Für knapp 12.000 Haushalte im Landkreis Cuxhaven ist am Freitag, 21. Februar, die Hausmüllabfuhr ausgefallen. Grund dafür war ein Warnstreik der Mitarbeiter des Entsorgungsunternehmens Nehlsen in Loxstedt. Foto: Patrick Pleul /dpa
Für knapp 12.000 Haushalte im Landkreis Cuxhaven ist am Freitag, 21. Februar, die Hausmüllabfuhr ausgefallen. Grund dafür war ein Warnstreik der Mitarbeiter des Entsorgungsunternehmens Nehlsen in Loxstedt. Foto: Patrick Pleul /dpa
Warnstreik der Müllwerker 

Hausmüll bleibt liegen: Auch Haushalte im Land Hadeln vom Nehlsen-Streik betroffen

von Tim Larschow | 21.02.2025

Verdi strebt einen Tarifvertrag für die Nehlsen-Beschäftigten in Loxstedt an. Mit einem Warnstreik wollen sie den Entsorger unter Druck setzen. Die Folge: Die Gelben Säcke wurden am 21. Februar nicht abgeholt. Auch Haushalte im Land Hadeln betroffen.

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat die Beschäftigten der Karl Nehlsen GmbH & Co KG am Standort Loxstedt zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Betroffen ist der Hausmüll sowie der Gewerbemüll, der am 21. Februar liegen bleibt.

Die Gewerkschaft fordert einen Tarifvertrag

Der Konflikt zwischen der Gewerkschaft und dem Unternehmen dauert seit November vergangenen Jahres an. Seitdem versucht Verdi, einen Tarifvertrag für die Nehlsen-Beschäftigten abzuschließen. Einen solchen gibt es seit mehr als zehn Jahren nicht. Das führe zu einer Lohnlücke von 300 bis 500 Euro im Monat, heißt es in der Mitteilung.

Verdi will diese Lohnlücke schließen und darüber hinaus für auskömmliche Renten und geregelte Arbeitsbedingungen sorgen. Doch Nehlsen verweigere ein Angebot und wolle lieber keinen Tarifvertrag, klagen die Gewerkschafter. Mit dem Warnstreik wollen sie den Druck auf das Unternehmen erhöhen. 

"Ein Abfallentsorger, der sich um öffentliche Aufträge bemüht, sollte mit gutem Beispiel vorangehen und altersfeste Tariflöhne bezahlen. Das ist bei Nehlsen derzeit nicht überall der Fall", sagt Pit Eckert, Verdi-Verhandlungsführer. Die rund 50 streikenden Müllwerker trafen sich daher am Freitagvormittag im Havenhostel in Bürgermeister-Smidt-Straße in Bremerhaven, um auf sich und ihre Situation aufmerksam zu machen.

Auswirkungen für rund 12.000 Haushalte

Am 21. und 22. Februar kommt es aufgrund eines Warnstreiks der Verdi zu Verzögerungen in der Abfuhr.
Es wird gebeten, die Tonnen draußen stehen zu lassen, sie werden in den nächsten Tagen geleert. Problematisch in Wanna ist es jedoch, dass bei Weitem nicht alle Anwohner eine Tonne haben. In vielen Straßen liegen Gelbe Säcke an der Straße. "Hoffen wir, dass es keinen Sturm gibt", scherzte Anke von Döhlen aus der Wanna, eine der Betroffenen des Streiks. "Das passt schon. Gelber Sack ist ja auch nicht so schlimm, anders würde es mit dem Restmüll aussehen", sagt sie. Auch für den Warnstreik zeigt die Wannaerin Verständnis: "Geld brauchen wir schließlich alle."

Welche Ortschaften im Landkreis Cuxhaven von dem Ausstand betroffen sind, verriet Pit Eckert, Verhandlungsführer bei Verdi und zuständig im Fachbereich Ver- und Entsorgung.

Vom heutigen Streik sind folgende Gemeinden betroffen: Wanna und Nordleda (Land Hadeln), die Samtgemeinde Beverstedt, Nordholz, Wanhöden, Imsum, Langen, Loxstedt mit Düring, Stinstedt, Bexhövede, Schiffdorf, Donnern, Bramel, Nückel, Hosermühlen, Friedheim, Elmlohe, Marschkamp, Ringstedt, Kährstedt, Hainmühlen, Wüsterwahlde, Haxhorn, Lintig. "Insgesamt sind im Landkreis Cuxhaven 12.000 Haushalte betroffen sowie verschiedentlich Gewerbebetriebe und Tankstellen", berichtet Eckert.

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Tim Larschow

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Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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