Der Seenotrettungskreuzer "Anneliese Kramer" (DGzRS-Station Cuxhaven) im Einsatz für ein Leck geschlagenes Traditionsschiff. Archivfoto: Die Seenotretter – DGzRS
Der Seenotrettungskreuzer "Anneliese Kramer" (DGzRS-Station Cuxhaven) im Einsatz für ein Leck geschlagenes Traditionsschiff. Archivfoto: Die Seenotretter – DGzRS
Havarie auf der Elbe

Traditionsschiff vor Cuxhaven festgefahren - Seenotretter stundenlang im Einsatz

von Redaktion | 01.02.2026

Ein auf dem Leitdamm vor Cuxhaven festgekommenes Traditionsschiff hat am Sonnabend die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) über Stunden beschäftigt. Erst am Abend entwickelte sich aus dem Havariefall ein Rettungseinsatz.

Ein festgekommenes Traditionsschiff auf der Außenelbe vor Cuxhaven hat am Sonnabend (31. Januar 2026) einen langwierigen Rettungseinsatz ausgelöst. Wie die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) mitteilt, saß der rund 30 Meter lange Schoner seit Mittag auf dem Leitdamm bei Tonne 29 fest. Am Abend drang Wasser in den Rumpf ein, sodass die Besatzung schließlich von Bord gebracht werden musste.

Festgefahren auf dem Leitdamm

Nach Angaben der DGzRS ging gegen 12.15 Uhr bei der Rettungsleitstelle See, dem Maritime Rescue Co-ordination Centre (MRCC) Bremen, eine Meldung über das festgekommene Segelschiff ein. Daraufhin lief der in Cuxhaven stationierte Seenotrettungskreuzer "Anneliese Kramer" der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger aus. Der Havarist war etwa 1,4 Seemeilen vor der Kugelbake auf den Leitdamm gelaufen.

Ein erster Freischleppversuch mit dem Tochterboot "Mathias" blieb erfolglos, da der 1890 gebaute Schoner bereits zu fest auf den Steinen saß. Wie die DGzRS weiter berichtet, wurde zunächst kein Wassereinbruch festgestellt, sodass entschieden wurde, das nächste Hochwasser abzuwarten.

Unterstützung durch Mehrzweckschiff "Neuwerk"

Mit auflaufendem Wasser stellte die Besatzung gegen 21 Uhr jedoch eindringendes Wasser fest und nahm die bordeigenen Pumpen in Betrieb. In Abstimmung mit den Seenotrettern sollte weiterhin das Hochwasser genutzt werden. Gegen 22.30 Uhr bot das in der Nähe liegende Mehrzweckschiff Neuwerk des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Elbe-Nordsee seine Unterstützung an.

Ein Arbeitsboot der "Neuwerk" nahm zunächst ein Crewmitglied sowie einen Hund von Bord. Dabei habe der Bootsführer laut DGzRS den Eindruck gewonnen, dass sich der Kiel des hölzernen Stagsegelschoners bereits wölbte und ein Auseinanderbrechen drohte. Als kurz darauf eine der Pumpen an Bord ausfiel, verschlechterte sich die Lage weiter. Aus Sicherheitsgründen wurde daraufhin die gesamte Crew abgeborgen. Insgesamt retteten die Einsatzkräfte vier Segler und den Hund und brachten sie nach Cuxhaven.

Schwierige Bedingungen auf See

Nach Mitteilung der DGzRS herrschten während des Einsatzes südöstliche Winde mit fünf Beaufort, eine Wellenhöhe von rund 0,75 Metern sowie Temperaturen von minus drei Grad Celsius in der Luft und etwa zwei Grad im Wasser. Der Seenotrettungskreuzer blieb während der gesamten Zeit vor Ort, sicherte den Einsatz ab und leuchtete die Einsatzstelle aus.

Wie es mit dem Traditionsschiff weitergeht, liege nach Angaben der DGzRS in der Verantwortung des Eigners und der zuständigen Behörden.

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