Von Cuxhaven nach Helgoland: Tocotronic macht die Nordsee zur Konzertreise
Cuxhaven wurde zum Startpunkt für einen besonderen Konzerttag: Auf dem Halunder Jet begann die Musik bereits auf See. Auf Helgoland wartete schließlich Tocotronic - und verwandelte die kleine Nordseehalle in einen überraschend intimen Konzertort.
Die Sonne scheint, der Fahrtwind weht durch die Haare und Musik wird auf das Wasser davongetragen. Auf dem Außendeck des Halunder Jets spielt Stefanie Schrank. Der Auftritt ist Teil der 6. FRS Helgoline Music Cruise.
Bereits kurz nach 11 Uhr versammeln sich am Sonnabend (12. September 2026) Menschen im Alten Hafen von Cuxhaven - sie warten auf den Halunder Jet. Dieser ist bereits um neun Uhr in Hamburg gestartet, um nach seinem Zwischenstopp in Cuxhaven, Helgoland anzulaufen.
Das erste Konzert beginnt auf der Nordsee
Vor Ort entdeckt man vereinzelt Menschen mit T-Shirts der Band "Tocotronic" - dem Hauptact des heutigen Tages. Der Halunder Jet läuft in den Hafen ein und es geht los Richtung Helgoland. Wenige Minuten nach der Abfahrt beginnt Stefanie Schrank auf dem offenen Meer zu spielen.
"Ich habe noch nie auf offenem Wasser Musik gemacht", sagt die Musikerin aus Köln. "Ach, und ich hoffe, dass wir ein paar Roben sehen." Sie trägt eine nautische Krawatte und hat Tabletten gegen Seekrankheit dabei, gibt sie lachend zu. Dann fängt sie an, zu spielen.
Das Außendeck ist gut gefüllt, die Sonne scheint. Live-Musik mitten auf dem Wasser: ein besonderer Moment für Gäste sowie die Künstlerin. Nach einer halben Stunde ist das erste Konzert des Tages vorbei und das Außendeck leert sich ein wenig.
Helgoland wird für einen Nachmittag zur Festivalinsel
Ein paar Wassertropfen spritzen hoch, der Jet schwankt leicht von links nach rechts. Auf Helgoland angekommen, bleibt Zeit, die Insel zu erkunden, etwas zu essen oder durch die Geschäfte zu bummeln. Um 15 Uhr der nächste musikalische Act: Vor der Nordseehalle spielt die Band "Schluma". Die ersten Konzertbesucher stehen vor dem Eingang, sitzen oder stehen auf der Wiese und alle Bänke um die Halle sind besetzt.
In die Halle geht es erst in einer halben Stunde - so lange bringen Schluma schon mal gute Stimmung vor die Nordseehalle. Eine Stunde nach dem Einlass herrscht gespannte Stimmung. Musik wird abgespielt und unter Applaus betritt Tocotronic die Bühne.
Tocotronic bringt die Nordseehalle zum Beben
Seit 1993 ist die Band aktiv: "Das wäre alles nicht möglich ohne euch", richtet sich Sänger Dirk von Lowtzow an das Publikum. Und dann geht es los. Im Publikum wird mitgesungen, mitgewippt und getanzt. "Man kann in diesen Zeiten nicht genug Protestsongs spielen", ruft von Lowtzow vor einem Song. Die Menge jubelt ihm zustimmend zu. Anderthalb Stunden ist die Nordseehalle erfüllt von der Musik der Band.
Nach ihrem offiziellen letzten Song tobt die Halle. Jubel, Applaus und Zugaberufe werden laut. Tocotronic kommt erneut auf die Bühne und spielt weiter. "Hi", ruft der Sänger und die Menge antwortet mit "Freaks". Auch wenn die Halle mit 700 Stehplätzen nicht mit großen Arenen zu vergleichen ist, herrscht die ganze Zeit eine tolle Atmosphäre. Vielleicht auch genau, weil es sich so persönlich anfühlt.
Dann bleibt noch einmal Zeit, etwas zu essen oder einen kleinen Spaziergang zu machen. Um 20 Uhr legt der Halunder Jet ab in Richtung Cuxhaven. Einige Leute schlafen, andere essen und wieder andere unterhalten sich ausgelassen. Mit dem Beginn eines Schauers legt das Schiff in Cuxhaven an. Gäste gehen von Bord und nach Hause. Für andere endet der Abend erst in Hamburg: Alle eint ein besonderer Ausflug, den man so schnell sicher nicht vergessen wird.
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