Richtfest gefeiert: Hier landet ab 2027 der Biomüll aus Stadt und Landkreis Cuxhaven
19 Millionen Euro und Betriebsstart bis 2024: So lautete der Zeit- und Kostenplan für die geplante Bioabfallvergärungsanlage, die jetzt in Pennigbüttel gebaut wird. Es wurde später und teurer. Doch die Stadt und der Landkreis Cuxhaven profitieren.
Gemeinsam mit den Landkreisen Osterholz und Verden haben die Stadt Cuxhaven und der Landkreis Cuxhaven im Juli 2020 einen Gründungsvertrag unterzeichnet. Damit wurde die Kommunale Entsorgungsanstalt Nord-Niedersachsen (KENN) als Betreiber der noch zu errichtenden Vergärungsanlage aus der Taufe gehoben.
Um eine Biovergärungsanlage wirtschaftlich betreiben zu können, werden mindestens 30.000 Tonnen Bioabfall pro Jahr benötigt. Mit dem Zusammenschluss der vier Projektteilnehmer im Jahr 2020 war diese Menge gesichert - die Planungen konnten beginnen. Für den Bau der Anlage wurden damals rund 19 Millionen Euro veranschlagt. Eigentlich sollte es schnell gehen und die Anlage bereits 2023 in Betrieb gehen, doch das Projekt verzögerte sich.
Weiterer Meilenstein beim Bau der Anlage erreicht
Christof von Schroetter ist Vorstand der Kommunalen Entsorgungsanstalt Nord-Niedersachsen. Er sagte beim ersten Spatenstich: "Der Gewerbepark an der A27 bot sich als Standort an. Er liegt zum einen sehr zentral im Gebiet der drei beteiligten Landkreise und ist verkehrstechnisch gut angebunden. Aufgrund gesetzlicher Änderungen Ende 2021 konnten die weit fortgeschrittenen Anlagenplanungen für diesen Standort nicht mehr realisiert werden." Doch man hatte sich nicht unterkriegen lassen.
Nach umfangreichen Prüfungen kristallisierte sich das Entsorgungszentrum Pennigbüttel als möglicher neuer Standort heraus. Die konkreten Planungen begannen erneut. "Mitte 2023 wurde der Genehmigungsantrag gestellt, der Ende 2024 positiv beschieden wurde", so von Schroetter. Nach einer langen Genehmigungsphase war es endlich soweit - der Bau der Anlage mit einer Verarbeitungskapazität von 50.000 Tonnen Bioabfall pro Jahr konnte beginnen. Der erste Spatenstich wurde feierlich im März 2025 begangen.
Mit dem Richtfest der Annahmehalle der Biovergärungsanlage der Kommunalen Entsorgungsanstalt Nord-Niedersachsen (KENN) wurde am Donnerstag, 18. September 2026, ein weiterer bedeutender Meilenstein beim Bau der Biovergärungsanlage erreicht.
Im März 2027 soll die Anlage in Betrieb gehen
In den Samtgemeinden Börde Lamstedt, Hemmoor und Land Hadeln sammeln die Fahrzeuge des Unternehmens Karl Meyer den Bioabfall ein. Gelagert wird er zunächst zusammen mit dem Biomüll aus der Stadt Cuxhaven auf dem Gelände des Abfallverwertungszentrums in Altenwalde. Später wird er zum Kompostwerk der Firma Grube nach Sandstedt verfrachtet. Der Biomüll aus der Stadt Geestland und den Gemeinden Beverstedt, Hagen, Loxstedt, Schiffdorf und Wurster Nordseeküste wird von der Firma Nehlsen gesammelt und direkt nach Sandstedt gebracht.
In der Vergärungsanlage sollen nach der Fertigstellung dann alle Bioabfälle zusammenlaufen. Rund 2,6 Millionen Kubikmeter Biogas will man jährlich erzeugen. Zwischen 1300 und 1500 Haushalte könnten so beheizt und rund 2700 Tonnen CO2 eingespart werden. Der Bio-Fertigkompost, der in der Anlage entsteht, ist zertifiziert für Ökolandbau.
Auch Cuxhavens Oberbürgermeister Uwe Santjer zeigte sich nach dem Richtfest zufrieden, gerade mit Blick auf den holprigen Start des Projektes. "Die Zusammenarbeit der drei Landkreise und der Stadt Cuxhaven ist eine Erfolgsgeschichte. Die Vergärungsanlage ist eine gute ökologische Maßnahme. Als Stadt allein hätten wir uns das nicht leisten können und auch operativ wäre es kaum umsetzbar gewesen", sagte Santjer. Im März 2027 soll die Anlage in Betrieb gehen.
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