Die Infotafel zum Projekt „KlimaMoor am Löh“ im Ahlenmoor wird enthüllt: Im Zeitraum von fünf Jahren wurden 50 Hektar wiedervernässt, um eine hochmoortypische Vegetation zu schaffen und Kohlenstoff zu binden. Finanziert wurde das über CO2-Zertifikate durch den freiwilligen Emissionshandel. Foto: Rohde
Die Infotafel zum Projekt „KlimaMoor am Löh“ im Ahlenmoor wird enthüllt: Im Zeitraum von fünf Jahren wurden 50 Hektar wiedervernässt, um eine hochmoortypische Vegetation zu schaffen und Kohlenstoff zu binden. Finanziert wurde das über CO2-Zertifikate durch den freiwilligen Emissionshandel. Foto: Rohde
Wiedervernässung

Im Ahlenmoor bei Wanna-Ahlenfalkenberg: Ein gutes Stück Hochmoor mehr

von Ulrich Rohde | 26.11.2024

Das "KlimaMoor am Löh" mitten im Ahlenmoor ist ein bislang einmaliges Projekt der Naturschutzstiftung des Landkreises Cuxhaven. Ein 50 Hektar großes Gebiet wird wiedervernässt. Das Vorhaben wird durch den Verkauf von CO2-Zertifikaten finanziert.

Am Montag kamen Vertreter der am "KlimaMoor" beteiligten Unternehmen und Institutionen ins Ahlenmoor, um eine Infotafel am Bohlenweg zu enthüllen, der an den renaturierten Flächen entlang führt.

Mit dabei waren Abordnungen einiger der Unternehmen, die mit dem Kauf der CO2-Zertifikate dazu beigetragen haben, den Klimaschutz sowie den Erhalt der typischen Moorflora und Fauna zu unterstützen. Sie kommen aus der Versicherungs- und Energiebranche aber auch aus dem Garten- und Pflanzenbau.

Außerdem waren Michael Garvs von der Klimapatenschaft GmbH, die unter anderem Unternehmen und Organisationen dabei berät, Konzepte für Nachhaltigkeit zu entwickeln und auch in dieses Projekt involviert war, Kerstin Norda als Geschäftsführerin der Naturschutzstiftung und Angela Panneck, die die Projektleitung für das "KlimaMoor" innehat dabei.

Das "KlimaMoor" gibt es bereits seit fünf Jahren. Im Winter 2019/20 wurde das Areal wiedervernässt. Entwässerungsgräben wurden geschlossen und gestaut und Verwallungen angelegt, um das Regenwasser zurückzuhalten und die Vernässung voranzutreiben. So bleibt das CO2 im Boden gespeichert und selten Tier- und Pflanzenarten, wie sie zum Teil ausschließlich im Moor vorkommen, finden einen Lebensraum.

Hochmoortypische 
Vegetation entwickelt sich

In den fünf Jahren seit dem Beginn des Projekts hat sich bereits einiges getan. Sichtbare Veränderungen sind feststellbar. Flora und Fauna bilden eine zunehmend hochmoortypische Vegetation, die Kohlenstoff bindet. Birken sind durch den höheren Wasserstand abgestorben. Das ist beabsichtigt, weil der Flachwurzler die Mooroberfläche austrocknet und eine hohe Wasserverdunstung über die Blattöffnungen hat. Würde sich die Baumart weiter ausbreiten, entstünden Birkenbruchwälder, die dem Moorboden weitere Feuchtigkeit entziehen und den Zustand des Moores verschlechtern würden.

Anstelle der Birken entsteht so mehr Platz für lichtliebende Hochmoorpflanzen wie Moosbeere, Heide oder Wollgras. Das Torfmoos, das die Fähigkeit besitzt, Wasser bis zum 20-fachen seines eigenen Gewichts zu speichern, kann sich so ausbreiten. Der "Baumeister der Moore" profitiert im "KlimaMoor" durch den erhöhten Wasserstand und zeigt deutliches Wachstum, was am eigens dafür installierten "Torfmoospegel" in regelmäßigen Abständen abgelesen werden kann.

Emissionshandel mit 
CO2-Zertifikaten

Die CO2-Zertifikate für das "KlimaMoor am Löh" im Ahlenmoor sind über die Naturschutzstiftung so gut wie ausverkauft. Für die Finanzierung der Wiedervernässung wird die berechnete jährliche Menge an Kohlenstoff in Form der Zertifikate in den freiwilligen Emissionshandel eingebunden und zu Klimakompensationsmaßnahmen an die Unternehmen ausgegeben.

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