Die Moorbahn in Wanna-Ahlenfalkenberg schnauft seit 20 Jahren über das 5,7-Kilometer lange Schienennetz. Foto: Trykowski
Die Moorbahn in Wanna-Ahlenfalkenberg schnauft seit 20 Jahren über das 5,7-Kilometer lange Schienennetz. Foto: Trykowski
Naturerlebnis

20 Jahre Moorbahn in Wanna: Wie aus einem kleinen Zug ein Kult geworden ist

von Christian Mangels | 18.03.2025

Ein Ausflug mit der Moorbahn in Wanna ist so etwas wie die Entdeckung der Langsamkeit - ideal, um dem hektischen Alltag zu entfliehen. Den beliebten "Bummelzug" gibt es bereits seit 20 Jahren: Die erste Tour ging am 19. März 2005 über die Bühne.

Verspätungen? Kurzfristige Ausfälle? Ein verpasster Anschlusszug? Die Probleme ihrer übermächtigen Verwandten von der Deutschen Bahn kümmern die Moorbahn in Wanna-Ahlenfalkenberg wenig. Wer sich von einer der froschgrünen Loks durch die Landschaft des Ahlenmoores ziehen lässt, dem kommt es nicht aufs Ankommen an. Hier geht es um den entspannten Naturgenuss, die Schönheit und Ruhe des Moors.

Vor 20 Jahren, am 19. März 2005, schnaufte die Lorenbahn zum ersten Mal über das 5,7-Kilometer lange Schienennetz. Der damalige Bürgermeister der Samtgemeinde Sietland, Dirk Brauer, begrüßte zur Premierenfahrt prominente Gäste im Ahlenmoor, etwa den niedersächsischen Minister für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung, Hans-Heinrich Ehlen, und die Europa-Abgeordnete der Grünen, Rebecca Harms. Die Finanzierung dieses besonderen Angebots erfolgte unter anderem aus EU-ProLand-Mitteln, durch die niedersächsische Lotto-Stiftung und durch Fördermittel der KSK Wesermünde-Hadeln.

Genau 12.100 Passagiere im ersten Moorbahn-Jahr

Die Moorfahrten kamen von Anfang an gut an: Bereits am Ende des ersten Moorbahn-Jahres verzeichnete die Samtgemeinde Sietland 12.100 Besucher, ein Jahr später waren es schon 15.400. Den Rekord hält immer noch das Jahr 2007 mit 16.700 Fahrgästen.

Neben den regulären Moorbahnfahrten gibt es mittlerweile viele Thementouren, zum Beispiel den Moorausflug "Von Essiggurken und Moorleichen". Gefahren wird heute mit einer Flotte aus brandneuen und altbewährten Lokomotiven. Neben modernster, klimaneutraler und softwaregesteuerter Elektrotechnik wird auch historische analoge Museumstechnik auf die Schiene gebracht.

Die passenden Hintergrundinfos zum Ahlenmoor liefert die Ausstellung im Moorinformationszentrum (MoorIZ), die im Mai 2006 eröffnet wurde.  Die interaktive Erlebnisausstellung ist auch fast 20 Jahre nach ihrer Eröffnung ein beliebter Anlaufpunkt für Urlauber und Naturfreunde aus dem Cuxland. Sie lädt dazu ein, mehr über die Vergangenheit und Zukunft der Natur- und Kulturlandschaft des Moores zu erfahren: Was ist ein Moor? Was denken wir über das Moor? Und: Wer lebt im Moor?

"Insgesamt hat das MoorIZ mit der Moorbahn Ahlenmoor in den letzten zwei Jahrzehnten nicht nur ihre Attraktivität gesteigert, sondern auch einen wichtigen Beitrag zum Erhalt und zur Wertschätzung der einzigartigen Moorlandschaft geleistet", sind MoorIZ-Leiterin Karin Fäcke und ihr Team überzeugt.

Um den 20. Geburtstag der Moorbahn gebührend zu feiern, geht am Sonntag, 13. Juli, auf dem Außengelände des Moorinformationszentrums ab 11 Uhr ein großer Moormarkt über die Bühne. Die Besucherinnen und Besucher können sich schon jetzt auf Moorbahn-Kurzfahrten, viele Stände und regionale Leckereien freuen.

Und wie sieht die Zukunft der Moorbahn und des Moorinformationszentrums aus? Die finanziell schwer gebeutelte Samtgemeinde Land Hadeln sucht bekanntlich nach neuen Finanzierungsmodellen für die Einrichtung in Ahlen-Falkenberg und spricht mit dem Landkreis Cuxhaven über einen Trägerwechsel. Vollzug - sprich eine vertragliche Vereinbarung - kann Samtgemeindebürgermeister Frank Thielebeule aber noch nicht melden.

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Christian Mangels

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