Was geschieht mit dem ehemaligen Gotteshaus im Zentrum der Stadt Hemmoor?
Das Areal der ehemaligen neuapostolischen Kirche in Hemmoor liegt mittendrin im Stadtkern. Doch das einstige Gotteshaus in seiner jetzigen Form verschwindet möglicherweise bald aus dem Ortsbild. Gewerbe statt Gebete?
Es handelt sich zweifellos angesichts der architektonischen Bauweise um eines der markantesten Bauwerke in der Stadt: Mitte der 70er-Jahre wurde die rund 260 Quadratmeter große Kirche an der Ecke Zentrumstraße/Lamstedter Straße errichtet; seit Jahren stand sie jedoch leer. Damit teilt sie das Schicksal zahlreicher anderer Gotteshäuser, von denen sich die Neuapostolische Kirche angesichts hoher Unterhaltungskosten bei gleichzeitig steigenden Kirchenaustrittszahlen getrennt hat oder trennen will.
Trotz der zentralen Lage in Hemmoor führte die Suche nach einem Käufer lange Zeit ins Leere. Die Stadt selbst hatte zwischenzeitlich überlegt, das Gebäude auf dem rund 1800 Quadratmeter großen Grundstück zu nutzen, nachdem die ursprünglichen "Bürgerhaus"-Pläne nicht realisiert worden waren. Doch auch aus dieser Idee wurde letzten Endes nichts.
Bebauungsplan engt Kreativität ein
Schließlich kam in den letzten Monaten doch noch Bewegung in die Angelegenheit, nachdem sich ein Unternehmen mit der Kirche handelseinig wurde. Ein Problem gibt es aus unternehmerischer Sicht allerdings immer noch: Der alte, aber noch gültige Bebauungsplan setzt der Kreativität enge Grenzen. Eine Umnutzung des vorhandenen Kirchengebäudes ist angesichts der planerischen Vorgaben ebenso unmöglich wie ein Abriss und der Neubau einer Immobilie, die sich in das vorhandene Stadtbild einfügen würde.
Der neue Grundstücks- und Gebäudeeigentümer - es handelt sich um die Hemmoorer Firma "GO Immobilien" - hat daher den Versuch unternommen, die Stadt zur Verabschiedung eines neuen Bebauungsplans zu bewegen. Und dort ist die Bereitschaft durchaus vorhanden, die planarische Grundlage in diesem Bereich zu verändern, um eine Wohn- und Gewerbenutzung grundsätzlich zu ermöglichen und einen Leerstand zu beenden. Im Fachausschuss gab es nach den Erläuterungen des beauftragten Planungsbüros Dörr (Hechthausen) ein eindeutiges Votum, einen formal notwendigen "Aufstellungsgeschluss" für einen veränderten Bebauungsplan auf den Weg zu bringen.
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