Terminal in der Zulassungsstelle des Kreishauses: Das elektronische Terminbuchungssystem wurde am 25. Juni gestartet. Einige Autohändler sind mit den Abläufen und Wartezeiten unzufrieden. Das System werde sich nach einer Umstellungsphase einpendeln, sagt der Landkreis. Foto: Rohde
Terminal in der Zulassungsstelle des Kreishauses: Das elektronische Terminbuchungssystem wurde am 25. Juni gestartet. Einige Autohändler sind mit den Abläufen und Wartezeiten unzufrieden. Das System werde sich nach einer Umstellungsphase einpendeln, sagt der Landkreis. Foto: Rohde
Autohändler sind sauer

Wartezeiten lassen Frust über die Zulassungsstelle des Landkreises Cuxhaven aufkommen

von Ulrich Rohde | 30.07.2026

Bei den Autohändlern und -werkstätten im Kreis Cuxhaven herrscht Alarmstimmung. Nach einer Umstellung des Zulassungssystems im Zuge der Digitalisierung am 25. Juni verzögern sich die Termine für die Kfz-Zulassungen um bis zu drei Wochen.

"Für die Händler und Werkstätten ist die Situation gerade katastrophal", findet Kfz-Innungsobermeister Michael Habben. "Im Moment dauert es mindestens 14 Tage, eher länger, bis man einen Termin bei der Zulassungsstelle im Kreishaus bekommt. Davor gab es Vorlaufzeiten von bis zu zwei Wochen. Das hat negative Folgen." Und wirkt sich wohl auch auf die Einnahmen der Autohäuser aus, denn immer öfter würden Kunden ihren Kauf stornieren, wenn sie erfahren, dass ihr Fahrzeug erst in drei oder vier Wochen zur Verfügung steht. Auch bestimmte Modelle über Prämienziele mit den Autoherstellern würden durch die Verzögerungen verfehlt. "Das geht ins Geld und gefährdet Existenzen", sagt Habben.

Der zeitliche Vorteil, den Autohäuser aber auch Dienstleister gegenüber Privatleuten bei der Fahrzeugzulassung bislang hatten, ist durch das neue Anmeldesystem entfallen. "Das neue Zulassungsverfahren ist - so wie es jetzt ist - zu kompliziert, aus unserer Sicht ein Rückschritt", meint Habben. "Dieser Missstand birgt einige Brisanz. Da ist das Fass gerade übergelaufen." Einige Autohäuser würden auf die Nebenstellen der Zulassungsstelle in Hemmoor und Schiffdorf ausweichen. Doch das könne auch keine Dauerlösung sein.

Zuversichtlich, dass Lösung gefunden wird

In der vorigen Woche trafen sich Vertreter der Innung mit dem für die Zulassungsstelle verantwortlichen Bereichsleiter Michael Lechlein. "Es wurden viele Fragen gestellt und Bedenken geäußert", schildert Michael Habben. "Aber wir hatten das Gefühl, dass der Landkreis das Problem verstanden hat. Ich bin daher zuversichtlich, dass eine Lösung für unsere Händler gefunden wird. Schließlich müssen Gewerbe und Landkreis zusammenarbeiten."

Der Kfz-Innung sei es vollkommen bewusst, dass der Landkreis mit Personalengpässen zu kämpfen habe und es zudem die Vorgabe gebe, zügig die vollständige Digitalisierung seiner Dienstleistungen zu vollziehen. "Da sind wir auch klar an der Seite des Landkreises. Die Händler wollen die i-Kfz-Zulassung auch", so Habben. Doch derzeit komme einfach zu viel Frust durch die zu langen Wartezeiten auf.

Nicht System ist das Problem, sondern Personalknappheit

Nach Ansicht von Michael Lechlein ist nicht so sehr das neue Terminbuchungssystem das Problem, sondern eine Ballung von Ursachen. Zum einen würden in den Sommermonaten mehr Fahrzeuge zugelassen als im Winterhalbjahr. Zum anderen treffe dieser Mehrbedarf wie in vielen Bereichen auch in den Sommerferien auf die übliche Urlaubszeit und vor allem auf Personalmangel. "Wir wollen allen, Privat- und Firmenkunden, einen bestmöglichen Service bieten", sagt Lechlein. "Wir befinden uns in der Umstellungsphase und die Kundinnen und Kunden müssen sich an das neue System gewöhnen, die Unternehmen möglicherweise ihre Abläufe ein Stück weit anpassen oder verändern."

Terminvorlauf für Zulassung wurde verdoppelt

Tatsächlich liege die Zulassungsstelle derzeit im oberen Drittel bei den Wartezeiten im regionalen Vergleich. Aber Lechlein ist zuversichtlich, dass sich das in Zusammenarbeit mit den Autohäusern nach und nach einpendelt. "Mit dem verfügbaren Fachpersonal tun wir alles, was möglich ist." Eine Verbesserung hat es schon gegeben. So steht jetzt mit vier Wochen statt 14 Tagen ein deutlich längerer Terminvorlauf zur Verfügung, sodass die Autohäuser ihre Zulassungstermine längerfristiger planen können. Auch Fortbildungen im Umgang mit dem Buchungssystem sowie dem komplett internetbasierten Zulassungssystem des Bundes, i-Kfz, könnten angeboten werden, so Lechlein.

Doch bei aller Digitalisierung: Am Ende müssen die Vorgänge bis hin zur Plakette auf dem Nummernschild von Menschen bearbeitet werden. "Personal kann auf diese Weise nicht eingespart werden", erklärt Lechlein.

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