
Schnee knirschte unter den Schuhen, Sturmböen peitschten über Straßen und Felder, glatte Fahrbahnen sorgten für angespannte Autofahrten. Der Unterricht an Schulen fiel aus und Geschäfte schlossen früher - der Winter hatte zuletzt kräftig zugeschlagen. Inzwischen hat sich die Wetterlage jedoch deutlich gewandelt: Mildere Luft sorgt für Tauwetter.
"Aktuell bestimmen die Ausläufer atlantischer Tiefs mit feuchtmilder Luft unser Wetter", erklärt Niklas Anczykowski von der Regional- und Seewetterzentrale Hamburg. Dadurch setze sich das Tauwetter fort, letzte Schneereste dürften spätestens bis zum Ende der Woche verschwunden sein. Bis einschließlich Freitag sei zudem immer wieder mit Regen zu rechnen. Die Temperaturen steigen dabei weiter an, am Freitag sind örtlich bis zu 10 Grad möglich.

Auch aus Sicht der Polizei bleibt die Lage entspannt. "Polizeieinsätze gab es aufgrund des Tauwetters bisher definitiv nicht", sagte Stephan Hertz, Pressesprecher der Polizeiinspektion Cuxhaven, auf Nachfrage von CNV-Medien.
Geeste sorgt punktuell für Sperrungen
Lediglich im Schiffdorfer Bereich kam es in den vergangenen Tagen zeitweise zu Sperrungen der Kreisstraße zwischen Laven und Bramel. Dort verläuft die Geeste in unmittelbarer Nähe zur Fahrbahn, sodass es bei anhaltender Nässe immer wieder zu Überschwemmungen kommt. "Aktuell ist die Strecke aber freigegeben", so Hertz.
Auch aus wasserwirtschaftlicher Sicht gibt es Entwarnung. Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) rechnet trotz Schneeschmelze weder mit einem überregionalen Hochwasser noch mit einer größeren Hochwasserlage.

Abkühlung ohne neue Winterlage
Zum Wochenende hin ändert sich das Wetter erneut. Den atlantischen Tiefdruckgebieten gehe langsam "die Puste aus", so Anczykowski. Hochdruckeinfluss aus Osteuropa nehme zu. Die Folge: Kaum noch Niederschläge, dafür mehr Wolken und eine zunehmende Nebelneigung in den Nächten.
Gleichzeitig kühlt es ab. Bis Montag sinken die Tageshöchstwerte auf etwa drei Grad, nachts kann es wieder leichten Frost um minus ein Grad geben. Dabei handle es sich jedoch nicht um den Zustrom neuer Kaltluft, sondern um einen typischen Effekt bei Hochdrucklagen im Winter. "Dann kann sich kältere Luft bodennah sammeln, man spricht von einer Inversion", erklärt der Meteorologe. In Küstennähe wirke die Nordsee allerdings temperaturausgleichend.
Blick in die kommende Woche
Zu Beginn der nächsten Woche hält sich der Hochdruckeinfluss voraussichtlich. Tagsüber bleiben die Temperaturen leicht im Plus, nachts nahe dem Gefrierpunkt. Je nach Entwicklung sind sowohl sonnige Abschnitte mit trockener Kontinentalluft als auch trübes Hochnebelwetter möglich. Insgesamt bleibt es nach jetzigem Stand überwiegend trocken. Für die Zeit ab Mitte der Woche weist Anczykowski jedoch auf zunehmende Prognoseunsicherheiten hin.