Der Seenotrettungskreuzer "Hermann Rudolf Meyer" (DGzRS-Station Bremerhaven) schleppt das havarierte Motorboot längsseits in den Hafen. Foto: Die Seenotretter – DGzRS
Der Seenotrettungskreuzer "Hermann Rudolf Meyer" (DGzRS-Station Bremerhaven) schleppt das havarierte Motorboot längsseits in den Hafen. Foto: Die Seenotretter – DGzRS
Einsatz der Seenotretter

Wassereinbruch bei eisiger Kälte: Motorboot gerät auf der Außenweser in Seenot

von Redaktion | 01.02.2026

Ein Motorboot mit zwei Männern an Bord gerät auf der Außenweser in Schwierigkeiten. Wasser dringt in den Rumpf und die Lage spitzt sich zu. Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger berichtet von einem Einsatz, bei dem jede Minute zählte.

Die Seenotretter der Station Bremerhaven der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) haben am Sonnabend (31. Januar 2026) zwei Männer aus akuter Lebensgefahr gerettet. Wie die DGzRS mitteilt, war das Motorboot der beiden Niederländer auf der Außenweser leckgeschlagen und drohte zu sinken.

Nach Angaben der DGzRS ging gegen 14.50 Uhr in der Rettungsleitstelle See, dem Maritime Rescue Co-ordination Centre (MRCC) Bremen, eine Meldung über ein Motorboot mit starkem Wassereinbruch ein. Die beiden Männer an Bord berichteten demnach, dass zunehmend Wasser ins Boot eindringe und die bordeigene Pumpe nicht mehr zuverlässig arbeite. Zu diesem Zeitpunkt befand sich das ehemalige Lotsenversetzboot im Fahrwasser der Außenweser, etwa auf Höhe der unbewohnten Insel Mellum, und lief noch aus eigener Kraft Bremerhaven an.

Seenotretter laufen sofort aus

Unmittelbar nach Eingang der Meldung alarmierte das MRCC laut DGzRS den in Bremerhaven stationierten Seenotrettungskreuzer "Hermann Rudolf Meyer". Dieser lief sofort aus und nahm unter Höchstgeschwindigkeit Kurs auf den Havaristen. Rund 45 Minuten später gingen die Seenotretter längsseits des 16,4 Meter langen Motorbootes.

Leck vergrößert sich dramatisch

Wie die DGzRS weiter berichtet, stieg ein Seenotretter auf das beschädigte Boot über und stellte fest, dass sich bereits rund ein halber Meter Wasser im Schiff befand. Zunächst gelang es der Besatzung, den Wassereinbruch mit einer zusätzlichen Pumpe unter Kontrolle zu bringen. Dann jedoch vergrößerte sich nach Angaben der Seenotretter plötzlich das Leck im Rumpf, sodass erneut größere Wassermengen eindrangen.

Geistesgegenwärtig stopfte ein Seenotretter das Leck provisorisch mit einem Pfropfen, wodurch der Wassereinbruch zumindest vorübergehend eingedämmt werden konnte, so die DGzRS. Unter ständigem Lenzen - dem fortlaufenden Abpumpen des Wassers - schleppte der Seenotrettungskreuzer das beschädigte Motorboot schließlich sicher nach Bremerhaven. Die beiden Männer blieben unverletzt.

Schwierige Bedingungen auf See

Zur Einsatzzeit herrschten nach Informationen der DGzRS südöstliche Winde mit vier Beaufort (bis zu 28 Stundenkilometer) sowie eine Wellenhöhe von etwa 0,75 Metern. Die Lufttemperatur lag bei minus einem Grad Celsius, die Wassertemperatur bei rund einem Grad.

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